Seite 4: Bildqualität: Subjektive Einschätzung und Messergebnisse

In die Bewertung der Bildqualität des ASUS MX299Q möchten wir sowohl unsere subjektive Einschätzung als auch einige Messwerte einfließen lassen.

Subjektive Einschätzung

Auf den ersten Blick sticht vor allem das ungewöhnliche CinemaScope-Bildformat des MX299Q ins Auge. Hat man vorher mit einem 16:9- oder 16:10-Monitor gearbeitet, wird es einige Zeit brauchen, bis man sich an die im Verhältnis zur Breite relativ geringe Höhe gewohnt hat. Dennoch sind die Vorteile eines solchen Bildformates nicht von der Hand zu weisen. So lassen sich mehrere Programme sehr einfach parallel bedienen, indem man diese einfach nebeneinander auf dem Desktop platziert.

Das Bild des MX299Q erscheint direkt nach dem ersten Einschalten etwas gelblich. Um den leichten Gelbstich zu entfernen, reicht es jedoch aus, in den bereits von ASUS konfigurierten sRGB-Modus zu wechseln. Insbesondere Nutzer, die professionellere Arbeiten mit dem Monitor durchführen wollen, sollten Gebrauch vom sRGB-Modus machen. Auffällig an der Bilddarstellung des MX299Q ist auch die maximale Helligkeit, die sich über das OSD einstellen lässt. Wie auch unsere Messungen im Anschluss bestätigten, erreicht der 21:9-Monitor ein sehr helles Bild, das sich ideal für das Arbeiten in hellen Umgebungen eignet.

Messergebnisse

Die nachfolgenden Messergebnisse wurden mit der X-Rite-Software „i1 Profiler" und dem Kolorimeter „i1 Display Pro" gewonnen. Alle Messungen wurden im sRGB-Bildmodus nach erfolgter Kalibrierung durchgeführt.

Helligkeit und Ausleuchtung:

ASUS schreibt in den Spezifikationen eine maximale Leuchtdichte von 300 cd/m² aus. Wir haben die maximale Helligkeit nachgemessen und kamen in der Bildschirmmitte auf eine überdurchschnittlich hohe Leuchtdichte von 336 cd/m², sodass unser Testsample den versprochenen Wert ohne Probleme erreichte. Auch die Gleichförmigkeit der Hintergrundbeleuchtung gab uns keinen Anlass zur Kritik. Maximale Differenzen von 25 cd/m² zum Referenzwert in der Mitte sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen und liegen somit noch im Toleranzbereich. Die 3D-Darstellung weiter unten verdeutlicht die Gleichförmigkeit der verbauten Hintergrundbeleuchtung grafisch.

Feldmessung: Helligkeit und Gleichförmigkeit bei 100 Prozent

3D-Ansicht: Gleichförmigkeit der Hintergrundbeleuchtung

Im Vergleich: Maximale Leuchtdichte

Weißpunkt und Kontrast:

Der Weißpunkt des MX299Q fand sich nach erfolgter Kalibrierung bei einer Farbtemperatur von 6513 Kelvin ein, sodass der für den D65-Farbraum definierte Sollwert von 6500 Kelvin nur geringfügig verfehlt wird. Bei unserer Feldmessung zur Gleichförmigkeit des Weißpunktes machten sich maximale Schwankungen von 246 Kelvin bemerkbar. Diese Maximalabweichungen zeichnen sich vor allem im rechten Drittel der Bildschirmfläche ab. In den übrigen zwei Dritteln hält sich der Weißpunkt in allen sechs Feldern hingegen recht stabil, sofern man von den 131 Kelvin in der unteren Mitte absieht. Die untenstehende 3D-Darstellung verdeutlich unsere gewonnen Messergebnisse grafisch.

Eine Überraschung hielt der MX299Q beim Kontrast bereit. So ergab unsere Messung gerade einmal ein Kontrastverhältnis von 273:1, was im Vergleich zu anderen Geräten sehr gering ausfällt.

Chromatizitätsdiagramm

Feldmessung: Weißpunkt

3D-Ansicht: Weißpunkt - Angaben in Kelvin

Im Vergleich: Weißpunkt - Angaben in Kelvin

Im Vergleich: Kontrast - Angaben in x:1

Farbreproduktion:

Eine Stärke des MX299Q ist die gute Farbreproduktion. Maximale Farbabweichungen von 1,284 dE erreichen oft nicht einmal Monitore, die explizit für den semiprofessionellen Einsatz gedacht sind. Der CinemaScope-Bildschirm, der vorrangig für Multimedia-Anwendungen gedacht ist, kann demnach auch mit einer hervorragenden Farbdarstellung glänzen. Während professionelle Bildbearbeiter natürlich weiterhin Monitore bevorzugen werden, die speziell für ihr Einsatzgebiet entwickelt worden sind und über entsprechende Feineinstellungen verfügen, stellt der MX299Q demnach aber vor allem für Heimanwender, die hin und wieder Bildmaterial bearbeiten möchten, eine sinnvolle Alternative dar.

Farbreproduktion - Angaben in dE (weniger ist besser)

Inputlag:

Der Inputlag ist vor allem für Spieler interessant. So gibt dieser die Zeitspanne zwischen der Signalausgabe am Computer und der Bilddarstellung am Monitor an. Nimmt die Bilddarstellung zu viel Zeit in Anspruch, so kann es in hektischen Gefechten im neuesten Action-Game zu störenden Verzögerungen kommen. Im Falle des ASUS MX299Q liegt der Inputlag bei rund sieben Millisekunden, womit sich der Bildschirm im Mittelfeld unter den bereits von uns getesteten Monitoren platziert.

Das von uns angewandte Messverfahren kann keine hundertprozentige Genauigkeit liefern. Demnach sollte der angegebene Wert nur als grober Richtwert verstanden werden.

Inputlag - Angaben in Millisekunden

Stromverbrauch:

Der ASUS MX299Q ist mit 29 Zoll ein echter Bolide. Mit einem Gesamtstromverbrauch von 26,3 Watt bei einer eingestellten Leuchtdichte von 150 cd/m² kann sich der 29-Zöller aber dennoch unter dem bereits von uns getesteten 27-Zoll-Modell Samsung S27B971D-LED platzieren. Deutlich besser lassen sich die einzelnen Bildschirme aber über den Stromverbrauch pro Quadratzoll vergleichen, wobei der MX299Q hier ein ähnliches Ergebnis liefert. Die von uns gemessenen 0,086 Watt pro Quadratzoll liegen etwas über dem Durchschnitt, was echte Stromsparer nur wenig erfreuen dürfte.

Gesamtstromverbrauch - Angaben in Watt

Stromverbrauch pro Quadratzoll - Angaben in Watt