Seite 3: Technik & Ausstattung

Auch wenn die E9-Serie äußerlich der vorherigen Modellreihe sehr ähnlich sieht, so hat sich im Inneren doch eine Menge verändert. be quiet! setzt nun eine andere Topologie ein, um u.a. die höhere Effizienz erreichen zu können. Die verwendete "Actice Clamp + Synchronous Rectifier (SR)"-Topologie ist eine Alternative zu der LLC-Resonanzwandler-Technik, welche insbesondere im High-End-Bereich zur Erreichung von besonders hohen Wirkungsgraden verwendet wird. Active Clamp (+SR) eignet sich für einen Einsatz im niedrigen bis mittleren Leistungsbereich, bietet ebenfalls eine sehr hohe Effizienz und ist vor allem auch deutlich günstiger zu realisieren. Eine LLC-Topologie (+DC/DC) hingegen ermöglicht auch höhere Leistungen, ist aber aufwendiger und damit auch teurer. Der herkömmlichen "Double-Switch-Forward-Topologie", wie sie z.B. bei den Straight Power E8 zum Einsatz kam, sind beide Topologien überlegen.

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be quiet! verspricht sich durch den Einsatz der Active-Clamp(+SR)-Topologie und den darin verwendeten intelligenten Steuer-ICs auch stabilere und saubere Ausgangsspannungen. Statt passiver Dioden kommen sowohl im Primär- als auch im Sekundärteil MOSFETs zum Einsatz, die jeweils durch einen IC gesteuert werden, welche auch untereinander kommunizieren können, was - intelligente Programmierung vorausgesetzt - viele Optimierungsvorteile bringen kann. Alles in allem hört sich das sehr interessant an und daher waren wir auch auf die Testergebnisse gespannt.

 

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Das E9-CM-580W verfügt streng genommen nicht über DC-DC-Technik, aber die "synchronisierten Gleichrichter" mit MOSFETs und ICs sollen ein vergleichbares Ergebnis liefern können. Mit bis zu 564 Watt stehen somit 97 Prozent der verfügbaren Netzteilleistung allein auf 12 Volt zur Verfügung, womit das E9-CM-580W sehr gut mithalten kann. Die Nebenspannungen lassen sich kombiniert mit bis zu 140 Watt belasten. Bei (fast) allen E9-Modellen setzt be quiet! vier 12V-Schienen ein. Die beiden PCIe-Ports am Netzteil werden von je einer 12V-Rail versorgt, ebenso wie der gelbe Steckplatz für die CPU-Versorgung. Die vierte 12-Schiene versorgt dann den Rest. An Schutzschaltungen hat be quiet! natürlich auch gedacht. Besonders hervorgehoben wird der Überhitzungsschutz auf einer separaten Platine, aber auch normale Schutzschaltungen wie z.B. ein Überstromschutz soll intelligent umgesetzt worden sein.

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Bei der Ausstattung bietet das be quiet!-Netzteil ebenfalls das volle Programm. Das modulare Kabelmanagement ist gut umgesetzt und die Anzahl der Anschlussmöglichkeiten kann sich sehen lassen. Die Buchsen sind beschriftet und auch bei Vollbestückung noch gut zu benutzen. Die Verarbeitung des Kabelmanagementsystems des be quiet! Straight Power E9 580W ist insgesamt als sehr gut zu bezeichnen.

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Sehr erfreut hat uns die Tatsache, dass nun vier vollwertige PCI-Express-Anschlüsse mit an Bord sind. Das E8-CM-580W konnte nur drei Anschlüsse anbieten, was unserer Ansicht nach für ein qualitativ hochwertiges 600W-Netzteil zu wenig war. Mit nun vier Anschlüssen lassen sich auch einfache bis mittlere CrossFire- oder SLI-Systeme einfach versorgen. Weiterhin lassen sich mit bis zu acht SATA- und vier Molex-Steckern auch genügend Laufwerke und Peripheriegeräte versorgen.

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Die Kabellängen beim E9-CM-580W gehen ebenfalls in Ordnung. Jeweils 55 cm lang sind das ATX-Kabel, die 8(4+4)-Pin-CPU-Versorgung und die PCI-Express-Kabel. Der letzte SATA- bzw. Molex-Abgriff ist bei 100 cm zu finden. be quiet! sollte hier einen guten Kompromiss gefunden haben.

Insgesamt bietet das be quiet Straight Power E9 580W eine umfangreiche Ausstattung und auch an der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen.

Kommen wir auf der nächsten Seite zu der Performance des be quiet! auf dem Prüfstand.