Seite 4: BIOS und Overclocking

Das Biostar Racing X370GT7 kam mit einer ziemlich betagten BIOS-Version zu uns in die Redaktion. Das Build-Date ist der 14. März 2017. Mit der Version 5.13 (X37AGB30.BST) vom 30. November 2017 hat Biostar die AGESA-Version auf 1.0.7.2a angehoben und bringt damit die Unterstützung für AMDs Raven-Ridge-APUs mit. Mit dem BIO-Flasher-Utility war die BIOS-Aktualisierung ein Kinderspiel.

Folgende Verbesserungen hat Biostar mit den bisherigen BIOS-Updates vorgenommen:

  • Improved Memory Compatibility (X37AG310)
  • Improved Memory Compatibility (X37AG314)
  • AGESA update (X37AG412)
  • AGESA 1.0.0.6 update (X37AG623)
  • AGESA 1.0.0.6b update (X37AG919)
  • AGESA 1.0.7.2a update (X37AGB30)

Das UEFI-BIOS beim Racing X370GT7 ist mit der Oberfläche vom Biostar Racing Z170GT7 identisch. Unverändert gibt es keinen EZ-Modus, sondern einzig die hier gezeigte Oberfläche. Dies bedeutet jedoch nicht, dass das BIOS von der Biostar-Platine gänzlich unbrauchbar ist.

Oben ist unübersehbar der "Racing"-Schriftzug sichtbar, links am Rand erhält der Anwender einen Überblick über die Taktfrequenzen von CPU und RAM inklusive die dazugehörigen Spannungen. Des Weiteren werden die Lüfterdrehzahlen der beiden CPU-FAN-Header und die CPU-Temperatur bekanntgegeben.

Hinter den unten abgebildeten sieben Menüs wurden die Einstellungen selbst implementiert. Auf der "Main"-Seite stehen nur grundlegende Informationen, wie die aktuell vorliegende BIOS-Version und die installierte Arbeitsspeicher-Kapazität. Auch lässt sich auf dieser Seite die Sprache ändern. Außer Englisch und Taiwanisch stehen jedoch keine weiteren Sprachen zur Verfügung. Der nächste Punkt "Advanced" beinhaltet die Einstellungen, die die Onboard-Komponenten betreffen. Chipsatz-spezifische Settings hat der Mainboard-Hersteller in einen eigenen Reiter platziert.

Die Boot-Einstellungen sehen komplett aus und wurden im Menüpunkt "Boot" untergebracht. Dort findet der Anwender die richtigen Einstellungsparameter. Möchte man das BIOS vor Unbefugten schützen, so lassen sich ein Admin- und User-Passwort hinterlegen. Auch an das Einsatzgebiet "Secure Boot" hat Biostar gedacht. Wesentlich interessanter geht es im "O.N.E."-Reiter zu. Hier wurden sämtliche Overclocking-Einstellungen zusammengefasst. Schließlich können die gewählten Einstellungen unter "Save & Exit" gespeichert, die Standard-Werte geladen und die Einstellungen exportiert und importiert werden.

Die Bedienung per Maus und/oder Tastatur erfolgte in unserem Test problemlos. Wer auf keine besonderen Extras Wert legt, wird mit dem BIOS des Racing X370GT7 zufriedengestellt.

 

Overclocking

Dass Overclocking bei AMDs Ryzen-Prozessoren ein großes Thema ist, zeigt vor allem unser Artikel zum AMD Ryzen 7 1700, den wir auf 4 GHz übertakten konnten. Das UEFI unterstützt auch die Down-Core-Funktion mit, mit der CPU-Kerne oder auch ein CCX-Modul (CPU Core Complex) gezielt abgeschaltet werden können. Bei den Achtkern-CPU-Modellen stehen neben "Auto" (4+4) folgende Modi zur Auswahl: 1+1, 2+2 und 3+3.

