Seite 5: Overclocking mittels EVBot und spezieller Software

EVGA bietet mit dem EVBot ein Stück Hardware, das beim Overclocking von Grafikkarten und Mainboards nicht nur unterstützen, sondern völlig neue Möglichkeiten offenbaren soll.

EVGA GeForce GTX 780 Classified
EVGA GeForce GTX 780 Classified

Der EVBot ist dabei kein neues Feature und wird bereits von zahlreichen Mainboards und Grafikkarten unterstützt. Wir hatten bereits bei der GeForce GTX 680 Classified das Vergnügen damit einige OC-Versuche zu starten. Weitere Informationen zur unterstützten Hardware findet man bei EVGA selbst. Der EVBot ist für 89,90 Euro direkt bei EVGA im Shop zu bekommen. Während der EVBot bei den Mainboards Zugriff auf nahezu jede BIOS-Funktion zulässt, beschränkt sich dies bei den Grafikkarten auf die Steuerung der Spannungen. Es ist also weiterhin eine Software (beispielsweise EVGAs Tool Precision X) notwendig, um die Taktraten anzupassen.

EVGA GeForce GTX 780 Classified
EVGA GeForce GTX 780 Classified

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, kann es losgehen. EVBot erlaubt den Zugriff auf folgende Spannungen: NVVDD (GPU-Spannung), FBVDD (Speicher-Spannung) und PEXVDD1 (PCI-Express-Spannung). Bis zu 1,5 Volt können so an die GPU gebracht werden, was dann aber nur noch mit einer Wasser- oder LN2-Kühlung vertretbar ist. Bei der Speicherspannung geht es auf bis zu 1,8 Volt und die PCI-Express-Spannung kann auf bis zu 1,242 Volt angehoben werden.

EVGA GeForce GTX 780 Classified
EVGA GeForce GTX 780 Classified

Interessant ist dies vor allem, da der EVBot Zugriff auf Spannungsbereiche zulässt, die sonst nicht möglich wären. In diesem Beispiel haben wir die GPU-Spannung einmal auf 1,3125 Volt angehoben. Per offizieller Software wäre bereits bei 1,2 Volt das Ende der Fahnenstange erreicht.

OC per Drittanbieter-Software

EVGA verbaut als VRM-Controller den CHiL CHL8318. Dieser wird im Normalfall von Programmen wie dem "EVGA Precision X"-Tool oder dem MSI Afterburner angesprochen. NVIDIA erlaubt über diese Software-Hilfen eine maximale GPU-Spannung von 1,2 Volt. Speicher- und PCI-Express-Spannungen bleiben von diesen Programmen völlig unangetastet.

Wie wir bereits gesehen haben, kann der EVBot helfen hier weitaus höhere Werte zu erreichen. Doch erstens ist dazu der EVBot als solches vonnöten und zweitens wäre eine Software, die ähnliche Anpassungen erlaubt, weitaus bequemer.

"GTX Classified Controller" auf der EVGA GeForce GTX 780 Classified

Der offenen Standard, den VRM-Controller anzusteuern, hat dazu geführt, dass findige Entwickler ein Stück Software geschrieben haben. Der "GTX Classified Controller" erlaubt ohne weiteres Zutun die GPU-Spannung auf 1,35 Volt anzuheben - ohne zusätzliche Hardware oder Modifikationen am PCB. Das Plus von 0,15 Volt gegenüber dem Default-Wert macht sich beim Overclocking offenbar deutlich bemerkbar. Weiterhin lassen sich noch Speicher- und PCI-Express-Spannung in folgenden Bereichen anpassen:

  • NVVDD: 0,8 bis 1,35 Volt
  • FBVDD: 1,6 - 1,8 Volt
  • PEXVDD: 1,05 bis 1,242 Volt

Diese Möglichkeiten sorgen natürlich dafür, dass wir gerade beim Overclocking der EVGA GeForce GTX 780 Classified auf Werte kommen, wie wir sie auf anderen Karten bisher nicht gesehen haben. Wir haben die GPU-Spannung auf 1,2925 Volt angehoben und auch bei den anderen beiden Spannungen etwas noch oben gedreht und letztendlich folgendes Ergebnis erreicht:

  • GPU-Takt: 1.371 MHz, ein Plus von 23,4 Prozent gegenüber den Default-Werten
  • Speicher-Takt: 1.750 MHz, ein Plus von 12,7 Prozent gegenüber den Default-Werten

Wir haben uns daher dieses Mal entschlossen, nicht nur einige ausgewählte OC-Werte auf einer Sonderseite unterzubringen, sondern die EVGA GeForce GTX 780 Classified mit diesen Settings komplett mit in die Benchmarks aufzunehmen.