Seite 3: Detailbetrachtung, Teil 2

Der Blick auf die Kühlerunterseite verdeutlicht noch einmal den asymmetrischen Aufbau. Zu sehen ist so auch, dass Scythe die untersten Kühllamellen auf einer Seite gekürzt hat. Trotz des asymmetrischen Aufbaus sollen so Kompatibilitätsprobleme mit VRM-Kühlern und Speicherslots auf der linken Sockelseite (bei Intels LGA 2011-3-Plattform) reduziert werden. Der Hersteller gibt eine Speicherhöhe von bis zu 55 mm an. Auch auf der Unterseite bleibt Scythe der Farbe Silber treu. Die Heatpipes werden genauso vernickelt wie die Kupferbodenplatte. Gleich sechs dichtgedrängte 6-mm-Heatpipes nehmen die Abwärme der Bodenplatte auf.   

Eine der Neuerungen ist der Kaze Flex 120 PWM-Lüfter. Scythe setzt damit weiter auf einen einzelnen 120-mm-Lüfter und verzichtet auf einen größeren Lüfter. Allerdings würde ein größerer Ventialtor auch kaum zum vergleichsweise niedrigen Towerkühler passen - nicht umsonst haben wir unsere Referenzmessungen ebenfalls mit einem 120-mm-Lüfter durchgeführt. Für den neuen Lüfter sprechen gleich mehrere Punkte. Das PWM-Drehzahlband reicht von 300 bis 1.200 U/min und deckt damit einen sinnvollen Bereich ab. Nach oben hin mögen manchem Nutzer Drehzahlreserven fehlen. Dafür kann man aber hoffen, dass der Kaze Flex 120 PWM auch auf maximaler Drehzahl nicht zu aufdringlich wird. Positiv fallen auch die Gummiecken auf. Diese Lösung ist wohl der nutzerfreundlichste Weg zur Lüfterentkopplung. Im Lüfterinneren soll ein FDB-Lager eine Lebensdauer von bis zu 120.000 Stunden gewährleisten. 

Auch die Lüfterklammern gehören zu den nutzerfreundlicheren ihrer Art. Sie werden relativ fest am Lüfter eingehängt und rutschen deshalb nicht so leicht ab, während sie am anderen Ende an den Kühler gehängt werden. 

Und schließlich soll selbst die Kühler-Montagelösung mit dem H.P.M.S. II-System möglichst unkompliziert sein. Der erste Schritt ist schon einmal denkbar angenehm. Anders als bei vielen Konkurrenzmodellen werden die Abstandshalter auf der Mainboardvorderseite einfach direkt mit der stabilen Metallbackplate verschraubt. Auf diese Abstandshalter platziert man anschließend zwei Montagestege. Darauf hält dann der Kühler mit seiner Montagebrücke. 

Der letzte Schritt der Kühlerinstallation ist allerdings auch der schwierigste. Die Montageschrauben an der Montagebrücke sind straff gefedert. Man muss die erste Schraube genau so weit eindrehen, dass sie auch bei Last hält. Sie darf aber nicht zu weit eingedreht werden, weil man sonst keine Chance hat, die zweite Schraube anzuziehen. Tatsächlich war es für uns ein regelrechter Drahtseilakt, die beiden Schrauben wechselseitig anzuziehen. Dafür sitzt der Kühler dann allerdings auch fest an seinem Platz. Am Testsystem überzeugt auch der asymmetrische Aufbau. Der Mugen 5 lässt genug Platz, damit der Lüfter noch zwischen Kühler und Speicherslots passt.