Seite 2: MacBook Pro mit Touch Bar – Impressionen

Nach den ersten groben Details schauen wir uns nun das neue MacBook in seinen Details an und konzentrieren uns besonders auf das Trackpad, die Tastatur und natürlich die Touch Bar.

Neu ist das größere Touchpad, welches sich deutlich über die Maße der Leertaste erstreckt. In der Höhe reicht es von der Tastatur bis zum unteren Ende des Gehäuses. Für eine bessere Darstellung der Größe haben wir auch hier ein iPhone 7 Plus neben das Trackpad gelegt. Bei der Größe besteht natürlich die Gefahr mit dem Handballen oder der Hand selbst auf das Trackpad zu gelangen. In den Praxistests spielte das aber keine Rolle. Versehentliche Drücke und Wischgesten lösten wir nicht aus.

Das Trackpad verwendet auch die Force-Touch-Technologie. Apple hat den mechanischen Klick komplett entfernt und durch einen mit einem Linearmotor simulierten Klick ersetzt. Wer sich etwas genauer mit den Hard- und Software-Funktionen des Force Touch-Trackpads beschäftigen möchte, dem legen wir den Artikel zum 13" MacBook Pro nahe. Die im Vergleich zum früheren Trackpad veränderte Konstruktion hilft Apple auch Platz einzusparen, was dem neuen MacBook sicherlich entgegenkommt, bzw. eines der Hauptziele bei der Entwicklung war.

Auch gegenüber des flachen MacBooks, bei dem die neuen Tasten zum ersten Mal zum Einsatz kamen, gibt es bei der Tastatur einige Änderungen. Apple bezeichnet diese als 2. Generation der Butterfly-Tastatur. Worin genau die Änderungen zur 1. Generation bestehen, ist nicht bekannt. Die Tasten bei herkömmlichen Notebook-Tastaturen haben häufig eine Scherenmechanik, die eine gewissen Bauhöhe voraussetzt. Der Butterfly-Mechanismus ist unterhalb der Taste breiter und auch flacher, was neben einem flacheren Design auch einen stabileren Tastenanschlag bewerkstelligen soll.

Der neue Butterfly-Mechanismus bewirkt eine neue Eingewöhnungsphase für eine Tastatur aus dem Hause Apple. Wer die bisherigen Tastaturen gewöhnt ist, wird einige Zeit brauchen, um sich an den Anschlag, den geringeren Hub und das grundsätzliche Verhalten der Tasten zu gewöhnen. Aus eigener Erfahrung nach zwei Wochen mit dem neuen MacBook können wir sagen, dass es einige Tage benötigt, bis die Finger wie gewohnt über die Tastatur huschen.

Bisher wurden die Tastaturen von Apple von einer Reihe von LEDs und mit Hilfe einer Lichtführung beleuchtet, die sich mehr oder weniger gleichmäßig verteilt unterhalb der Tastatur befunden haben. Damit konnte allerdings keine gleichmäßige Ausleuchtung gewährleistet werden und je nach Winkel, mit dem auf die Tastatur geschaut wurde, wurden auch die einzelnen LEDs sichtbar bzw. manche Buchstaben waren besser und andere weniger gut beleuchtet.

Bei der neuen Tastatur besitzt jede einzelne Taste eine eigene LED. Die Beschriftung auf der Taste selbst soll damit besser lesbar sein, aber auch die sekundäre Beleuchtung um die Tasten herum soll besser sein, so dass die Tasten besser auffindbar sind. In der Praxis sind die Unterschiede bei der Beleuchtung eine gern genommene Verbesserung, aber sicherlich nicht kaufentscheidend.

Noch ein paar Worte zur Tastatur: Diese ist bei Tastenanschlag deutlich lauter als das Vorgänger-Design und auch noch etwas lauter als die 1. Generation der Butterfly-Tastatur. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase hat man sich an die Größe und den Hub gewöhnt, aber die Lautstärke ist ein störender Faktor.

Rechts und links neben der Tastatur befindet sich ein feines Gitter, unter dem sich die Lautsprecher verbergen. Auch hier will Apple einige Verbesserungen eingepflegt haben. Die Frage ist, wieviel man davon in der Praxis bemerkt und wie wichtig die Soundausgabe über die Lautsprecher ist.

