Seite 2: Plantronics Gamecom 780 im Detail

Unser Testmuster ist kein richtiges 7.1 Headset mit mehreren Treibern pro Ohrmuschel, es verfügt über zwei 40 mm große Treiber, die per Dolby Headphone Raumklang simulieren. Dies ist einem Headset mit vielen, kleineren und vor allem qualitativ schlechteren Treibern deutlich überlegen. Eine verbesserte Ortung erzeugen eine Vielzahl von Treibern in Headsets nämlich nicht, da die Ohrmuscheln zu klein sind, als dass das Surround-Konzept aufgehen könnte.

 

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Die Ähnlichkeit zu Piloten-Headsets kann das Gamecom 780 definitiv nicht leugnen, was insbesondere an der eher quadratischen Form der Ohrmuscheln liegt. Optisch wird es dadurch dem durchschnittlichen PC-Spieler wahrscheinlich eher nicht zusagen. Auch uns gefällt das Äußere nicht gerade, was in erster Linie neben der eigenartigen Form an der merkwürdig anmutenden Größenverstellungsmöglichkeit des Bügels liegt. Die rohe Eisenhalterung sagt uns nicht zu, ebenso ist die Farbkombination von Schwarz und einem blassen Rot recht gewöhnungsbedürftig. Erfreulich ist das mit einer roten Gummischicht ummantelte Kabel, welches robust erscheint.

Die offene Bauart unseres Probanden sorgt dafür, dass man Umgebungsgeräusche  wahrnehmen kann. Dementsprechend laut dringen natürlich auch die Klänge, die das Headset erzeugt in den Raum. Wer also nicht alleine in einem Raum spielt, sollte sich eventuell bei anderen Produkten umsehen. Der Vorteil dieser Bauvariante liegt vielmehr darin, dass man beim Sprechen in das Mikrofon nicht unwillkürlich seine Stimme erhebt, da diese nicht gedämpft wird.

 

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Für den nötigen Komfort während langer Spielesessions hat Plantronics die Ohrmuscheln wie auch den Kopfbügel mit weichen Velourspolstern verkleidet. In Kombination mit der guten Verstellbarkeit der Bügelgröße sitzt das Gamecom 780  recht bequem und dennoch fest am Kopf. Der Anpressdruck ist gut dosiert: Das Headset drückt weder auf den Ohren, noch ist es zu locker auf dem Kopf.

Anstelle einer üblichen Kabelfernbedienung implementiert Plantronics diese Funktionen am Gehäuse der rechten Ohrmuschel. Spieler können also mit der rechten Hand an der Maus bleiben und mit der freien linken Hand die Lautstärke regulieren, das Mikrofon muten oder aber die Raumklang-Simulation ein- beziehungsweise ausschalten. In der Theorie eine nette Idee, in der Praxis erweist sich dies aber als weniger komfortabel: Es erforderte einige Eingewöhnungszeit, bis wir auch in stressigen Spielsituationen instinktiv wussten, wo welche Funktion zu erreichen ist. Des Weiteren ist das Rad, um die Lautstärke anzupassen, kein richtiges Rad, sondern eine Art Kippschalter, welcher nur einige wenige Pegelvariationen ermöglicht. So kommt es, dass uns meist nur die Möglichkeit blieb, die Wiedergabe komplett auszustellen oder Stufe 1 auszuwählen. Alle Regelpunkte darüber waren für unseren Geschmack schon zu laut. An dieser Stelle bleibt also definitiv Verbesserungspotenzial.

Das Mikro des Plantronics Gamecom 780 lässt sich gut justieren, allerdings nicht bis direkt vor den Mund, was aber auch nicht nötig ist. Die Aufnahmequalität ist nämlich trotzdem durchaus zufriedenstellend. Die Verständlichkeit ist stets gewährleistet und bietet kaum Anlass zur Kritik.