Seite 6: Fazit

Das neue MacBook Pro ist eine Produktpflege seitens Apple, die allerdings auch einige Highlights zu bieten hat. Die Leistung ist in etwa auf Niveau des alten Modells, aus diesem Grund lohnt ein Wechsel von einer der Vorgänger-Generationen also nicht. Ohnehin sind die Argumente dazu rar gesät, ein Wechsel sollte wohl überlegt sein. Highlight des MacBook Pro mit Retina Display ist und bleibt das Display, bzw. die Zusammenarbeit von Hard- und Software in dieser Hinsicht. OS X Yosemite ist inzwischen gänzlich auf den Einsatz und die Darstellung auf einem Retina-Gerät ausgelegt. Mittlerweile zeichnet sich auch auf Seiten von Windows eine breitere Unterstützung an, was sich auch im Angebot der Hardware widerspiegelt.

Ein erstes echtes Highlight des MacBook Pro mit Retina Display von Anfang 2015 ist sicherlich das Force-Touch-Trackpad. Wenn der Nutzer es nicht weiß, ist kein Unterschied zwischen dem "alten" mechanischen Klick und dem neuen simulierten Feedback-Klick festzustellen. Insofern geht dem Nutzer hier durch die Verwendung des neuen Force-Touch-Trackpads nichts verloren. Weiterhin verwendet werden kann der sanfte Touch-Klick neben dem nun simulierten "mechanischen" Klick. Durch die Force-Touch-Technologie kommen auch noch weitere Gesten hinzu, die aktuell noch mehr oder weniger sinnvoll sind. Man sollte sich zunächst einmal durch das dazugehörige Support-Dokument arbeiten, um alle aktuell implementierten und unterstützten Force-Touch-Gesten kennenzulernen und einmal auszuprobieren. Das Potenzial ist aber weitaus größer, wenn Apple den Zugriff auf die API auch für Drittentwickler freigibt. Eine Art Force Feedback ist an den verschiedensten Stellen sehr gut denkbar.

Zweite größere Änderung im neuen MacBook ist die aufgewertete PCI-Express-SSD. Diese erreicht nun noch einmal deutlich höhere Datenraten und die Vorteile der Anbindung per PCI-Express gegenüber Serial-ATA werden immer deutlicher. Je nach Datensatz sind Werte von weit über 1 GB pro Sekunde kein Problem mehr und die alltägliche Arbeit profitiert davon - nicht nur durch schnelle Datentransfers, sondern auch und vor allem durch schnelle Startzeiten etc.

Die Standard-Konfigurationen des 13" MacBook Pro mit Retina Display sehen keinen Core i7 mehr vor. Alle, die also bei diesen vordefinierten Systemen bleiben und keine 250 Euro in ein CPU-Update investieren, müssen mit einer ausreichenden, aber nicht überragenden Leistung zurecht kommen. Eine rudimentäre Foto- und Videobearbeitung ist sicherlich möglich, von den alltäglichen Office-Arbeiten gar nicht erst zu sprechen. Wer sich für das größere 15-Zoll-Modell entscheidet, bekommt einen mit 16 GB verdoppelten Arbeitsspeicher und immer einen Core i7 - hier muss man allerdings auch auf das Force-Touch-Trackpad sowie das Update auf die "Broadwell"-Generation verzichten.

MacBook Pro mit Retina-Display und Force-Touch-Trackpad
MacBook Pro mit Retina-Display und Force-Touch-Trackpad

Mit dem Wechsel der Prozessor-Generation geht auch eine Verbesserung der Akkuleistung einher. Diese gibt Apple mit einem Plus von einer Stunde an. In der Praxis können die Werte davon aber deutlich abweichen - sowohl im positiven wie auch negativen Sinn. Angaben wie eine "Akkulaufzeit für den ganzen Tag" sind auch recht schwammig, da jeder Nutzer seine Hardware anders verwendet. Die von uns gemessenen Werte geben aber bereits einen groben Einblick, dass stundenlanges Office-Arbeiten problemlos möglich ist.

Im Zuge der Aktualisierung hat Apple eine Anpassung der Preise vorgenommen. Diese wird mit dem veränderten Wechselkurs begründet. Der Preisaufschlag liegt bei bis zu 250 Euro. Der Einstieg beginnt nun bei 1.449 Euro. Dann aber muss man sich mit einer 128 GB fassenden SSD zufrieden geben. Für die doppelte Kapazität bei ansonsten unverändertem System werden 1.649 Euro fällig. Wer 512 GB für nötig hält, muss 1.999 Euro auf den Tisch legen. Hinzu kommen optionale Upgrades von 250 Euro für einen Intel Core i7 mit 3,1 GHz und eine Verdopplung des Arbeitsspeichers von 8 auf 16 GB für zusätzliche 200 Euro. Ebenfalls optional erhältlich ist eine SSD mit 1 TB für weitere 500 Euro. Man kann also viel Geld in sein 13" MacBook Pro mit Retina Display stecken. Ob die einzelnen Posten notwendig sind, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Noch einmal wollen wir darauf hinweisen, dass das 15" MacBook Pro mit Retina Display zwar auch die schnellere SSD erhalten hat, nicht aber das Force-Touch-Trackpad und auch nicht die "Broadwell"-Generation bei den Prozessoren.

Auch für das neue 13" MacBook Pro mit Retina Display gelten die für Apple üblichen Stärken. Dazu gehört weiterhin das Gehäuse mit seiner hohen Fertigungsqualität und Materialwahl. Die Tastatur, das gute IPS-Panel, ein WLAN nach 802.11 ac sowie die schnelle PCI-Express-SSD sind offensichtliche Pluspunkte. Das Trackpad ist der Konkurrenz mal wieder zwei Schritte voraus. Allerdings hat Apple längst nicht mehr in allen Bereichen einen Vorsprung vor den Mitbewerbern. In Sachen Auflösung haben viele bereits aufgeschlossen bzw. bieten noch einmal deutlich mehr Bildpunkte und in Aspekten wie der integrierten Grafik (andere Hersteller verwenden hier eine sparsamere GeForce GTX 840M oder ähnliche) ist die Konkurrenz inzwischen Apple bereits voraus. Innovationen sind also eher unter der Haube zu suchen, dort aber maßgeblich für den Gesamteindruck.

Trotz der Preiserhöhung ist und bleibt das 13" MacBook Pro mit Retina Display ein hervorragendes Notebook mit guter Akkulaufzeit, einer pfeilschnellen SSD und einem innovativen Trackpad. Wem das MacBook Air zu wenig leistet und wer ohne Retina-Display nicht auskommen kann, für den ist das 13" MacBook Pro sicher die richtige Wahl.

Gespannt sind wir nun, welcher Innovationssprung vom neuen MacBook zu erwarten ist. Die Limitierung auf den einen USB-C-Anschluss ist sicher eine harte Einschränkung und verlangt nach Kompromissen. Im Bereich der Tastatur und wieder einmal dem Gehäuse bzw. der Integration von Hardware und Akku ist Apple wegweisend. Doch dazu kommen wir im Artikel zum neuen MacBook.