Seite 16: Fazit

Die finale Bewertung der aktuellen Leistungsdaten lässt sich wohl am besten zusammenfassen, wenn wir noch einmal eine Klassifizierung über den Preis vornehmen. So liegen zwei Konkurrenten im Preisbereich von 150 bis 175 Euro zusammen. Dies wären die AMD Radeon R9 270X und NVIDIA GeForce GTX 760. Schaut man sich hier die Benchmarks an, so liegt die GeForce GTX 760 meist vorne. Eine leichte Tendenz hin zur Radeon R7 270X ist vor allem dann zu erkennen, wenn es in höhere Auflösungen und Qualitätseinstellungen geht. Bezieht man nun auch noch den Preis mit ein, so dürften beiden im Preis/Leistungsverhältnis in etwa gleichauf liegen, denn die Radeon R9 270X ist bereits ab 160 Euro zu haben, während die GeForce GTX 760 mit 175 Euro rund 15 Euro teurer ist.

Mittelklasse bei NVIDIA
Mittelklasse bei NVIDIA

Die zweite Produktgruppe findet sich bei 100 bis 150 Euro wieder. Dort inbegriffen sind die Radeon R9 270 und R7 265 bei AMD und die GeForce GTX 750 Ti und GeForce GTX 660 bei NVIDIA. Hier meist am schnellsten ist aber die Radeon R7 270. Allerdings kann ihr die GeForce GTX 660 hin und wieder in die Parade fahren. Sehr dicht an der Radeon R9 270 ist die Radeon R7 265 dran, die wiederum von der GeForce GTX 750 Ti verfolgt wird. Bei einem Vergleich dieser vier Karten wird innerhalb der Benchmarks auch sehr schön deutlich, dass eine gewisse Abhängigkeit vom jeweiligen Benchmark vorhanden ist. Die Abstände sind nicht derart groß, dass Karte A immer vor Karte B liegen muss. Dennoch sehen wir eine klare Tendenz zur Radeon R9 270, die mit einem Preis von 140 Euro in dieser Hinsicht gleichauf mit der GeForce GTX 660 ist. Aufgrund der noch immer geringen Verfügbarkeit der Radeon R7 265 kann diese mit ihren 140 Euro nicht mit der GeForce GTX 750 Ti mithalten, die derzeit ab 120 Euro zu haben ist - dazu sind die Abstände in den Benchmarks einfach zu gering. Ein weiterer Pluspunkt für das Modell von NVIDIA ist der geringe Stromverbrauch der neuen "Maxwell"-Architektur.

Mittelklasse bei AMD
Mittelklasse bei AMD

Sehr schwierig wird die Beurteilung für den unteren Preisbereich von 100 Euro und weniger. Gerade hier aber machen die Hersteller ihren größten Umsatz. Leicht an der Spitze sehen wir hier die Radeon R7 260X, die sich vor die GeForce GTX 750 und 650 Ti setzt. Dahinter ist dann gleich wieder die Radeon R7 250X zu finden. Der neuen GeForce GTX 750 muss man allerdings den geringen Stromverbrauch für die gebotenen Leistung zugute halten. Wir hoffen, dass es NVIDIA gelingt diese Effizienz auch in die höhere Leistungsklassen zu übertragen. Noch gerade so als Spielerkarte durchgeht unserer Meinung nach die GeForce GTX 650, wenngleich hier schon große Kompromisse aus niedriger Auflösung und gleichzeitig geringen Qualitätseinstellungen gemacht werden müssen. Die Radeon R7 250, R7 240 und GeForce GT 640 gehen allenfalls noch als Multimedia-Karten im HTPC oder ähnlichen Anwendungen durch. Hier spielt dann ausschließlich der Preis die wichtigste Rolle. Zwischen 50 und 65 Euro bewegen wir uns hier - herstellerübergreifend und eine klare Empfehlung für das eine oder andere Modell fällt schwer. Bei den in diesem Preisbereich etwas höherwertigen Karten siegt die Radeon R7 260X auch preislich, denn mit 95 Euro ist sie in etwa gleich teuer wie eine GeForce GTX 750 oder GeForce GTX 650 Ti, leistet aber mehr. Für die 75 Euro einer Radeon R7 250X bekommt man dann auch das, was preislich annonciert wird.

Persönliche Meinung

Ich verstehe die high-end-getriebene Marketing-und PR-Maschinerie der Hersteller, schließlich ist es auch in anderen Branchen üblich, das beste und schnellste zu bewerben. Über ein gewisses "Downsizing" werden positive Eigenschaften der höherwertigen Produkte dann in den Massenmarkt übertragen. Gerade in den letzten Monaten aber scheinen AMD und NVIDIA ihren Fokus immer mal wieder gerne auf die Mittelklasse legen zu wollen. Bereits mehrfach angesprochen haben wir, dass eben diese Produkte das Rückgrat eines jeden Grafikkarten-Herstellers sind. Hier werden teilweise enorme Stückzahlen erreicht und Umsatz und Marge scheinen auch nicht schlecht zu sein, was sich vor allem durch den Umstand zeigt, dass einige GPU-Generationen bzw. einzelne Chips teilweise sogar zweimal umbenannt und an das jetzige Namensschema angepasst werden.

Teilweise war es erstaunlich zu sehen, was selbst mit Grafikkarten für 100 bis 150 Euro alles möglich ist. Inzwischen hat man sich ja bereits daran gewöhnt, dass Grafikkarten gerne auch mal 1.000 Euro kosten können. Noch immer fasziniert bin ich auch von der Effizienz der neuen "Maxwell"-Architektur. Ich bin gespannt, wie sich AMD und NVIDIA in den kommenden Monaten neu aufstellen werden. (Andreas Schilling)