Seite 2: Leistung, Laufzeit, Fazit

Leistung und Drosselung wie erwartet

Dass man bei einem nicht einmal 14 mm dicken Notebook Kompromisse eingehen muss, dürfte nicht nur Kennern klar sein. Mit hohem Aufwand schafft Acer es im Switch Alpha 12, ein dünnes Gehäuse mit einem Core-i-Prozessor und einer passiven Kühlung zu verbinden, letztlich auch auf Kosten der Akkugröße. ASUS verlässt sich hingegen auf Bewährtes und erkauft sich das flache Gehäuse mit dem Einsatz eines Core m.

Der im UX360CA-C4019T verbaute Core m3-6Y30 ist der derzeit schwächste Ableger der aktuellen m-Reihe. Wie die Schwester-Chips ist er mit zwei Kernen, Hyper-Threading und einem 4 MB großen L3-Cache versehen, die Taktraten liegen zwischen 0,9 und 2,2 GHz. Die TDP liegt wie gewohnt bei 4,5 W, gefertigt wird in 14 nm. Fester Bestandteil ist eine HD Graphics 515, die mit 350 bis 850 MHz rechnet, von ASUS zur Seite gestellt werden 8 GB RAM sowie eine 256 GB fassende SSD mit SATA-III-Schnittstelle. Die maximalen Übertragungsraten von etwa 480 und 355 MB/s (Lesen/Schreiben) zeigen, dass man eher zu einer günstigen Lösung gegriffen hat.

Unabhängig vom gewählten Modus reicht die Leistung für die alltäglichen Aufgaben
Unabhängig vom gewählten Modus reicht die Leistung für die alltäglichen Aufgaben.

Auch deshalb muss man hier und da Einbußen bezüglich der Systemleistung in Kauf nehmen. Dem CPU-Part des Core m3-6Y30 attestiert Cinebench 2,29 und 161 Punkte (11/15), was im Vergleich mit anderen Prozessoren der Core-m-Reihe erwartbar ist. Angesichts der SSD gehen auch rund 4.100 Punkte in PCMark 7 in Ordnung, mit 2.000 bis 2.200 Punkte in PCMark 8 fällt das ZenBook Flip schon etwas zurück. Für Word, Excel, das Surfen im Internet, die Bearbeitung von Bildern oder die Wiedergabe von Videos reicht die Leistung allemal aus, auch technisch eher anspruchslose Spiele können zum Zeitvertreib genutzt werden. Hier muss man aber auf höhere Detailgrade und oder die native Auflösung verzichten, was die 3DMark-Resultate deutlich machen. Rund 24.400 Punkte im Setting Ice Storm und 2.200 im Cloud-Gate-Durchlauf sind an dieser Stelle eindeutig.

Schuld daran ist die zu erwartende Drosselung des Prozessors. Wer das System fordert, forciert das Reduzieren des CPU-Taktes auf etwa 400 MHz, die GPU bleibt mit 300 MHz gerade noch im von Intel genannten grünen Bereich. Grund hierfür ist einerseits die Begrenzung durch die TDP, andererseits versucht das ZenBook Flip die Temperatur des Chips vergleichsweise niedrig zu halten.

Kühles Gehäuse

Mit 68 °C in der Spitze gelingt das im Vergleich zu anderen Core-m-Systemen nur bedingt. Mit dem Gehäuse hat die passive Kühlung hingegen weitaus weniger Probleme.

Die Abwärme des Core m3-6Y30 wird gut über den Boden abgeleitet
Die Abwärme des Core m3-6Y30 wird gut über den Boden abgeleitet.

Im Leerlauf erreichte das ZenBook Flip an Ober- und Unterseite nicht mehr als gut 28 °C, im Schnitt waren es im Test jeweils 26 °C. Wie gut ASUS die Wärmeabfuhr dann aber doch gelöst hat, zeigen die Volllastwerte. Mit rund 38 und 40 °C an Ober- und Unterseite unterbieten man die Konkurrenz teils deutlich. So beträgt der Abstand zum Dell Latitude 7370 beispielsweise 7 und 10 °C, das Samsung Galaxy TabPro S erreichte auf der Rückseite immerhin 5 °C mehr.

