Seite 7: Stromverbrauch

Neben einer gut ausgeprägten Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen, oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Auf dem ECS Z77H2-AX Black Extreme befinden sich eine Menge Zusatzchips, die ohne Energie ihre Arbeit nicht verrichten können. Es befinden sich zwei ASMedia ASM1061-SATA-Controller, darunter auch ein weiterer USB-3.0-Controller von Texas Instruments, die neben dem Netzwerk- und Sound-Zusatzchip ebenfalls auf Strom angewiesen sind und demnach auch ihren Teil zum Stromverbrauch beitragen. Standardmäßig sind alle Stromsparfunktionen aktiv, allerdings auch alle vorhandenen Onboardkomponenten, was sich durchaus negativ auf den Stromverbrauch auswirken kann. Es ist nicht leicht, mit der Konkurrenz mitzuhalten, um vor allem Intel und MSI in Sachen Effizienz zu nennen.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung).

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon HD7850, wobei wir die iGPU im BIOS nicht deaktiviert haben. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme Idle

BildnameLeistung in Watt

Die Leistungsaufnahme liegt beim ECS Z77H2-AX deutlich höher als bei den anderen beiden Mainboards. Es verbraucht gute sieben Watt mehr als das Intel DZ77GA-70K.

Leistungsaufnahme Cinebench 11.5 CPU

BildnameLeistung in Watt

An der Verteilung ändert sich beim Cinebench nichts. Auch hier verbraucht das ECS Z77H2-AX mit 124 Watt satt 11,8 Watt mehr als das Intel-Mainboard. Das Gigabyte GA-Z77X-UD3H geht mit knapp 111 Watt noch sparsamer mit dem Strom um.

Leistungsaufnahme Prime95

BildnameLeistung in Watt

Prime95 genehmigt sich aufgrund einer systemweiten Gesamtauslastung gern etwas mehr Strom. Die Reihenfolge ändert sich aber nicht. Das ECS Z77H2-AX verbraucht auch hier wesentlich mehr als seine beiden Mitstreiter.

Spannungen Prime95

BildnameSpannungen in Volt

Bei diesem Abschnitt zeigt sich mal ein anderes Bild. Das ECS Z77H2-AX geht mit einer niedrigeren Spannung an den Start. Das Intel- sowie das Gigabyte-Mainboard erlauben sich eine höhere Spannung.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon HD 7850 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme Idle

Bildname Leistung in Watt

Selbst mit deaktivierten Onboardkomponenten ändert sich am Stromverbrauch im Leerlauf nicht, was uns sehr verwundert hat.

Leistungsaufnahme Cinebench 11.5 CPU

BildnameLeistung in Watt

Auch hier ist der verringerte Verbrauch marginal. Es sind lediglich 0,4 Watt weniger als mit aktivierten Onboardkomponenten.

Leistungsaufnahme Prime95

BildnameLeistung in Watt

Bei Prime95 mit deaktivierten Onboardkomponenten verbraucht das ECS Z77H2-AX auch nicht weniger, als wenn alles aktiviert ist.

Spannungen Prime95

BildnameSpannungen in Volt

Bei den CPU-Spannungen hat sich beim ECS Z77H2-AX nichts verändert.

Das ECS Z77H2-AX gehört nicht zu den sparsamsten Mainboards. Es verbraucht im Idle, zusammen mit den restlichen Komponenten, mehr als 50 Watt, was nicht gerade wenig ist, schaut man sich die Konkurrenz an. Nun könnte man spekulieren, woran es liegen mag: Wir vermuten, dass es am PLX-Chip liegt, der schon in der Vergangenheit immer für einen höheren Stromverbrauch gesorgt hat. Die 7 Watt Mehrverbrauch liegen in dessen typischen Rahmen. Liegt jemandem der Stromverbrauch am Herzen, so hat das ECS Z77H2-AX sicherlich einen schweren Stand.