Seite 8: Killer E2500 - Testergebnisse und das Killer Control Center

Das MSI Z170A Gaming M6 ist das erste Mainboard, das den neuen Killer-E2500-Netzwerkcontroller von Rivet Networks erhalten hat. Am 15. September hat Rivet Networks den Killer E2500 offiziell vorgestellt, worüber wir berichteten. Eine der großen Neuerung ist die Einführung des Advanced-Stream-Detect-2.0-Features, das die Priorisierung der Netzwerk-Anwendungen noch besser handeln soll, zudem die 500 meistgenutzten Internetseiten feststellt und optimiert. Zusätzlich wurde die DoubleShot-Pro-Funktion verbessert und optimiert, wenn ein zweiter Killer-(W)LAN-Controller im System integriert ist.

Killer Control Center

 

Rivet Networks hat jedoch nicht nur bei der Hardware Hand angelegt, sondern auch bei der Software. Aus dem ehemaligen Killer-Network-Manager wurde nun das Killer-Control-Center, das etwas anders strukturiert und in der Grundfunktion erweitert wurde.

Auf der "Überblick"-Seite bekommt der Nutzer weiterhin eine Übersicht, welche Netzwerk-Anwendungen gerade aktiv sind. Wahlweise lassen sich die Anwendungen oben anpinnen und auch die Priorität kann in den Stufen 1 bis 6 fixiert werden, wobei der Stufe 1 die höchste Priorität eingeräumt wird. Auch inaktive Netzwerkprozesse lassen sich auf Wunsch einblenden und einstellen.

Etwas detaillierter geht es auf dem "Anwendungen"-Tab weiter. Auch hier werden alle (in)aktiven Netzwerkanwendungen aufgelistet und auch hier lässt sich die Prioritätsstufe einzeln einstellen. Hinzu kommt allerdings, dass der Anwender den Traffic pro Anwendung wahlweise gänzlich blocken kann und zudem die Download- und Upload-Geschwindigkeit festsetzen kann.

Zwar befindet sich auf dem MSI Z170A Gaming M6 kein Killer-Wireless-AC-Netzwerkcontroller, dennoch lassen sich die Informationen einsehen, die im Falle einer WLAN-Verbindung angezeigt werden. Neben der Signalstärke zeigt das Killer-Control-Center außerdem den WLAN-Kanal, die Datenrate sowie (V)HT-Eigenschaften.

Schließlich existiert auch eine Einstellungen-Seite, auch wenn sich nicht all zu viel einstellen lässt. Rivet Networks empfiehlt, die Bandbreite der Internetverbindung im Treiber in MBit/s-Intervallen (Mbps) zu hinterlegen. In unserem Fall haben wir 50 MBit/s im Download und 10 MBit/s im Upload selektiert. Dies entspricht einer VDSL-50-Leitung (bei der Deutschen Telekom). Die Vermittlungsstelle liegt Luftlinie etwa 50 Meter entfernt und sorgt damit für eine optimale Internetanbindung.

Die Testergebnisse

Wir haben einerseits die maximal mögliche Transferrate pro Sekunde mithilfe des Netperf-Tools ermittelt. Dabei haben wir manuelle (empfohlene) Parameter per Eingabeaufforderung genommen. Als Netperf-Server-Netzwerkadapter haben wir den etwas betagteren Killer-E2200-Netzwerkcontroller verwendet. Der neue Killer-E2500-Controller trat gegen den Intel I218-V und gegen den Qualcomm Atheros AR8151 an. Dabei wird die maximale Transferrate pro Sekunde bei den 65.536 UDP-Ports ermittelt.

Folgende Befehle haben wir verwendet: netperf-a4-1.exe -l 30 -t UDP_RR -H Server-IP-Adresse -p 12801 -- -r 120

Dabei haben wir die Anzahl der Bytes für den Request und für den Response auf 120 festgelegt. An Zeit werden die 30 Sekunden veranschlagt.

