Seite 1: OC-Guide: Die besten CPU-Kühler zum Übertakten

ocw teaser 100 kuehlerUm  entsprechende Overclocking-Ergebnisse zu erreichen bzw. um diese erst zu ermöglichen, ist eine ausreichend gute Kühlung imminent wichtig. Wir geben in diesem Artikel einen kurzen Überblick über die Auswahlmöglichkeiten in der verschiedenen Preisklassen und klären auf, welche Resultate in jeweils etwa zu erwarten sind.

Bereits im Artikel zum Start unserer Overclocking Themenwoche wurde mehrfach angesprochen, wie wichtig eine ausreichende Kühlung ist, um entsprechende gute Overclocking Ergebnisse zu ermöglichen.

Das Erzielen und Halten einer gesunden und niedrigen Kerntemperatur bzw. eines ausreichenden Temperaturpuffers zum TJmax, also der maximal spezifizierten Betriebstemperatur der CPU bzw. der CPU-Kerne, dient dabei nicht nur dem direkten Schutz der CPU sondern kann sich auch deutlich positiv auf die Overclocking Ergebnisse auswirken.

So lässt sich mehrfach beobachten dass CPUs mit zunehmender Kerntemperatur deutlich mehr Spannung benötigen bzw. deutlich schlechter skalieren, als dies bei niedrigen Temperaturen der Fall ist. Nicht ohne Grund sind Begriffe wie „Fenstermod“, also das Senken der Raumtemperatur durch ein offenes oder gekipptes Fenster – was natürlich meist nur im Winter wirklich Sinn macht – oder sogar der Betrieb des Rechners auf dem Balkon bzw. der Terrasse, bei eingefleischten Übertaktern keine Fremdwörter und kommen auch nicht wirklich selten zur Anwendung.

Staut sich die Abwärme des Prozessors allerdings schon unterhalb des Heatspreaders und kann somit auch vom stärksten CPU-Kühler der Welt nicht wirklich ab befördert werden, sind extremere Kühlmethoden gefragt und die Wahl des CPU-Kühlers hat in manchen Fällen nur noch eine untergeordnete Bedeutung.


Der eigentliche Kern der CPU, der Die, ist zumindest bei den Mainstream CPUs kleiner als manch einer annehmen würde, und hat nur mit einem Bruchteil des IHS Kontakt. (Quelle: Intel)

 

Dieses Problem tritt aktuell vor allem bei allen Intel-Prozessoren nach der 2nd Gen, Codename „Sandy Bridge“, auf. Insbesondere bei der 3rd und 4th Gen, also „Ivy Bridge“ und „Haswell“, wurde das TIM (Thermal Interface Material), also die „Wärmeleitpaste innerhalb der CPU“, aufgrund der Anforderungen des Fertigungsprozesses von Lot auf ein reguläres TIM umgestellt.

Aufgrund dieser Umstellungen werden diese CPUs bei ähnlicher Taktrate und VCore, zumindest in den höheren Taktregionen, ca. 20 bis 30 °C wärmer als noch der direkte Vorgänger „Sandy Bridge“.

Beim Haswell Refresh, auch unter dem Codenamen „Devils Canyon“ bekannt, verbesserte Intel zwar auf vielfachen Wunsch der Community und insbesondere der Enthusiasten das TIM und die Temperaturen verbesserten sich auch tatsächlich um ca. 5 °C, für den dauerhaften Betrieb in hohen Taktregionen ist das „Köpfen“ der CPU, also das Entfernen des Heatspreaders und der Tausch des TIM durch Flüssigmetall Pasten, nach wie vor unerlässlich.


Bei manchen Prozessoren staut sich die Hitze aufgrund des suboptimalem TIM schon unterhalb des IHS, also des "Integrated Heat Spreaders". Abhilfe lässt sich nur durch das "Köpfen" der CPU schaffen. (Quelle: Google)

Einen näheren Überblick über die Problematik verschafft ein Guide in unserem Forum. In diesem wird der Vorgang des „Köpfens“ im Detail beschrieben und Hilfestellung angeboten, sollte der Vorgang selbst durchgeführt werden wollen. Sämtliche Eingriffe geschehen aber natürlich komplett auf eigene Gefahr, Garantie oder insbesondere Haftung kann nicht übernommen werden.

Da sich diese Problematik aber durch einen CPU-Kühler nur bedingt beeinflussen lässt, wird diese an diese Stelle nicht weiter thematisiert – wir fanden es nur wichtig, auf die existierende Problematik hinzuweisen, da sonst unter Umständen angenommen werden könnte, dass sich die Leistung verschiedener Kühler im heimischen System nur bedingt unterscheidet, dies aber wie wir aufzeigen konnten, eine ganz andere Ursache hat.

Wenden wir uns nun also der Betrachtung der einzelnen Kühlergruppen in den verschiedenen Preisklassen zu.