Seite 10: Fazit

MSIs X99A Godlike Gaming ist ein weiteres High-End-Mainboard für die Haswell-E(P)-Prozessoren, das nachweislich einiges auf dem Kasten hat. Neben weiteren Gaming-Platinen haben die Taiwaner einen absoluten Premium-Gaming-Unterbau in ihr Portfolio aufgenommen, der kaum Wünsche offen lässt. Ein großzügiger VRM-Bereich, bestehend aus 12 Spulen und jeweils einen 8-poligen- und 4-poligen Stromanschluss, versorgt die installierte Haswell-E(P)-CPU mit einer ordentlichen Portion Spannung. Beim Arbeitsspeicher-Ausbau braucht sich der Anwender durch die acht DDR4-DIMM-Speicherbänke keine Gedanken machen. In der Summe lassen sich 128 GB installieren. Natürlich fehlen auch einige Onboard-Features nicht, wie ein Power-, Reset- und OC-Genie-Button. Doch auch eine Diagnostic-LED und selbst Spannungsmesspunkte sind mit vertreten.

An Erweiterungssteckplätzen gibt es nur eine Sorte, nämlich mechanische PCIe-3.0-x16-Slots, gleich fünf Stück an der Zahl. Mit ihnen ist es natürlich auch möglich, bis zu vier Grafikkarten zu verbauen. Allerdings ist mit dem Core i7-5820K bei drei NVIDIA-Grafikkarten Schluss. Zwischen dem letzten und vorletzten Steckplatz - von der Normalansicht aus gesehen - wurde der M.2-Slot untergebracht, der je nach PCIe-Slot-Belegung mit vier PCIe-3.0-Lanes von der CPU versorgt wird. Ein kompatibles M-Key-Modul mit einer Länge von 4,2 cm, 6 cm oder 8 cm findet dort seinen Platz. Zur weiteren Storage-Ausstattung gehören acht SATA-6GBit/s-Ports und eine SATA-Express-Schnittstelle. Als Bonus kann die Turbo-U.2-Adapterkarte für den M.2-Slot bezeichnet werden, die MSI mit in den Karton legt. Mit dieser Adapterkarte kann eine U.2-SSD mit dem System verbunden werden, das performancetechnisch dank NVMe-Protokoll natürlich deutliche Vorteile gegenüber dem SATA-6GBit/s- und SATA-Express-Standard zu bieten hat.

USB-technisch darf sich der Anwender auf zwei USB-3.1- (extern, 1x Typ A und 1x Typ C), acht USB-3.0- (4x extern und 4x intern) und sechs USB-2.0-Schnittstellen (2x extern und 4x intern) freuen. Im Netzwerkbereich ist MSI in die Vollen gegangen, denn es halten sich nicht nur zwei Killer-E2400-Gigabit-LAN-Ports bereit, sondern auch die kabellose Killer-Variante befindet sich an Bord. Alle drei bilden das Killer-Doubleshot-X3-Pro-Feature.

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Auch in Sachen Sound gibt sich das X99A Godlike Gaming keine Blöße. Hier wurde von MSI das Audio-Boost-3-Pro-Feature verbaut, das nicht nur den Realtek-ALC1150-Codec und jede Menge Audiokondensatoren zu bieten hat, sondern auch mit der Sabre-HiFi-Technologie und einem Nahimic-Sound-Enhancer ausgestattet wurde. Am I/O-Panel hält sich neben den üblichen Sound-Anschlüssen auch ein 6,35-mm-Klinke-Audioanschluss für Kopfhörer bereit.

Ein weiteres Highlight ist bei diesem Board ohne Frage die umfangreiche Beleuchtung, die es in dieser Form vorher noch nicht gegeben hat. Über das gesamte E-ATX-PCB wurden jede Menge LEDs verteilt, die nicht nur eine Farbe beherrschen, sondern fast alle erdenklichen. Dabei hat es der Hersteller auch nicht beim Dauerleuchten belassen, sondern hat viele Leuchteffekte mit implementiert. Für etwas Abwechslung gibt es auch einen Random-Modus, der zwischen den Effekten und den Farben wechselt. Als Besonderheit lässt sich das Mystic Light getaufte Feature auch mit einem Android-Gerät aus über Bluetooth steuern.

Besonders umfangreich und definitiv erwähnenswert gestaltet sie das mitgelieferte Zubehör . MSI liefert jede Menge Extras und Goodies mit, wie beispielsweise satte zehn SATA-Kabel, ein USB-Typ-C-Stick mit 8-GB-Speicherkapazität und der USB-2.0-Spezifikation (und Micro-USB) mit den Support-Daten. Für ein High-End-Mainboard liegt die Leistungsaufnahme noch im Rahmen, auch wenn sich der High-End-Nutzer sicherlich keine Gedanken darum machen wird. Dennoch listen wir diese Tatsache als Kontrapunkt mit auf. Das UEFI kommt in gewohnter Optik zum Einsatz und machte einen sehr guten Eindruck.

Demnach kommt nur noch der Preis ins Spiel, der mit mindestens 532 Euro (abgesehen von notebooksbilliger.de) exorbitant ausfällt. Auf der anderen Seite ist allerdings bekannt, dass die High-End-Mainboards sehr ins Geld gehen. Und für diesen Betrag hat man definitiv ein beeindruckendes Stück Hardware in der Hand.

Positive Eigenschaften des MSI X99A Godlike Gaming:

  • gute Leistungsfähigkeit mit einer sehr leistungsstarken CPU-Spannungsversorgung und umfangreichen Overclocking-Funktionen
  • luxuriöse Ausstattung, u.a. acht SATA-6GBit/s-Ports, acht USB-3.0-Anschlüssen und einer SATA-Express-Schnittstelle
  • PCI-Express-3.0-Unterstützung an fünf PEG-Slots
  • sehr gute Gesamtperformance und sehr gute Stabilität
  • M.2-Slot mit 32 GBit/s (optional für ein SFF-8639-SSD durch beiliegender Adapterkarte)
  • Spannungsmesspunkte
  • umfangreiche Audioausstattung dank Audio Boost 3 Pro
  • zwei USB-3.1-Anschlüsse, 1x Typ A und 1x Typ C
  • Mystic Light

Negative Eigenschaften des MSI X99A Godlike Gaming:

  • sehr hoher Preis
  • erhöhte Leistungsaufnahme

Bis auf den Preis und der erhöhten Leistungsaufnahme konnte das MSI X99A Godlike Gaming absolut überzeugen. Der Erwerber erhält eine umfangreiche und absolute Haswell-E-Platine der Luxus-Klasse, die mit einigen Extras und mit zwei aktuellen und sehr schnellen USB-3.1-Schnittstellen ausgestattet wurde. Von uns erhält das MSI X99A Godlike Gaming den Technik-Award.

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Alternativen? Preislich ist nach unten natürlich eine Menge Spielraum. Wenn wir nun in dieser Preisklasse bleiben, kann sich auch das ASUS Rampage V Extreme/U3.1 angeschaut werden, das ebenfalls auf das Thema Gaming ausgelegt ist. Das Non-USB-3.1-Modell haben wir auch bereits getestet.

 

Persönliche Meinung

Von der Technik her ein beeindruckendes Stück harte Ware. Für mich persönlich würde ich die gesamte Beleuchtung nicht benötigen und finde es eher übertrieben. Dennoch sind die Effekte nett anzusehen. Als sicher gilt auch, dass das MSI X99A Godlike Gaming ein absolut optischer Hingucker ist und die Blicke auf sich zieht. (Marcel Niederste-Berg)