Seite 5: Fazit

In Verbindung mit den großen Skylake-X-Ablegern ab dem Core i9-7900X bis hoch zum Core i9-7980XE-Flaggschiff kann so manches auf dem Markt erhältliche X299-Mainboard Probleme bekommen, wenn diese CPUs zusätzlich massiv übertaktet werden. Mit steigernder Kern-Anzahl steigert sich die Belastung für die Spannungswandler, was zu sehr hohen Temperaturen führen kann. In diesem Fall sorgt die VRM-Temperatur dafür, dass die übertaktete CPU den Takt nicht halten kann und entsprechend throttelt. Gerade Mainboards mit kleinen VRM-Kühlkörpern und nur einem 8-Pin-Stromanschluss können davon betroffen sein.

Gigabyte hat das eigene X299 AORUS Gaming 7 entsprechend überarbeitet und neben leistungsstärkeren 60A-Spannungswandlern außerdem den VRM-Kühler vergrößert und mit einem kleinen 30-mm-Lüfter ausgestattet. Zumindest mit dem von uns verwendeten Core i9-7900X zeigte sich diese Kombi absolut unbeeindruckt. Die Temperatur des VRM-Kühlers lag bei höchstens 57 °C, was vollends überzeugt. Sofern sich der kleine Lüfter überhaupt erst einmal zu Wort gemeldet hat, wurde dieser glücklicherweise nicht zu aufdringlich.

An der generellen Ausstattung hat Gigabyte davon abgesehen keine Änderungen vorgenommen und sie entspricht im vollen Umfang dem des X299 AORUS Gaming 7, das wir bereits im Detail durchleuchtet haben. In den Weiten des Internets ist für die Pro-Version ein Preis von mindestens 456 Euro aufgetaucht, welcher also rund 50 Euro höher als beim Non-Pro-Modell ausfällt. Sollte die Wahl daher auf die X299 AORUS Gaming 7 gefallen und Overclocking definitiv ein Thema sein, sollte die Entscheidung zwischen der Pro- und Non-Pro-Version von der CPU-Wahl abhängig gemacht werden. Frühestens ab dem Core i9-7920X mit 12 Kernen raten wir zum Pro-Modell, da der VRM-Bereich und auch die Kühlung besser auf die großen Skylake-X-Modelle abgestimmt sind.

Positive Eigenschaften des Gigabyte X299 AORUS Gaming 7 Pro:

  • Verbesserte CPU-Spannungsversorgung und bessere VRM-Kühlung
  • zwei 8-Pin-Stromanschlüsse für erweitertes Overclocking
  • umfangreiche Ausstattung, u.a. acht SATA-Schnittstellen, acht USB-3.1-Gen1-Anschlüssen und sechs USB-3.1-Gen2-Buchsen
  • PCI-Express-3.0-Unterstützung an fünf PEG-Slots
  • sehr gute Gesamtperformance, gute Stabilität und gute Effizienz
  • drei M.2-Schnittstellen
  • Onboard-Komfort, u.a. Power- und Reset-Button
  • umfangreicher Onboard-Sound-Bereich

Negative Eigenschaften des Gigabyte X299 AORUS Gaming 7 Pro:

  • sehr hoher Preis
  • (aktuell) reduzierte M.2-Leserate
  • schlechte Grafikkarten-Anbindung mit Kaby-Lake-X

Trotz der zahlreichen Verbesserungen kommt auch das Gigabyte X299 AORUS Gaming 7 Pro nicht ohne negative Aspekte aus. Über die genannten Punkte kann jedoch individuell hinweggesehen werden, sodass sich das Pro-Modell gerade für die großen Skylake-X-Prozessoren inklusive Overclocking definitiv lohnt.

Persönliche Meinung

Von der generellen Benutzung gibt es keinen Unterschied zwischen der Pro- und Non-Pro-Variante. Wenn es beim Overclocking jedoch ans Eingemachte geht und ein Core i9-79XX-Prozessor installiert wird, kann die bessere Spannungsversorgung und die bessere Kühlung definitiv nicht schaden und bietet etwas Luft nach oben.

Auch wenn ich den Preis als hoch erachte, fällt die Ausstattung der Platine (egal ob Pro oder Non-Pro) definitiv üppig aus. (Marcel Niederste-Berg)