Seite 3: Detailbetrachtung Scythe Ashura, Teil 2

Sowohl die Verarbeitung des Kühlkörpers selbst als auch die des Zubehörs und auch die der Box selbst sind wertig und können uns ohne Beanstandung überzeugen.

Es handelt sich, wie bereits eingangs erwähnt, beim Kühlkörper des Ashura um einen klassischen Tower-Kühler, der laut Scythe den Anspruch hat besonders kompakt zu sein und so eine hohe Kompatibilität mit einer Vielzahl an Gehäusen und RAM-Riegeln mit hohen Heatspreadern zu besitzen. Dies gelingt aufgrund seiner Größe von 9,0 (L) x 14,5 (B) x 16,1 (H) cm allerdings nicht ganz – Kühler der direkten Konkurrenz sind da zuweilen noch ein kleines Stück kompakter.

Um dies zu bewerkstelligen, hat Scythe die insgesamt sechs Sechs-Millimeter-Heatpipes leicht asymmetrisch gestaltet und verbaut, sodass der Tower bzw. Radiator des Kühlers leicht nach hinten versetzt ist und trotz montiertem Lüfter die RAM-Slots nicht überdeckt. Somit können tatsächlich auch RAM-Kits mit hohen Heatspreadern verbaut werden, ohne dass diese an die Unterseite des Lüfters anstoßen. Dies dürfte durchaus für viele Nutzer zu begrüßen sein, da RAM-Riegel mit hohen Heatspreadern durchaus hoch im Kurs stehen. Bemerkenswert ist dabei, dass es Scythe gelingt, trotzdem noch auf einen Lüfter mit vollen 25 mm Dicke setzen zu können und somit die Kühlleistung nicht durch einen Slim-Lüfter beeinträchtigen zu müssen.

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Der Ashura in Seitenlage

Der Boden sowie die Heatpipes des Ashura sind aus Kupfer gefertigt, die Bodenplatte, welche die Kontaktfläche zur CPU darstellt, wurde dabei aber äußerlich vernickelt. Es bleibt zu bemerken, dass die Bodenplatte nicht vollständig plan, sondern nachträglich minimal konvex geschliffen worden ist.

Die besagten Heatpipes sind mit den insgesamt 50 Lamellen des Radiators verbunden. Der Abstand derselben beträgt zwei Millimeter, ein eher großer Abstand, der gewährleisten soll, dass auch bei geringer Drehzahl der Lüfter noch genug Luft aus den Zwischenräumen abführen kann.

Auf der Oberseite des Radiators wurde eine solide Kopfplatte mit Scythe-Logo verbaut, die komplett schwarz gefärbt ist und dem Kühler einen durchaus wertigen Eindruck verschafft. An den Seiten des Radiators befinden sich noch jeweils zwei Aussparungen für die Klammern zur Befestigung der Lüfter.

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Boden und Heatpipes des Ashuras

Die Kühlfinnen des Radiators wurden sauber entgratet und es wurden im Test keinerlei scharfe Kanten oder Ecken gefunden, an denen sich der Nutzer eventuell verletzen könnte. Die Heatpipes sind darüber hinaus sauber in den Kühler eingearbeitet worden und auch hier gibt es keinen Anlass zur Kritik.

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Seitenprofil des Kühlkörpers

Die Montage des Kühlers gelingt geübten Händen in wenigen Minuten und ist alles in allem durchaus komfortabel. Weiterhin gelang es den Kühler zu montieren, ohne das Mainboard dafür extra aus dem Case entfernen zu müssen. Zunächst werden, wie bei der Montage auf Sockel 2011 üblich, die mitgelieferten Bolzen in die Gewinde des Sockels geschraubt. Auf diesen werden daraufhin die zwei Intel Montagestege gelegt, welche von jeweils zwei normalen Schrauben befestigt und somit in Position gehalten werden.

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Frontalansicht

Als letzten Montageschritt platzierten wir den Kühler mit Querschiene auf der CPU und brachten diese in Position, bis die Querschiene und die zwei Schrauben am Montagesteg „andockten“ und festgeschraubt werden konnten. Der Montagesteg ist leider, im Gegensatz zu anderen Kühlern, die wir zuletzt im Test hatten, nicht fest auf dem Kühlkörper befestigt – allerdings wird er von einigen Arretierungen in Position gehalten und verrutscht daher nicht, wie manch andere Lösung anderer Hersteller. Ein komplett festschraubbarer Montagesteg wäre dennoch die optimale und komfortablere Lösung gewesen.

Ein Wechsel der CPU ist trotz dieses kleineren Kritikpunktes spielend in wenigen Minuten möglich. 

Was die Montage auf anderen Sockeln betrifft, so bleibt festzuhalten, dass Scythe sich diesmal vom alten Montagesystem verabschiedet hat, welches sich auf die vom Prozessorhersteller vorgesehenen Montagesysteme, also an den Push-Pins bei Intel und den Klammern bei AMD, orientierte. Beim Ashura hat sich Scythe dagegen für ein eigenes neues und stufenweises Montagesystem entschieden. Während Nutzer mit Intel-Systemen weniger Sorgen haben, ist bei AMD System als erster Schritt noch die Entfernung der Klammerhalterung notwendig.

Nachdem der Kühlkörper fest auf dem Mainboard angebracht wurde, werden nun in einem letzten Schritt noch die Lüfter befestigt. Dies geschieht, indem sie mit den beiliegenden Bügeln am Kühlkörper befestigt werden. Dabei ist anzumerken, dass die Klammern nur für 120-mm-Lüfter, wie die beiden beigelegten Serienlüfter, ausgelegt sind. Allerdings können natürlich auch 140-mm-Lüfter, die den normalen Lochabstand von 12 mm besitzen, angebracht werden.

Das Einhängen der Lüfter ist problemlos möglich, auch wenn es schöner gewesen wäre, wenn die Klammern mit Clips an den Lüftern befestigt werden könnten. Somit wäre vermieden worden, dass die Klammern aus den Löchern der Lüfter wieder herausrutschen, bevor dieser seine endgültige Montageposition erreicht hat.

Abschließend lässt sich sagen, dass der Ashura einen sehr positiven Ersteindruck hinterlässt. Gerade für einen Kühler im mittleren Preissegment wurden viele Dinge sehr durchdacht umgesetzt und auch die Montage gelingt ohne große Komforteinbußen. Umso gespannter werden wir uns nun den weiteren Messungen und Testresultaten widmen und sehen, ob der Ashura dort ebenso glänzen kann.

Weitere Impressionen des Scythe Ashura finden sich in unserer Fotostrecke.