Seite 5: Fazit

Seit der Einführung des 21,5" iMac mit 4K Retina Display muss man sich nicht mehr einen 27" iMac auf den Schreibtisch stellen, um ein Retina Display zu verwenden. Die Gründe dafür können vielfältig sein, denn neben dem geringeren Platzbedarf spricht sicherlich auch der geringere Kaufpreis für den ein oder anderen potenziellen Käufer des kleineren Modells.

Neben der Größe des Displays sind die Unterschiede zwischen 21,5" und 27" größer, als man glauben mag. Da wären zunächst die geringfügig langsameren Prozessoren, die zudem auch noch eine Architektur-Generation hinter dem 27" iMac mit 5K Retina Display herhinkt. Hinzu kommt die Tatsache, dass Apple beim 21,5" iMac mit 4K Retina Display vollständig auf eine dedizierte Grafikkarte verzichtet. Da Apple selbst immer gerne die Unterstützung für OpenCL propagiert, sicherlich ein valider Kritikpunkt. Neben CPU und GPU ermöglicht Apple nicht das Upgrade auf ein 3 TB Fusion Drive oder eine 1 GB SSD - dies bleibt dem größeren Modell vorbehalten. Bereits von früheren Generationen ist bekannt, dass Apple ein Upgrade des Arbeitsspeichers durch den Nutzer nur beim 27" iMac ermöglicht.

Am schwerwiegendsten ist aber sicherlich die Standardkonfiguration mit einer 1 TB HDD. Festplatten hinken den SSDs ohnehin schon deutlich hinterher, die verwendete Festplatte mit 5.400 Umdrehungen pro Minute bricht in allen aktuell angebotenen iMacs aber alle Negativ-Geschwindigkeitsrekorde. Das kleinste Fusion Drive ist damit ein Pflicht-Upgrade! Doch selbst hier spart Apple und verwendet zur 1 TB HDD eine nur 24 GB große SSD - eine Leistungseinschätzung können wir aktuell nicht abgeben. Mit einem Aufpreis von nur 120 Euro ist dieses Upgrade recht günstig, aber Apple sollte die geringere Gewinnspanne beim 21,5" iMac mit 4K Retina Display in Kauf nehmen und die 24 GB SSD als Fusion-Drive-Option standardmäßig verbauen. Eine Festplatte mit 5.400 Umdrehungen pro Minute ist für ein Komplettsystem für 1.699 Euro im Jahre 2015/16 einfach nicht mehr zeitgemäß. Auch den größeren 27" iMac mit 5K Retina Display verkauft Apple in der kleinsten Ausführung nur mit Festplatte.

21,5-Zoll iMac mit Retina 4K Display
21,5-Zoll iMac mit Retina 4K Display

Bei den Anschlüssen kann man sicherlich noch den ein oder anderen USB-Anschluss mehr fordern. Schwerwiegender sehen wir aber das Fehlen von Thunderbolt 3 sowie USB-Typ-C - die dazugehörige Hardware in Form von Chips ist vorhanden und wird von Apple an anderer Stelle auch schon verbaut. Beim 21,5" iMac mit 4K Retina Display wird darauf offenbar aufgrund der fehlenden Infrastruktur verzichtet, da Apple noch auf eine "ältere" Intel-Hardware samt Chipsatz setzt. 

Mit entsprechender Massenspeicher-Option ist der 21,5" iMac mit 4K Retina Display eine echte Alternative für alle Büro-Arbeitstiere, die auf die Kombination aus Apple Soft- und Hardware setzen möchten. Ein Highlight ist aber sicherlich das Display. Der DCI-P3-Farbraum ist ein sichtbarer und messbarer Leistungssprung bei der Display-Darstellung. Die enge Zusammenarbeit zwischen Apple und Sharp zahlt sich hier erneut aus, denn um dies gewährleisten zu können, verwendet Apple keine LED-Hintergrundbeleuchtung mit blauen und phosphorgelben LEDs, sondern rot-grün-phosphor-LEDs.

Die Darstellung mit 4.096 x 2.304 Pixel und die gute Unterstützung für eine entsprechende Skalierung unter OS X sorgt für eine scharfe Darstellung - selbst für die kleinsten Details. Die langfristige Strategie seitens Apple für das eigene Betriebssystem eine möglichst gute Unterstützung für Skalierungsstufen zahlt sich hier erneut aus. Daran haben sich inzwischen auch nahezu alle Entwickler für Drittanbieter-Software angepasst. Nicht angepasste Software ist kaum noch zu finden. Nun kann man sich darüber unterhalten, ob dies auf dem Desktop mit einem größeren Betrachtungsabstand überhaupt Sinn macht. Wir denken schon, denn über einige Tage hatten wir den Vergleich zwischen Non-Retina und Retina Display vor Augen und gerade bei Schriften ist der Unterschied deutlich sichtbar.

Positive Aspekte des 21,5" iMac mit 4K Retina Display:

  • herausragendes Display mit hoher Auflösung und breitem Farbraum
  • gute Unterstützung der Skalierung über OS X
  • Quad-Core Intel Core i5 für die meisten Arbeiten ausreichend schnell
  • schneller Arbeitsspeicher

Negative Aspekte des 21,5" iMac mit 4K Retina Display:

  • langsame Festplatte in der Standardausstattung
  • keine dedizierte GPU vorhanden
  • Arbeitsspeicher kann nicht vom Nutzer getauscht werden
  • kein Thunderbolt 3
  • kein USB Typ-C
  • kein Display Target Mode
21,5-Zoll iMac mit Retina 4K Display
21,5-Zoll iMac mit Retina 4K Display

Noch ein paar Worte wollen wir zum neuen Zubehör im Lieferumfang verlieren. Da wäre das neue Magic Keyboard, welches für Nutzer früherer Tastaturen aus dem Hause Apple eine echte Umstellung darstellt. Der neue Mechanismus für die einzelnen Tasten ist deutlich flacher, was auch einen geringeren Hub ermöglicht. Beim neuen MacBook machte sich dies Apple bereits zu nutzen. Das Muskelgedächtnis benötigt einige Zeit, um sich daran anzupassen. Darüber hinaus hat Apple das Layout der Tasten leicht verändert, was besonders bei den Pfeiltasten auffällt. Auch hier ist eine Eingewöhnungszeit notwendig.

Das Laden oder der Betrieb über das Lightning-Kabel ist eingängig. Eine Kopplung für die Bluetooth-Verbindung ist nicht notwendig, da diese einmalig per Kabel erfolgt. Über die Akkulaufzeit können wir keine Angaben machen, da selbst über den Testzeitraum von vier Wochen kein leerer Akkustand angezeigt wurde. Wer die Tastatur ständig auf dem Schreibtisch betreibt, kann das Lightning-Kabel auch einfach eingesteckt lassen.

Zur Maus gibt es eigentlich wenig zu sagen, da hier bis auf die integrierten Akkus und die leicht veränderten Laufflächen keinerlei Änderungen vorgenommen wurden. Auch hier reichte die einmalige Akkuaufladung für einen Betrieb über mehrere Wochen aus. Als äußerst unpraktisch erweist sich aber die Positionierung des Lightning-Anschlusses auf der Unterseite.