Seite 4: Helligkeit, Farbreproduktion, Stromverbrauch, Inputlag

In die Bewertung der Bildqualität des ViewSonic VP2770-LED möchten wir sowohl unsere subjektive Einschätzung als auch einige mit „i1 Display Pro" gewonnene Messwerte einfließen lassen.

 

Bildqualität-Check

Eines der Highlights des ViewSonic VP2770-LED ist die hohe WQHD-Auflösung mit 2560 x 1440 Bildpunkten. Anders als zahlreiche andere 27-Zoll-Modelle, die oft nur mit einer Full-HD-Auflösung aufwarten, garantiert ViewSonic den Nutzern des VP2770-LED so ein gestochen scharfes Bild und ausreichend Platz zum Arbeiten. Einzelne Pixel sind aus einem normalen Sitzabstand von rund 70 Zentimetern nicht zu erkennen. Ebenfalls positiv bemerkbar machte sich der hohe Blickwinkel des „SuperClear"-IPS-Panels. Weder bei einem steilen Blickwinkel von der Seite noch beim Betrachten des Bildinhaltes von oben oder unten zeichneten sich Farbverschiebungen ab. Durch die matte Beschichtung des IPS-Panels treten störende Reflexionen, die vorrangig durch im Hintergrund befindliche Lichtquellen hervorgerufen werden, nicht auf.

Helligkeit und Ausleuchtung:

ViewSonic gibt in den Spezifikationen des VP2770-LED an, dass eine maximale Helligkeit von 300 cd/m² erreicht werde. In unserem Test haben wir die Helligkeit an insgesamt neun Feldern nachgemessen und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass der Monitor bei einer Helligkeitseinstellung von 100 Prozent diesen Wert mit 303 cd/m² in der Bildschirmmitte locker erreicht. Betrachtet man die Leuchtdichte über die gesamte Bildschirmfläche, so zeichnen sich zwar einige Schwankungen von bis zu 31 cd/m² ab, sichtbare Ungleichmäßigkeiten treten aber nicht auf. Reduziert man die Helligkeit im OSD auf 50 Prozent, so beträgt die maximale Leuchtdichte lediglich noch 199 cd/m². Stellt man die Helligkeit auf 0 Prozent, liegt die maximale Leuchtdichte bei rund 82 cd/m².

Ausleuchtung bei 100 Prozent Helligkeit

Ausleuchtung bei 50 Prozent Helligkeit

Ausleuchtung bei 0 Prozent Helligkeit


Weißpunkt:

Im Idealfall sollte der ViewSonic VP2770-LED bei der Messung des D65-Weißpunktes die Sollwerte von x=0,313 und y=0,329 im Chromatizitätsdiagramm erreichen. Unsere Messung zeigte, dass unser Testsample diese Werte mit y=0,315 und y=0,331 knapp verfehlt.

Weißpunkt im D65-Chromatizitätsdiagramm

Um die Farbtemperatur des Weißpunktes über die gesamte Bildschirmfläche zu ermitteln, haben wir an neun Feldern nachgemessen. Das Ergebnis zeigt dabei deutlich, dass Abweichungen vom Referenzwert in der Mitte (6864 Kelvin) vorhanden sind. So liegt die Farbtemperatur in der rechten oberen Ecke rund 331 Kelvin unter dem Bezugswert.

Weißpunkt


Farbreproduktion:

ViewSonic wirbt mit Farbabweichungen von unter 3,0 Delta E. Wie unsere Messergebnisse im sRGB-Modus des VP2770-LED zeigen, kann der Hersteller dieses Versprechen im Großen und Ganzen auch einhalten. So befinden sich 23 Farben des von uns verwendeten 24-teiligen Farbchart in einem Bereich von 0,319 dE bis maximal 2,561 dE. Bei Cyan (Color 23) schießt der Monitor aber etwas über das Ziel hinaus: ganze 8,286 dE liegen deutlich über der versprochenen maximalen Farbabweichung von unter 3,0 dE.

Farbreproduktion in dE - weniger ist besser


Stromverbrauch:

Die Messung des Stromverbrauches erfolgte bei einer Leuchtdichte von 150 cd/m². Dabei kam der ViewSonic VP2770-LED auf einen Verbrauch von 19,5 Watt. Pro Quadratzoll werden demnach 0,0626 Watt verbraucht.


Inputlag:

Das uns zur Verfügung stehende Messverfahren zur Bestimmung des Inputlags liefert keine absolute Genauigkeit. Demnach sollte das Ergebnis lediglich als Richtwert verstanden werden. Dieser reicht vielen potenziellen Käufern oft allerdings schon aus, um eine grobe Ahnung davon zu erhalten, ob der Monitor für die liebsten Spieletitel geeignet ist. So beschreibt der Inputlag den Zeitraum zwischen Zuspielung des Signals und der eigentlichen Bildausgabe am Monitor. Nimmt dieser Vorgang zu viel Zeit in Anspruch, könnten sich störende Zeitverzögerungen während dem Spielen bemerkbar machen.

Um den Inputlag möglichst genau bestimmen zu können, haben wir das Testsample mit einem CRT-Röhrenmonitor verglichen, der nahezu keinen Inputlag aufweist. Beide Bildschirme wurden an einen Rechner angeschlossen, der eine Stoppuhr auf den beiden Anzeigegeräten darstellt. Anschließend wurden die Monitor mehrfach mit einer kurzen Verschlusszeit fotografiert - die sich zwischen den Stoppuhren abzeichnende Zeitdifferenz beschreibt den Inputlag. Der ViewSonic VP2770-LED kam dabei auf rund fünf Millisekunden. Mit diesem Ergebnis befindet sich das High-End-Gerät im guten Mittelfeld. Wahrnehmbare Verzögerungen sind demnach nicht zu erwarten.