Seite 20: Fazit

Gigabyte möchte eine neue Marke etablieren und führt die Aorus-Produkte zukünftig auch bei einigen Komponenten. Mit der Aorus-Marke möchte man sich aber ausschließlich auf den High-End- und Gaming-Bereich konzentrieren und demzufolge ist eine GeForce GTX 1080 auch das erste Modell der neuen Reihe. Mit der Gigabyte Aorus GeForce GTX 1080 xtreme edition 8G sehen wir aber auch einen alten Bekannten, denn die Karte haben wir in leicht andere Form bereits vor gut neun Monaten getestet.

Gehen wir zunächst auf die Unterschiede ein: Diese beschränken sich auf die Änderung des Logos auf den Lüfternaben sowie die Backplate. Diese ist nun nicht mehr nur eine schlichte Aluminiumplatte in schwarz, sondern wurde mit einem beleuchteten Logo versehen und besitzt auch eine spezielle Backplate für den rückseitigen Bereich der GPU. Dies haben wir in dieser Form noch nicht gesehen, allerdings blieb der Effekt in der Praxis auch weitestgehend aus. So konnten wir keine Unterschiede bei der GPU-Temperatur feststellen. Sicherlich, unter Last wird die Kupferplatte sehr warm und nimmt damit auch etwas Abwärme auf, aber dies gelingt auch einer kompletten Backplate aus Aluminium.

Hinsichtlich der Leistung bleibt nur zu sagen, dass die Gigabyte Aorus GeForce GTX 1080 xtreme edition 8G zu den schnellsten Karten mit Luftkühlung gehört. Ab Werk liegt sie damit mit einigen weiteren gleichauf. Schneller sind die Varianten mit einer All-in-One-Wasserkühlung oder einer reinen Custom-Wasserkühlung. Diese Modelle sind in der Lage noch etwas höher zu takten. Allerdings sind die Unterschiede wie immer nur sehr gering und die Anschaffungskosten sowie der Aufwand einer Wasserkühlung sind natürlich auch noch zu beachten.

Bei der Kühlung kann die Gigabyte Aorus GeForce GTX 1080 xtreme edition 8G überzeugen. Die drei Lüfter schalten sich im Idle-Betrieb ab. Somit ist die Karte in diesem Zustand vollständig lautlos. Aber auch unter Last können wir keinen negativen Punkt für die Kühlung finden, denn sowohl die GPU-Temperatur als auch die Lautstärke liegen auf niedrigem Niveau. An dieser Stelle gibt es kaum etwas auszusetzen und nur wer sehr detailverliebt ist, legt noch Hand an der Lüfterkurve an.

Ein netter Zusatz ist die RGB-Beleuchtung, die von Gigabyte noch etwas ausgebaut wurde. Auf der Vorderseite befinden sich zwei gekreuzte Leuchtstreifen, auf der Seite ein Logo nebst Schriftzug und auf der Backplate ein großes Logo. Alle diese Elemente lassen sich per Software anpassen. Gigabyte bietet dazu zahlreiche Effekte an. Die Software lohnt sich auch, um die Leistung der Karte noch etwas zu erhöhen. Wir haben die Karte für den Test im OC-Mode betrieben. Es steht aber auch ein Gaming- und ein Silent-Mode zur Verfügung.

Die Gigabyte Aorus GeForce GTX 1080 xtreme edition 8G soll 799 Euro kosten, ist im Preisvergleich derzeit aber nicht lieferbar vorzufinden und auch etwas teurer. Mit diesem Preis gehört sie zu den teuersten luftgekühlten Modellen, bietet aber auch mit die beste Leistung in diesem Bereich.

Positive Aspekte der Gigabyte Aorus GeForce GTX 1080 xtreme edition 8G:

  • zweitschnellste Single-GPU als Basis
  • Ultra HD mit einigen Einschränkungen meist problemlos spielbar
  • 8 GB GDDR5X
  • GPU Boost 3.0 mit vielen Overclocking-Funktionen
  • niedrige GPU-Temperatur
  • niedrige Last-Lautstärke
  • zusätzliche HDMI-Anschlüsse für VR-Brillen
  • aufwendige RGB-Beleuchtung

Negative Aspekte der Gigabyte Aorus GeForce GTX 1080 xtreme edition 8G:

  • hoher Preis

Persönliche Meinung

Gigabyte möchte eine neue Gaming-Marke in den Markt einführen. Der Zeitpunkt dafür ist bei den Grafikkarten vielleicht etwas schlecht gewählt, denn anders als bei den Mainboards gibt es hier derzeit keine großen Neuerungen. Mit einer neuen GPU-Generation, egal ob nun von AMD oder NVIDIA, wäre die Einführung einer neuen Marke sicherlich einfacher. So sehen wir eine leicht verbesserte Karte, die man schon seit Monaten kaufen kann – nur eben unter neuem Namen. Die Verbesserungen beschränken sich auch fast ausschließlich auf die Optik, insofern kein Grund für Käufer der "alten" Karte sich zu ärgern. (Andreas Schilling)