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Huawei MateBook im Hands-on

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HuaweiReicht Erfahrung mit Smartphones um einen Surface-Konkurrenten zu entwickeln? Huawei meint ja und hat mit dem MateBook sein erstes 2-in-1 auf Basis von Windows vorgestellt. Der erste Eindruck ist vielversprechend, eine Erfolgsgarantie ist das aber nicht. Denn während man mit pfiffigen Ideen Pluspunkte sammelt, sorgt ein überraschend hoher Preis für etwas Ernüchterung.

Nach aktuellem Stand wird es im Laufe des zweiten Quartals bei 799 Euro losgehen, geboten werden dafür 4 GB RAM, 128 GB interner Speicher sowie ein Core m3. MatePen, Tastatur oder Dock sind dabei nicht enthalten, dafür verlangt Huawei knapp 69, 149 und 99 Euro zusätzlich. Macht unter dem Strich rund 1.100 Euro für eine Konfiguration, die beim Produktiveinsatz schnell an ihre Grenzen stoßen dürfte. Die besser ausgestattete Business-Version – 8 GB RAM, 256 GB, Core m5 – wird hingegen 1.149 Euro kosten, plus Zubehör landet man also bei 1.466 Euro. Zum Vergleich: Microsofts Surface Pro 4 mit gleicher Speicherbestückung, schnellerem Core i5 und Stift kostet 1.349 Euro. Für Tastatur und Dock muss zwar ebenfalls zusätzlich Geld ausgegeben werden, das Mehr an Leistung dürfte das am Ende aber ausgleichen.

Verblüffend einfach: Huawei nutzt beim Fingerabdrucksensor seine Smartphone-Erfahrung
Verblüffend einfach: Huawei nutzt beim Fingerabdrucksensor seine Smartphone-Erfahrung

Das MateBook aber nur auf den Preis zu reduzieren wird ihm nicht gerecht. Denn was Huawei in puncto Verarbeitung und Wertigkeit bietet, stellt sowohl Microsoft als auch Apple – das iPad Pro dürfte ebenfalls zur Konkurrenz gehören – klar in den Schatten. Nicht nur, dass Huawei die Tablet-Einheit auf eine Dicke von gerade einmal 6,9 mm eindampfen konnte und letztlich nur noch die beiden einzigen Anschlüsse – Audio und USB Typ-C – die limitierenden Faktoren sind, 640 g sind für ein 12 Zoll großes Gerät wenig. Vor allem vor dem Hintergrund der Technik, die so manche Hürde in den Weg gestellt haben dürfte. In der Spitze müssen ein Core m7 sowie ein 512 GB großer Flash-Speicher gekühlt werden, der nur 10 mm schmale Rand rund um das Display dürfte ebenfalls nicht für Erleichterung bei der Entwicklung gesorgt haben.

Die Tastatur des MateBook gehört zu den Schwachpunkten
Die Tastatur des MateBook gehört zu den Schwachpunkten

Gleiches gilt für den im rechten Rand untergebrachten Fingerabdrucksensor. Hier hat sich die Erfahrung mit Smartphones ausgezahlt, schließlich bietet Huawei schon seit fast zwei die beste Lösung. Dass Microsoft sein Betriebssystem daran noch anpassen muss, ist ein anderes Thema. Es zeigt aber, wie träge die Redmonder mitunter agieren. Aber auch den etablierten PC-Herstellern dürfte man einen Schreck versetzt haben. Die vorgestellte Docking-Lösung ist ebenso einfach wie überzeugend, das Ladegerät überraschend klein und leicht.

Eine Wunderwaffe ist das MateBook aber nicht. Das liegt aber nicht nur am Preis, sondern auch an dem ein oder anderen Detail. Keinen flexiblen Öffnungswinkel anzubieten hat schon Microsoft und Apple viel Kritik eingebracht, die Beschränkung auf nur einen Port zwingt zum Kauf des Docks und die Tastatur ist lediglich auf dem Papier besser als die des Surface Pro 4. Ein zu weicher Druckpunkt sorgt für ein leicht schwammiges Tippgefühl.

Eindeutig fällt das erste Fazit nicht nur deshalb nicht aus. Das MateBook wirkt zunächst verlockend, für den beschworenen Produktiveinsatz bedarf es aber mehr als nur einer schicken Hülle und interessanter Detaillösungen. Wichtiger sind Ausdauer, Leistung und Belastbarkeit. Das lässt sich jedoch nur in einem umfangreichen Test ermitteln.