Das Biostar Racing X370GT7 erlaubt die Veränderung der Base-Clock-Frequenz von 100,3 MHz bis 107,3 MHz in 0,5-MHz-Schritten. Bei der CPU-Spannung steht dem Anwender neben dem Override- auch der Offset-Modus zur Auswahl. Im ersteren Fall lässt sich die Spannung von 1,005 Volt bis 2,100 Volt in 0,005-Volt-Intervallen. Beim Offset-Modus fällt die Range von -0,635 Volt bis +0,635 Volt angemessen aus. Auch hier betragen die Intervalle 0,005 Volt. Alle weiteren Overclocking-Funktionen können der folgenden Tabelle entnommen werden.

Die Overclocking-Funktionen des Biostar Racing X370GT7 in der Übersicht
Base Clock Rate 100,3 MHz bis 107,3 MHz in 0,5-MHz-Schritten
CPU-Spannung 1,005 V bis 2,100 V in 0,005-V-Schritten (Override-Modus)
-0,635 V bis +0,635 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung +0,012 V bis +0,300 V in 0,012-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-SOC-Spannung 0,905 V bis 1,500 V in 0,005-V-Schritten (Override-Modus)
-0,635 V bis +0,635 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-VDD18-Spannung - nicht möglich -
CPU-VDDP-Spannung +0,010 V bis +0,150 V in 0,010-V-Schritten (Offset-Modus)
FCH-Core-Spannung +0,010 V bis +0,150 V in 0,010-V-Schritten (Offset-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen DDRVPP Voltage
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 33 Parameter
XMP wird unterstützt (A-XMP)
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie AMD Cool & Quiet
erweiterte Lüfterregelung für zwei CPU-Fans und drei optionale Fans, CPU VCore LLC (level 1-6)

Wir konnten das System mit einer CPU-Taktfrequenz von 4,1 GHz booten, stabil war dies allerdings nicht. Somit sind wir auf 4 GHz zurückgegangen und konnten mit dieser Frequenz die minimale CPU-Spannung ausloten. Wir konnten im BIOS bis auf 1,375 Volt runtergehen. Durch die Load-Line-Calibration wurde die VCore auf 1,330 Volt gedrückt.

Weiterhin schauen wir uns auch das RAM-Overclocking-Verhalten an, das gerade bei der AM4-Plattform ein spannendes Thema ist. Mit dem AGESA-Update in der Version 1.0.0.6 wurden weitere RAM-Parameter hinzugefügt. Für den Test verwenden wir zwei DIMMs mit jeweils 4 GB an Speicherkapazität des Typs "G.Skill RipJaws4 DDR4-3000". Im ersten Test kontrollieren wir die Funktionalität des XMP und im zweiten ohne Verwendung des XMP-Features.

Das Extreme-Memory-Profile wurde vom Takt her mit dem DDR4-2933-Teiler angenommen, allerdings stimmten die im Profil hinterlegten Latenzen nicht überein. Mit manuellen Einstellungen wurden unsere Eingaben hingegen übernommen.

Racing-GT-Utility

Für die Windows-Oberfläche stellt Biostar das Racing-GT-Utility zur Verfügung, das etwas Komfort zu bieten hat.

Gleich die erste Seite (System Information) zeigt Daten über den eingesetzten Prozessor, das Mainboard, den Arbeitsspeicher und über die Taktfreqenzen an. Für die Audioausgabe wurde auch ein goldfarbiger Master-Volume-Regler eingebunden. Der Ton lässt sich mit dem "Mute"-Button ausschalten. Zudem lässt sich der Gain von Low auf High schalten. Im nächsten Menüpunkt kann nicht nur der Betriebsmodus des Systems von Normal auf "Eco" und "Sport" geswitcht werden, auch die Steuerung über die RGB-LEDs auf dem Mainboard erfolgt hauptsächlich über das Racing-GT-Utility. An Leuchteffekten stehen der "Permanent"-, "Breath"-, "Shine"- und "Shine & Music"-Modus bereit.

Fehlen darf auch der Hardware-Monitor nicht. Dort werden neben der CPU- und System-Temperatur und den Spannungen auch die Lüftersteuerung angezeigt. Die Lüftersteuerung ist auch hierüber erreich- und einstellbar. Und natürlich kann mit dem Racing-GT-Utility auch die CPU übertaktet werden. Löblich ist auch die Möglichkeit zur Einstellung der wichtigen Spannungen.