Links und rechts vom MacBook Pro befinden sich jeweils vier Typ-C-Anschlüsse. Das MacBook Pro ohne Touch Bar verfügt nur über zwei Anschlüsse. Egal ob zwei oder vier Anschlüsse, über die Typ-C-Anschlüsse kann das MacBook Pro aufgeladen werden oder aber sie stellen die verschiedensten Anschlüsse zur Verfügung. Nativ angesprochen werden Thunderbolt 3 mit bis zu 40 GBit/s und USB 3.1 Gen2 mit bis zu 10 GBit/s. Alle weiteren Anschlüsse müssen per Adapter verfügbar gemacht werden – aber dazu später mehr.

Im Falle des MacBook Pro mit vier Typ-C-Anschlüssen sind die jeweils vier Ports rechts und links unterschiedlich schnell angebunden. Während die linken Anschlüsse über die volle Bandbreite verfügen sollen, sollen die rechten beiden etwas langsamer sein. Aber auch dazu später etwas mehr. Ebenfalls noch vorhanden ist ein 3,5-mm-Klinke-Anschluss. Dieser ist beim iPhone 7 weggefallen, im aktuellen MacBook Pro ist er noch vorhanden.

Zwischen Touch Bar und Display prangert wieder das "MacBook Pro"-Logo. Zeitweise verzichtete Apple auf eine derartige Markierung des Modells, wohl auch, um die Marke MacBook als solches zu etablieren, ohne dass ein Unterschied zwischen den einzelnen Geräteklassen gemacht wird. Inzwischen aber ist wieder klar zu erkennen, ob sich es "nur" um eine MacBook oder ein MacBook Pro handelt.

Bevor wir später noch etwas genauer auf die Touch Bar eingehen, noch einmal ein Blick, wie ihn der Nutzer hat. Apple hat die Touch Bar nicht nur zwischen Tastatur und Display platziert, um dort die F-Tastenleiste ersetzen zu können, sondern auch, weil die dortigen Bedienelemente damit erreichbar blieben. Die OLED-Leiste mit einer Auflösung von 2.160 x 60 Pixel passt sich aufgrund des dunklen Schwarztons sehr gut in die Optik ein. Angesteuert wird die Touch Bar über einen eigenen T1-Prozessor.

Große Kontroversen gibt es über das Wegfallen einer physikalischen ESC-Taste. Wie oft diese im Alltag benötigt wird, hängt sicherlich auch davon ab, was der Nutzer mit seinem MacBook macht. Einige Nutzer benötigen sie fast gar nicht, andere sind stark darauf angewiesen. Problematisch ist das Fehlen der physikalischen ESC-Taste besonders am Anfang, da sich der Nutzer erst einmal daran gewöhnen muss, keine Rückmeldung zu bekommen. Wie bei einem Touch-Display muss die Touch Bar an dieser Stelle nur berührt werden. Apple hat die ESC-Taste auch etwas eingerückt, um eine symmetrische Darstellung auf der Touch Bar zu erreichen.

Auf der rechten Seite befindet sich der Ein/Ausschalter mit integrierten Touch ID. Dieser Taster ist nicht in der Touch Bar integriert, sondern ist ein eigenständiges Hardware-Element und mit den Fingerspitzen auch klar zu spüren.

Über den Ein/Ausschalter kann das MacBook Pro nicht nur ein- und ausgeschaltet werden, sondern auch ein Entsperren ist möglich. Einige Apps verwenden den Touch ID bereits und entsperren damit einen Passwort-Container oder umgehen die ansonsten standardmäßige Passworteingabe.

Mit dem besonders flachen MacBook und der neuen Tastatur hat Apple auch das Design der Pfeiltasten verändert. Die Pfeilrauf- und Pfeilrunter-Taste besitzt nur noch die halbe Höhe. Viele Nutzer tun sich mit der Umstellung von voller Tastengröße kommend sehr schwer, da sich die halben Tasten auch nicht mehr so leicht erfühlen lassen.