Seite 18: Fazit

ASUS traut sich als erster Hersteller an eine Technik, die eigentlich auf der Hand liegt. Im Idle-Betrieb produzieren moderne Grafikkarten eine derart geringe Abwärme, dass eine passive Kühlung problemlos möglich ist. Sapphire ging mit der Radeon R9 290 Vapor-X Tri-X OC den ersten Schritt, ASUS führt das Konzept in ein vorerst finales Stadium. Anfangs waren wir skeptisch und noch kann die Art und Weise, wie die Lüfter ab einer gewissen Temperatur mit ihrer Arbeit beginnen, optimiert werden. Zunächst einmal aber lässt sich festhalten: Es funktioniert und gerne dürfen andere Hersteller das Konzept aufgreifen und in zukünftige Grafikkarten-Generation einbauen.

Doch hinter der ASUS GeForce GTX 780 Strix OC Edition verbirgt sich auch noch ein Produkt, das in Sachen Performance überzeugen muss. Natürlich ist sie durch eine Erhöhung des GPU-Taktes schneller als die Referenzversion, gegen viele Partnermodelle würde sie sich aber schwer tun. Aufgrund der Umstellung des Testsystems zum Jahreswechsel haben wir nur noch die GeForce GTX 780 Poseidon aus gleichem Hause als Vergleichsmaßstab und diese lässt das Strix-Modell hinter sich. Wirft man nun einen Blick in den Preisvergleich finden sich hier mindestens ein Dutzend weiterer Karten, die auf dem Papier bereits einen schnelleren Takt angeben und diesen vermutlich auch halten. Ebenfalls an sich vorbeiziehen lassen muss man die AMD Radeon R9 290X und die eigene Konkurrenz in Form der GeForce GTX 780 Ti.

Nicht profitieren kann die Karte von ihren 6 GB GDDR5-Speicher. Wenn überhaupt dann lägen die Unterschiede in einem nur schwer messbaren Bereich. Auch bei UltraHD/4K zeigt der größere Grafikspeicher keinerlei positive Effekte. Qualitätseinstellungen und Modifikationen der Engine, welche vom erhöhten Speicherangebot Gebrauch machen, sind durch die Leistung der GPU limitiert und stoßen an anderer Stelle an ihre Grenzen. Denkbar wäre noch ein solches Szenario unter Einsatz eines SLI-Systems - testen konnten wir das allerdings nicht. Entsprechende Erfahrungen, auch von Nutzern aus unserem Forum, deuten aber daraufhin.

Was bleibt ist eine passiv gekühlte und mehr als ausreichend starke Grafikkarte, die selbst bei geringer Last und in Spielen die per Limiter im Zaum gehalten werden, komplett lautlos bleibt. Eventuell zu laute CPU- oder Gehäuselüfter treten so schnell in den Vordergrund. Mit 32,3 dB(A) messen wir einen der niedrigsten Werte für die Idle-Lautstärke. Vergleichbar ist dies nur mit wassergekühlten Karten, aber auch hier sorgen die restlichen Komponenten und eine Pumpe zumindest für einen gewissen Geräuschpegel. Die Einschränkungen für den Last-Betrieb sind denkbar gering. ASUS hat mit dem DirectCU-II-Kühler bereits mehrfach bewiesen, dass dieser zu den besseren gehört. Einzig das schnelle Anlaufen der Lüfter nach Überschreiten der Temperaturschwelle dürfte etwas zaghafter geschehen. Mit 35 °C im Idle-Betrieb messen wir auch keine besonders erhöhte Temperatur auf der GPU. Auch die restlichen Komponenten auf der Karte, z.B. die der Strom- und Spannungsversorgung, bleiben kühl. Unter Last bringt es die GPU auf die von ASUS festgelegte Maximaltemperatur von 75 °C. An dieser Stelle versorgen die beiden Lüfter dann auch die weiteren Komponenten mit einer kühlen Brise. Keinerlei Besonderheiten sind beim Stromverbrauch feststellbar. Hier liegt die ASUS GeForce GTX 780 Strix OC Edition auf üblichem Niveau.

Aktuell ist die ASUS GeForce GTX 780 Strix OC Edition ab 540 Euro zu haben. Damit ist sie etwas teurer als einige der günstigeren 6-GB-Modelle. Leider ist sie nicht mit 3 GB zu haben, was sicher auch beim Preis eine entscheidende Rolle spielen würde. Der gewillte Käufer muss aktuell also in den sauren Apfel beißen und den erhöhten Preis in Kauf nehmen, wenn er eine im Idle-Betrieb passive GeForce GTX 780 sein Eigen nennen möchte.

Alternativen? Aktuell gibt es in diesem Bereich und dem Feature der kompletten Abschaltung der Lüfter keinerlei Alternativen zur ASUS GeForce GTX 780 Strix OC Edition. Sicherlich, der eine oder andere Kühler eines Drittherstellers schafft es mit entsprechend guten und langsam drehenden Lüftern über eine Temperatursteuerung auf einen quasi-passiven Betrieb, ab Werk aber ist ASUS aktuell der einziger Hersteller, der eine solche Technik anbietet.

 

Positive Aspekte der ASUS GeForce GTX 780 Strix OC Edition:

  • im Idle und bei moderater Last passive Kühlung
  • 6 GB Grafikspeicher
  • aktuell schnell genug für 2.560 x 1.600 mit AA/AF
  • per GPU-Boost weiter anpassbare Kühlung/Leistung

Negative Aspekte der ASUS GeForce GTX 780 Strix OC Edition:

  • gute Gehäusebelüftung zwingend notwendig
  • relativ hoher Preis

 

Persönliche Meinung

Eigentlich bleibt uns zum Abschluss dieses Artikels nur noch zu sagen: Mehr davon! Warum die bis zu drei Lüfter einer Grafikkarte überhaupt im Idle-Betrieb arbeiten mussten, erschloss sich uns bereits seit einigen Jahren nicht mehr. Warum eine entsprechende Umsetzung nun so lange gedauert hat, ist uns ebenfalls nicht bekannt. Es ist aber schön zu sehen, dass dies nun endlich in Angriff genommen wird und wir hoffen in Zukunft mehr solcher Modelle zu sehen. Gerne darf diese Technik auch auf die aktuellen oder bald zu erwartenden High-End-Modelle überspringen. (Andreas Schilling)