Seite 2: Leistung, Kühlung

Gut in Office trotz Bremse

Einen großen Unterschied zwischen ZenBook 3 und MacBook könnte man nach dem Entfernen der Bodenplatte entdecken. Denn wo Apple auch in der zweiten Generation am Core m festhält, verbaut ASUS den deutlich potenteren Core i7-7500U. Eingegangen sind wir auf den bereits im Test des Medion Akoya S3409, deshalb an dieser Stelle nur eine Zusammenfassung.

Der Chip der neue Kaby-Lake-Generation bietet zwei Kerne, bearbeitet dank Hyper-Threading bis zu vier Threads gleichzeitig und erreicht Taktraten von bis zu 3,5 GHz. Die TDP gibt Intel mit 15 W an, die Strukturbreite mit 14 nm. Gegenüber dem direkten Vorgänger der Skylake-Generation, dem i7-6500U, fallen nomineller und maximaler CPU-Takt höher aus, in nahezu allen anderen wichtigen Punkten gleichen sich die beiden Prozessoren aber.

Nicht viel mehr als einen neuen Namen hat man der integrierten Grafikeinheit verpasst. Die hört nun auf die Bezeichnung Intel HD Graphics 620, entspricht mit Blick auf die Eckdaten aber dem Vorgänger HD Graphics 520. Der Basistakt liegt wieder bei 300 MHz, mit Turbo werden bis zu 1,05 GHz erreicht. Nennenswert sind noch Veränderungen bei der Wiedergabe von Videos, dank derer der i7-7500U, bzw. die GPU um ein Vielfaches effizienter arbeiten soll.

In den üblichen Benchmarks fällt zunächst einmal auf, dass die CPU-Leistung vergleichsweise hoch ausfällt. In Cinebench 11 und 15 reicht es mit 3,83 und 336 Punkten in der Multi-Thread-Wertung für den jeweils ersten Platz, im Single-Thread-Durchlauf immerhin noch für eine jeweils gute Platzierung im oberen Bereich. Aber auch im 7-Zip-Test überholt das ZenBook 3 mit fast 11.000 Punkten alle bislang getesteten kompakten Notebooks, gegenüber dem Medion Akoya S3409 - ebenfalls mit einem mit i7-7500U ausgestattet - ein Plus von gut 8 %.

RAM und SSD sind kleinere Schwachpunkte

Etwas zurück fällt der schlanke ASUS-Rechner jedoch, wenn RAM und oder Massenspeicher eine größere Rolle spielen. So beispielsweise im PCMark 7 und 8: Mit knapp 5.400 und 2.800 Punkten schneidet das ZenBook 3 auch hier gut bis sehr gut ab, offenbart jedoch zwei Konfigurationsschwächen. Denn beim Arbeitsspeicher, der 8 GB groß ausfällt, vertraut ASUS lediglich auf den Speichertyp LPDDR3, obwohl der Prozessor auch die schnelleren DDR4-Chips unterstützt. Und die 512 GB große SSD bringt es beim Lesen und Schreiben zwar auf bis zu etwa 528 und 433 MB/s, für ein PCIe-Laufwerk sind das jedoch vergleichsweise geringe Übertragungsraten. Zumal ASUS damit wirbt, dass die Laufwerke im ZenBook 3 bis zu 1.270 MB/s schaffen sollen, bezieht sich dabei aber ausgerechnet auf die in Deutschland nicht erhältliche SSD mit 1 TB Kapazität.

Noch weiter nach unten geht es, wenn CPU und GPU gleichzeitig gefordert werden. Im 3DMark sprechen 44.500 und 700 Punkte (Ice Storm/Fire Strike) eine deutliche Sprache, spieletauglich ist das ZenBook 3 nicht. Ein wirkliches Manko ist das nicht, schließlich richtet sich das Notebook an diejenigen, die unabhängig von einer Steckdose mit Office und Co. arbeiten wollen. Hierfür bietet man mehr als ausreichend Leistung, auch wenn das volle Potential nicht abgerufen wird.

Dennoch lohnt ein näherer Blick auf das schwache Abschneiden im 3DMark. Dabei zeigt sich, dass das ZenBook 3 Mühe hat, unter hoher oder gar voller Last selbst die Basistaktraten zu halten. Unter Prime95 schwankt der CPU-Part zwischen 2,3 und 2,6 GHz, dabei soll der i7-7500U mit mindestens 2,7 GHz arbeiten. Zurückzuführen sein dürfte das auf ein sehr rigides Temperatur-Management seitens ASUS. Denn weder die TDP noch das Netzteil limitieren hier, mehr als 55 °C erreichte der Prozessor in allen Tests aber nicht. Auch nicht im Volllast-Test mit Prime95 und Furmark. In diesem Szenario wurde der CPU-Part auf bis 400 MHz eingebremst, die GPU hingegen auf 300 MHz. In etwas weniger fordernden Situationen wie beispielsweise im 3DMark liegen die Taktraten höher, aber immer noch klar unterhalb dessen, was wünschenswert wäre.

Lauter als man denkt

Besonders stolz ist ASUS auf das Kühlsystem des ZenBook 3 - speziell auf den verbauten Lüfter. Dieser ist nur 3 mm hoch und verfügt über Rotorblätter, die lediglich 0,3 mm dick sind. Möglich wird das durch den Einsatz von Flüssigkristallpolymer, weiter ins Detail geht man aber nicht. Untergebracht ist er mittig im hinteren Bereich des Notebooks, abtransportieren soll er die Wärme, die Prozessor, Teile des Mainboards sowie der Akku produzieren. Frischluft erhält der Lüfter über die Tastatur, die Abwärme wird durch Öffnungen im Rahmen in Richtung des Displays abgegeben.

Im Leerlauf und bei geringer Last kommt das ZenBook 3 lange Zeit ohne rotierenden Lüfter aus, ab und an wird er jedoch für einige Sekunden aktiviert. Dabei werden Schallpegel von etwa 35 dB(A) erreicht. Bei höherer Last arbeitet der Lüfter dann permanent, bei vollen Touren konnten 37,8 dB(A) gemessen werden. Damit gehört das Notebook objektiv nicht zu den lautesten Vertretern, aufgrund der hohen Geräuschfrequenz stört der Lüfter aber mehr, als die Messzahlen es glauben lassen. Konzentriertes Arbeiten ist zwar auch dann noch möglich, der Einsatz eines anderen Lüfters wäre aber wünschenswert.

Dass das Kühlsystem keine Mühe mit dem ZenBook 3 hat, dürfte weniger an dessen Effizienz, sondern eher am Temperatur-Management liegen - Stichwort Prozessor-Drosselung. Im Leerlauf erreicht das Gehäuse im Schnitt etwa 28 °C an der Ober- und Unterseite, die punktuelle Spitze liegt bei 35 °C. Nach langen Volllastphasen konnten bis zu 41 °C auf beiden Seiten gemessen werden, der Schnitt lag bei etwa 34 und 37 °C. Damit ist das ZenBook 3 klar von kritischen Werten entfernt.