Netperf

manueller Modus

Transferrate pro Sekunde
Mehr ist besser

Auch wenn der Killer E2200 als Netperf-Server-NIC nicht mehr der Jüngste ist, schafft er es dennoch, den deutlichen Unterschied bei der Transferrate sichtbar zu machen. Der Killer E2500 kann sowohl den Intel I218-V als auch den Qualcomm Atheros AR8151 mit einer Transferrate von 8.106 deutlich hinter sich lassen. Intels 218-V schaffte es zum Vergleich auf 5.924 und der Qualcomm Atheros AR8151 auf 5.733 Transfers pro Sekunde.

Dieses Ergebnis ist allerdings als synthetischer Benchmark zu bezeichnen. Rivet Networks selbst gibt an, dass von E2500 (Netperf Server) zu E2500 (Netperf Client) um die 15.000 Transfers pro Sekunde möglich sind.

 

Latenztest 1:

Wesentlich interessanter ist da schon eher die Beobachtung der Latenzen zwischen dem Killer E2500 und dem Qualcomm Atheros AR8151. Hierzu haben wir uns Team Fortress 2, uTorrent und einer YouTube-1080p-Wiedergabe bedient. Im ersten Test haben wir einzig Team Fortress 2 ausgeführt, einen Server mit niedriger Latenz herausgesucht und die durchschnittliche Latenz notiert.

Team Fortress 2

Durchschnittliche Latenz in ms
Weniger ist besser

Zweifelsohne sind selbst die 33 ms mit dem Qualcomm Atheros AR8151 absolut unbedenklich und ermöglichen ein gutes Online-Gaming-Erlebnis. Erstaunlich ist jedoch, dass der Killer E2500 die Latenz auf demselben Gameserver auf durchschnittlich 30 ms pressen konnte. Wird dann noch das Advanced-Stream-Detect-2.0-Feature aktiviert, wird die Latenz um eine Millisekunde auf 29 ms runtergedrückt. Dieser Unterschied beruht aber nur auf messbarer Natur und wird vom Spieler nicht bemerkt.

Fest steht jedoch, dass der Killer E2500 dazu in der Lage ist, die Latenz ein gutes Stück runterzupressen.

 

Latenztest 2:

Im zweiten Test kommt nun noch ein unbeschränkter uTorrent-Download (Knoppix) und eine YouTube-1080p-Wiedergabe hinzu. Die beiden zusätzlichen Netzwerkanwendungen sorgen technisch bedingt für eine unweigerliche Erhöhung der Latenz in Team Fortress 2.

Team Fortress 2 + uTorrent + YouTube

Durchschnittliche Latenz in ms
Weniger ist besser

In diesem Beispiel kann man sehr gut erkennen, dass der Durchschnittswert des Qualcomm Atheros AR8151 bei 65 ms liegt. Der Killer E2500 konnte diesen Wert auf Anhieb auf 56 Millisekunden drücken. Mit dem Advanced-Stream-Detect-2.0-Feature legt der Killer E2500 jedoch einen höheren Gang ein. Dieser bewirkt, dass die Durchschnittslatenz auf 42 ms herabsinkt.

Die Killer-Netzwerkcontroller genießen zum größten Teil keine große Beliebtheit. Einerseits betrifft dies nicht nur die Latenz an sich, sondern auch mehrere Beschwerden über einen Speicherleck. Einen solchen Speicherleck konnten wir im Test in Verbindung mit dem Killer E2500 und dem Killer-Control-Center jedoch nicht bestätigen.

Je nach Netzwerkanwendung kann der Killer E2500 nach unseren Testergebnissen überzeugen. Hierbei meinen wir vor allem die Latenzgeschichte, die nüchtern betrachtet beeindrucken konnte. Allerdings möchten wir anmerken, dass die Ergebnisse je nach Internetverbindung natürlich um einige Millisekunden variieren können. Das vorhandene Potential des Killer-E2500-Netzwerkcontrollers kann gerade in Gegenden mit schlechterer Internetverbindung und höheren Latenzen für ein besseres Online-Gaming-Erlebnis sorgen.