Seite 20: Fazit

Die Radeon RX Vega 56 ist für viele die bessere der beiden Radeon-RX-Vega-Varianten. Sie ist günstiger, verbraucht weniger und bietet mehr Spielraum für ein Overclocking und/oder Undervolting. Insofern hat PowerColor keine schlechte Ausgangslage für die Radeon RX Vega 56 Red Devil, die es auch in der Variante auf Basis der Radeon RX Vega 64 gibt. Wir hatten nun nach zwei Custom-Modellen der größeren Ausbaustufe auch mal eine solche mit dem kleinen Vega-Ausbau im Test. Die PowerColor Radeon RX Vega 56 Red Devil kann in weiten Teilen überzeugen.

Hinsichtlich der Leistung tut sich für die PowerColor Radeon RX Vega 56 Red Devil keine völlig neue Leistungsklasse auf. Die GeForce GTX 1070 lässt man in der Founders Edition und in den Custom-Varianten weitestgehend hinter sich. Eine Custom-Variante der GeForce GTX 1070 Ti und GeForce GTX 1080 bleibt aber zu weit entfernt. Mit dem Taktplus von 5 bis 10 Prozent (je nach BIOS) platziert sich die PowerColor Radeon RX Vega 56 Red Devil damit irgendwo zwischen einer Radeon RX Vega 56 in der Referenzversion und einer solchen in der Vega-64-Variante. Dabei zeigt sich aber auch, dass das Taktpotenzial bei der Radeon RX Vega 56 etwas größer ist und PowerColor davon profitiert.

Dies gelingt durch Anpassungen beim Power-Target. AMD sieht hier standardmäßig 210 W vor. PowerColor gibt dem Nutzer die Wahl zwischen 195 W (Silent-BIOS), 220 W (Standard-BIOS) und 260 W (OC-BIOS) und genau dieses Verhältnis gibt in etwa die Taktraten wieder, die letztendlich in der Praxis erreicht werden. Diese Unterschiede drücken sich aber nicht nur in den Taktraten aus, sondern zeigen sich auch in der Lautstärke der Karte.

Die Lautstärke bringt uns auch gleich zur Kühlung der Karte. Diese kann in ganzer Linie überzeugen. Die Temperaturen sind weit von den Zielvorgaben entfernt, sodass der Boost-Mechanismus versucht Spannung und Takt weiter anzuheben. Letztendlich limitiert dann immer das Power-Target. Im Idle-Betrieb ist die Karte immer lautlos, da alle Lüfter stillstehen. Unter Last ist einzig das OC-BIOS etwas lauter, bietet aber auch die maximale Leistung. Das Standard- und Silent-BIOS sind gleichlaut – daher ist es eigentlich nicht sinnvoll auf das Silent-BIOS zu wechseln, es sei denn man will ein paar kWh einsparen.

Das Overclocking-Potenzial ist und bleibt bei der Vega-Generation nicht sonderlich hoch. Dies wird kein ausschlaggebendes Argument für die PowerColor Radeon RX Vega 56 Red Devil sein. Noch etwas offen lassen  müssen wir die Frage rund um die Verfügbarkeit und den Preis. Derzeit ist keines der Custom-Modelle erhältlich – weder der Radeon RX Vega 56 noch der Radeon RX Vega 64. Dies gilt für alle Hersteller und die Situation soll sich erst mit dem neuen Jahr etwas entspannen. Darauf sind wir gespannt und somit müssen sich potenzielle Käufer dieser Karte noch etwas gedulden.

Positive Aspekte der PowerColor Radeon RX Vega 56 Red Devil:

  • WQHD und FHD problemlos spielbar
  • 8 GB HBM2
  • Vega-GPU mit neuen Technologien wie HBM2, HBCC, Rapid Packed Math, etc.
  • Radeon Chill und verschiedene Leistungsprofile mit Wasserkühlung mit höheren Potenzial
  • lautlos im Idle-Betrieb
  • niedrige Last-Lautstärke
  • niedrige Temperaturen

Negative Aspekte der PowerColor Radeon RX Vega 56 Red Devil:

  • vermutlich recht teuer
  • kaum Overclocking-Potenzial

Aufgrund der guten Kühlung und des Leistungspluses verleihen wir der PowerColor Radeon RX Vega 56 Red Devil den "Hardwareluxx Excellent Hardware"-Award.

Persönliche Meinung

Die PowerColor Radeon RX Vega 56 Red Devil ist die bessere Radeon RX Vega 56 – zumindest im Vergleich mit der Referenzversion. Allesamt haben die Boardhersteller das Problem, dass sie mit den Vega-GPUs umgehen müssen, was es nicht einfach macht. Der kleinere Vega-Ausbau scheint den Herstellern aber etwas entgegenzukommen. Da das Board- und Kühlerdesign bei allen Hersteller für die größere Vega-Variante ausgelegt sind, haben sie mit der Radeon RX Vega 56 keine großen Probleme. Ganz im Gegenteil, offenbar ist das Potenzial hier deutlich höher und die Hersteller können sich auch mit Taktunterschieden differenzieren. Die PowerColor Radeon RX Vega 56 Red Devil macht dies sehr schön vor. Erst Anfang 2018 werden wir aber sehen, wie sich die Situation weiterentwickeln wird. Die Referenzversionen werden offenbar verschwinden, dann müssen die Hersteller mit ihren eigenen Designs um die Gunst der Kunden buhlen. (Andreas Schilling)