Seite 20: Fazit

Sowohl AMD wie auch NVIDIA bieten interessante Optionen für all diejenigen, die nicht alle sechs Monate eine neue Grafikkarte benötigen und dafür auch nicht mehrere hundert Euro ausgeben. Die GeForce GTX 950 und auch die Radeon R7 370 liegen im Preisbereich von etwa 150 - 170 Euro und bewegen sich daher in einem für die Hersteller sehr interessanten Spektrum. Tunlichst vermeiden sollte NVIDIA sich selbst Konkurrenz zu machen. Die günstigsten GeForce GTX 960 starten ab 190 Euro.

Im Falle der GeForce GTX 950 stellt ein Update eine Verbesserung um mindestens Faktor 2 gegenüber der GeForce GTX 550 oder 650 dar. Natürlich schmilzt dieser Vorsprung mit jeder neueren Generation zusammen, ist im 2-Jahres-Rythmus aber beachtlich. Natürlich eignet sich eine GeForce GTX 950 nicht, um in UltraHD/4K zu spielen. Dies sollte einem Käufer einer Grafikkarte für 150 Euro aber ohnehin bewusst sein. Ähnliche Vorgaben gelten für die Radeon R7 370. Auch hier darf nicht zwingend der direkte Generationenwechsel im Fokus stehen, sondern man muss zwei bis drei Jahre zurückblicken.

ASUS GeForce GTX 950 Strix:

ASUS GeForce GTX 950 Strix
ASUS GeForce GTX 950 Strix

ASUS liefert mit der GeForce GTX 950 Strix eine um mehr als 10 % schnellere Karte als dies NVIDIA vorsieht. In den Benchmarks ist sie in etwa 15 % langsamer als eine ebenfalls übertaktete GeForce GTX 960. Für die Praxis bedeutet dies, dass die Karte sich vornehmlich für das Spielen in FullHD eignet. Selbst eine Auflösung von 1600p stellt bereits eine Herausforderung dar. Die Ausrichtung der Karte ist von Seiten NVIDIAs klar und deutlich: Multiplayer Online Battle Arena (MOBA) – Spieler, die World of Warcraft oder DOTA 2 selbst in höheren Auflösungen spielen, benötigen sicherlich keine Grafikkarte für 400 Euro und mehr.

Hinsichtlich des Kühlers können wir folgendes festhalten: Im Idle-Betrieb schaltet sich der Lüfter ab. Erfreulicherweise schaltet er sich auch erst sehr spät zu und bleibt damit auch lange passiv. Unter Last messen wir die niedrigste Lautstärke aller drei Testkandidaten, wenngleich die Abstände hier nur sehr gering ausfallen. Die Temperaturen bleiben dabei immer im Rahmen. Insgesamt können wir mit der Kühlung mehr als zufrieden sein, größere negative Ausfälle konnten wir nicht feststellen.

ASUS ruft eine unverbindliche Preisempfehlung von 199 Euro auf. NVIDIA sieht die GeForce GTX 950 bei 169 Euro und auf dieses Niveau wird sich sicherlich auch die GeForce GTX 950 Strix wohl recht schnell begeben.

EVGA GeForce GTX 950 FTW:

EVGA GeForce GTX 950 FTW
EVGA GeForce GTX 950 FTW

EVGA geht an das Thema werksseitiges Overclocking noch etwas aggressiver heran als dies bei ASUS der Fall ist. Die Werksangaben sind noch einmal höher und auch in der Praxis taktet die Karte noch einmal deutlich höher. Schlussendlich bedeutet dies einen Vorsprung von etwa 3 % gegenüber dem bisher einzigen Konkurrenten und damit schmilzt auch der Vorsprung der GeForce GTX 960 etwas ein. Natürlich gilt auch für die EVGA GeForce GTX 950 FTW: Allzu hohe Ansprüche sollte man an die Leistung nicht stellen. Bei einem Preis von unter 200 Euro bewegen wir uns natürlich im 1080p-Gaming sowie weniger anspruchsvollen Spielen.

Auch bei der Kühlung muss EVGA mit der GeForce GTX 950 FTW im Vergleich zur Karte von ASUS nicht zurückstecken. Auch hier schalten die Lüfter im Idle-Betrieb ab und auch EVGA hat sich bei der Lüftersteuerung dazu entschieden, eine recht späte GPU-Temperatur für das Anspringen der Lüfter zu wählen. Damit punktet auch diese Karte bei der Kühlung, zumal neben den Temperaturen auch die Lautstärke zu überzeugen weiß. Allerdings hat ASUS mit der GeForce GTX 950 Strix hier etwas die Nase vorne.

EVGA nennt eine unverbindliche Preisempfehung von 189,90 Euro für die GeForce GTX 950 FTW. Allerdings läuft zum Start der Karte eine Cashback-Aktion, bei der sich noch einmal 10 Euro einparen lassen.