Der Akku ist die heimliche Stärke

Leichtes Spiel hat der 54 Wh fassende Akku mit dem ZenBook Flip. Im Leerlauf kommt das System bei einer Display-Helligkeit von 120 cd/m² mit knapp 6 W aus, unter voller Last mit rund 13 W. Damit gehört das Notebook zu den sparsamsten seiner Art.

Schlankes Gehäuse und dennoch großer Akku: Das ZenBook Flip bietet überzeugende Laufzeiten
Schlankes Gehäuse und dennoch großer Akku: Das ZenBook Flip bietet überzeugende Laufzeiten.

Das Ergebnis sind Laufzeiten je nach Benchmarks zwischen etwa 5 und 13 h. Ersterer Wert wirkt zunächst überraschend, muss aber mit der Leistungsfähigkeit des Prozessors im Hinterkopf betrachtet werden. Dennoch: Wo andere Hersteller ihre Core-m-Systeme mit kleinen Energiespeichern ausstatten, hat ASUS sich löblicherweise anders entschieden.

Das gilt auch für das Ladegerät, das bis zu 45 W liefern kann, was in Ladezeiten von rund 1,5 h resultiert.

Fazit

Notebooks mit 360°-Scharnier sind nichts Besonderes mehr und im Portfolio aller wichtiger Hersteller zu finden. Wer auffallen will, muss dementsprechend mehr als üblich bieten. ASUS gelingt dies beim ZenBook Flip UX360CA nur im Ansatz, was aber nicht negativ ist. Denn den Stärken Akkulaufzeit, Ausstattung und Gehäuse-Qualität stehen keine echten Schwächen gegenüber. Hier und da wäre mehr wünschenswert, zum Beispiel eine Hintergrundbeleuchtung für die Tastatur oder ein etwas helleres Display - schlechter als der Durchschnitt schneidet das Notebook aber in keinem Bereich ab.

ZenBok Flip: Verarbeitung, Laufzeiten und Eingabegeräte gefallen, Display und Stabilität könnten besser sein
ZenBok Flip: Verarbeitung, Laufzeiten und Eingabegeräte gefallen, Display und Stabilität könnten besser sein.

Für eine uneingeschränkte Empfehlung reicht es damit nicht, ein insgesamt runderes Paket bestehend aus Leistung, Laufzeit und Preis gibt es in diesem Bereich derzeit aber nicht. Sollen es zwischen 12 und 14 Zoll, mindestens Full HD, 8 GB RAM und eine 256 GB fassende SSD sein, wird die getestete Konfiguration des ZenBook Flip nur vom Toshiba Satellite Radius 12 für etwa 800 Euro unterboten. Das bietet zwar eine höhere Performance, leidet aber unter einer schlechteren Ausstattung. Gleichauf mit ASUS liegt das Lenovo Yoga 3 Pro 13, dem das hochauflösende Display aber zum Verhängnis wird - Stichwort Laufzeit.

Wer angesichts des Preises einen Blick auf das Lager der Tablets mit Tastatur-Dock wirft, wird kein günstigeres Gerät entdecken. Für etwa 990 Euro wartet das Acer Switch Alpha 12 beim Händler, das Surface Pro 4 schlägt aufgrund der von Microsoft geschnürten Konfigurationen bereits mit rund 1.100 zu Buche; eine Core-m-Version mit großem Speicherausbau bietet man nicht an. Und das kurz vor dem Verkaufsstart stehende Huawei MateBook ist mit fast 1.200 Euro deutlich teurer.

Das Verhältnis aus Preis und Leistung stimmt beim ASUS ZenBook Flip UX360CA-C4019T
Das Verhältnis aus Preis und Leistung stimmt beim ASUS ZenBook Flip UX360CA-C4019T.

Deshalb gilt: Wer jederzeit zwischen Notebook und Tablet wählen können will und dabei vor allem Wert auf gute Laufzeiten und aktuelle Schnittstellen legt, sollte das ASUS ZenBook Flip UX360CA als guten Kompromiss in Betracht ziehen.

Positive Aspekte des ASUS ZenBook Flip (UX360CA-C4019T):

  • Tastatur und Touchpad gefallen
  • hohe Verarbeitungqualität
  • passive Kühlung
  • gute Akkulaufzeiten

Negative Aspekte des ASUS ZenBook Flip (UX360CA-C4019T):

  • Display mit Blaustich
  • Scharniere mit Schwächen
  • Prozessor wird gedrosselt