Seite 20: Fazit

Die perfekte Interpretation der Radeon RX 480 sehen wir auch in Form der Sapphire Radeon RX 480 Nitro+ nicht. Anders als bei der PowerColor Radeon RX 480 Red Devil ist es bei Sapphire aber kein Wirrwarr um verschiedene BIOS-Versionen, sondern unsere Kritik betrifft die vorherige Stärke des Herstellers: Die Kühlung der Radeon RX 480 Nitro+ ist schlichtweg etwas laut.

Die Sapphire Radeon RX 480 Nitro+ mit 4 GB Grafikspeicher ist auf den ersten Blick die ideale Karte für den Sparfuchs. Ausreichend schnell für das Gaming in 1080p und auch noch 1440p und dazu recht günstig. Wie "günstig" die Anschaffung einer solchen Karte in 12 Monaten aber noch sein mag, lässt sich derzeit kaum abschätzen, denn früher oder später werden diese 4 GB Grafikspeicher zu wenig sein. Das zeigt sich auch heute schon in einigen Spielen und diese Situation wird sicherlich nicht besser werden. Aber es ist wie immer eine Frage des Geldes. Die Sapphire Radeon RX 480 Nitro+ kostet mit 4 GB ab 249 Euro, wer den doppelten Speicher möchte, muss schon 309 Euro bezahlen. Diese 60 Euro Preisunterschied können ausschlaggebend dafür sein, dass eine solche Karte angeschafft werden kann oder nicht. Wer wirklich nur in 1080p spielen möchte, wird damit sicherlich zurechtkommen.

Dort, wo die Speicherkapazität und auch der Speichertakt nicht der limitierende Faktor sind, zieht die Sapphire Radeon RX 480 Nitro+ mit 4 GB aufgrund des geringfügig höheren GPU-Taktes an der Referenzversion der Radeon RX 480 mit 8 GB Grafikspeicher vorbei. Doch der Engpass beim Speicher lässt sich einfach erkennen. Die Mehrleistung aufgrund der werksseitigen Übertaktung lässt sich im Grunde vernachlässigen. Erst die 8-GB-Variante könnte bei der Leistung aufgrund des höheren Taktes eine Alternative zur PowerColor Radeon RX 480 Red Devil sein.

Großer Schwachpunkt der Sapphire Radeon RX 480 Nitro+ ist die Kühlung. Diese ist selbst mit dem Silent-BIOS einfach zu laut. Die GPU-Temperaturen sprechen aber nicht gerade dafür, dass Sapphire die Lüfterdrehzahl weiter reduzieren könnte – ganz im Gegenteil. Der Kühlkörper ist im Zusammenspiel mit den Lüftern offenbar nicht in der Lage die Karte bzw. die GPU ausreichend kühl zu halten und dabei leise zu arbeiten. Viel Potenzial für die Optimierung der Kühlung durch manuellen Eingriff in die Lüfterkurve sehen wir daher nicht.

Die LED-Beleuchtung ist eine nette Zugabe, muss aber wie die leicht austauschbaren Lüfter kein kaufentscheidender Grund sein. Hier spielen für persönlichen Vorlieben für eine Marke eine wesentlich wichtigere Rolle. Ab August soll die Sapphire Radeon RX 480 Nitro+ mit 4 GB Grafikspeicher im Handel erhältlich sein. Die UVP liegt bei 249 Euro, während der doppelte Speicherausbau 309 Euro kosten soll. Wer beim größeren Speicherausbau auch eine noch höhere Übertaktung wünscht, muss sogar 319 Euro einplanen.

Positive Aspekte der Sapphire Radeon RX 480 Nitro+:

  • ausreichend schnell für 1080p und 1440p
  • Lüfter schalten im Idle-Betrieb ab
  • OC- und Silent-BIOS
  • DisplayPort 1.3/1.4
  • HDMI 2.0b

Negative Aspekte der Sapphire Radeon RX 480 Nitro+:

  • zu laut unter Last
  • nur 4 GB Grafikspeicher

Persönliche Meinung

Wie bereits in der Einleitung des Fazits beschrieben, gibt es die perfekte Radeon RX 480 noch nicht. Dabei hatte ich im Vorfeld hinter dem Modell von Sapphire eben ein solches vermutet. In der Vergangenheit zeigte Sapphire immer wieder gute Karten, die schnell, aber vor allem hervorragend gekühlt waren. Die Radeon RX 480 Nitro+ stolpert aber genau an dieser Stelle. Sie ist schlichtweg zu laut – Silent-BIOS hin oder her. Wir werden uns sicherlich noch die 8-GB-Variante anschauen, die dann auch mit einer höheren Übertaktung daher kommt. (Andreas Schilling)