Inno3D iChill GeForce GTX 950 Ultra:

Inno3D iChill GeForce GTX 950 Ultra
Inno3D iChill GeForce GTX 950 Ultra

Inno3D versucht sich immer mal gerne daran, das jeweils schnellste Modell am Markt zu sein. Dazu wählt man häufig aufwendige Luftkühler, die nicht nur eine aggressive Optik vorzuweisen haben, sondern auch in Sachen Lüftersteuerung "lauter" zur Sache gehen. Bei der Inno3D iChill GeForce GTX 950 Ultra wählt man nicht die höchste Überaktung für sein Top-Modell und bewegt sich zwischen der Karte von ASUS und EVGA. Dies ist auf dem Papier und auch in den Praxis-Tests der Fall. Wer also auf der Suche nach der absolut schnellsten GeForce GTX 950 ist, wird hier nicht fündig werden. Vielleicht aber ist die Inno3D iChill GeForce GTX 950 Ultra ein echter Allrounder, dazu aber muss auch die Kühlung stimmen.

Im Idle-Betrieb schaltet die Karte die Lüfter ab. Dies ist aber bei den übrigen drei Karten und den zwei Vertretern der GeForce GTX 950 ebenfalls der Fall. Allerdings wählt Inno3D mit 44 °C eine recht frühe Temperaturschwelle für das Einschalten der Lüfter. Eine niedrigere Last-Temperatur wird auf diese Weise erreicht, ob die Maßnahme jedoch dazu notwendig ist, ist zumindest fraglich. Ebenso fragwürdig ist die Entscheidung, die Lüfter erst ab einer GPU-Temperatur von 31 °C wieder stillstehen zu lassen. Es dauert schon eine ganze Weile, bis die GPU-Temperatur soweit abgesenkt wurde. Zumindest aber bleibt die Kühlung der Inno3D iChill GeForce GTX 950 Ultra unter Last recht leise und zeigt auch sonst keinerlei Ausfälle für die Beurteilung.

Inno3D siedelt seine schnellste GeForce GTX 950 Ultra preislich bei etwa 185 Euro an. Dabei handelt es sich aber wie bei den anderen genannten Preisen nicht um einen Straßenpreis. Wir werden uns also einige Tage gedulden müssen, bis wir eine erste Preisentwicklung abschätzen können.

MSI Radeon R7 370 Gaming 2G:

MSI Radeon R7 370 Gaming 2G
MSI Radeon R7 370 Gaming 2G

Eigentlich gibt es keinen direkten Gegner zur GeForce GTX 950. Die Radeon R7 370 war Mitte Juni sicherlich nicht als solche erkennbar, daher auch die Gerüchte zur bisher nicht bestätigten Radeon R7 370X. Die MSI Radeon R7 370 Gaming 2G tut sich recht schwer mit der GeForce GTX 950, der Abstand ist teilweise größer als erwartet. Hier zeigt sich auch recht deutlich der Nachteil der aktuellen Produktpolitik seitens AMD. Die Radeon R7 370 ist sogar langsamer als die Radeon R7 270, insofern verliert der potenzielle Käufer recht schnell den Überblick und auch wir als Presse müssen uns erst einmal daran gewöhnen. Spiele in 1080p sind natürlich auch mit einer Radeon R7 370 möglich, wenngleich die Abstriche hier noch etwas größer sind.

Keinerlei Abstriche muss man bei der Kühlung machen. Auch MSI schaltet den Lüfter im Idle-Betrieb ab und selbst unter Last kann die Lautstärke als mehr als angenehm bezeichnet werden. Die dazugehörigen Temperaturen sind auf einem üblichen Niveau und stellen keinerlei Problem dar. Allerdings wählt MSI bei der Lüftersteuerung niedrigere und enger zusammenliegende Ein- und Ausschalttemperaturen. Daher arbeitet die Karte viel früher mit aktivem Lüfter und verbleibt damit bei moderater Last nicht komplett lautlos.

155 Euro verlangt MSI für die Radeon R7 370 Gaming 2G, womit die Karte 15 bis 20 Euro günstiger ist als das, was NVIDIA für die GeForce GTX 950 ausruft. Die geringere Leistung kann hier sicherlich gegengerechnet werden und oftmals ist es auch eine Frage der Marke als weniger der Argumente.

Persönliche Meinung

Natürlich ist eine High-End-Grafikkarte mit mehreren tausend Shadereinheiten und einer neue Speichertechnologie wie High Bandwidth Memory die interessantere Karte. Nicht abzustreiten ist aber, dass die Masse in der Mittelklasse gemacht wird und daher ist dieser Bereich für den Käufer auch der wesentlich interessantere. Wir haben uns nun einige Modelle angeschaut und das, was an Leistung aus einer Grafikkarte für 150 bis 170 Euro herausfällt, ist durchaus beachtlich. Positiv ist die Entwicklung im Hinblick der Kühlung, denn hier setzen die Hersteller inzwischen alle darauf, möglichst leise zu sein. (Andreas Schilling)