Seite 1: Fractal Design Define R6 im Test - das 2-in-1-Gehäuse

Fractal Design Define R6

Das Fractal Designs Define ist seit Jahren die Standardempfehlung, wenn ein leises ATX-Gehäuse gesucht wird. Mit dem Define R6 kommt jetzt die sechste Revision auf den Markt. Und mit diesem Define R6 verspricht Fractal Design nicht einfach nur ein paar kleine Veränderungen. Nein, der Midi-Tower wurde runderneuert und soll mit zwei völlig unterschiedlichen Innenräumen für besonders viele Käufer geeignet sein. 

Wenn sich ein Produkt als Standardempfehlung etabliert hat, birgt das auch Gefahren. Zu schnell ruhen sich Hersteller auf ihren Lorbeeren aus. Wenn die Konkurrenz dann mit innovativen Produkten vorbeizieht, kommt das böse Erwachen. Fractal Design will dieses Risiko erst gar nicht eingehen. Für das Erfolgsmodell Define werden deshalb in schöner Regelmäßigkeit neue Revisionen entwickelt. Bis heute war das Define R5 von 2014 aktuell. Dieser Midi-Tower verbindet ein minimalistisches Design mit einem überzeugenden Mix aus Silentmaßnahmen und Kühloptionen. Große Sprünge machte die fünfte Revision vor allem bei der Modularität im Innenraum. Gerade die Wasserkühlungsoptionen konnten davon profitieren. 

Doch seit dem Launch des Define R5 sind auch schon wieder drei Jahre vergangen. Und in diesen drei Jahren gab es im Gehäusesegment durchaus einige Entwicklungen. Manche hat Fractal Design auch schon bei eigenen Gehäusen aufgegriffen. Mit dem Meshify C konnten wir beispielsweise ein erstes Fractal Design-Modell mit Sichtfenster aus gehärtetem Glas testen.

Materialwahl und äußeres Erscheinungsbild sind dann auch beim neuen Define R6 ein Thema. So wird zusätzlich zur Standardvariante mit geschlossenen und gedämmten Seitenteilen natürlich auch eine Tempered Glass-Variante mit Glasseitenteil angeboten. Vor allem aber hat Fractal Design einen Missstand behoben, den das Define seit Generationen begleitet hat: Die Kunststofffront im Aluminiumlook wirkte immer etwas billig. Beim Define R6 kommt nun endlich echtes Aluminium zum Einsatz.

Fractal Design belässt es aber keineswegs bei kosmetischen Änderungen, sondern krempelt den Innenraum komplett um und macht ihn noch flexibler. Das geht so weit, dass das Define R6 praktisch zwei Gehäuse in einem sein kann. Im Standardlayout gibt es einen ganz klassischen Laufwerksschacht, der sogar noch einen 5,25-Zoll-Laufwerksplatz bieten kann. Das "Open Layout" löst diesen Laufwerksschacht hingegen komplett auf. Das macht die Mainboardkammer geräumiger und verbessert sowohl den Luftstrom als auch die Wasserkühlungsmöglichkeiten. Und selbst an Details hat der Hersteller Hand angelegt. So werden die ModuVent-Abdeckungen in einer neuen Generation genutzt und die klassische Lüftersteuerung weicht dem sogenannten Nexus+ Smart Hub.

Eine Neuerung gibt es aber auch beim Preis. Das Define R5 kam vor drei Jahren noch mit einer UVP von 104,99 Euro (geschlossenes Seitenteil) bzw. 114,99 Euro (Variante mit Acryl-Window) auf den Markt. Das Define R6 soll schon in der Standardvariante 129,99 Euro kosten. Noch happiger wird es beim Tempered Glass-Modell. Während das Glasseitenteil mittlerweile selbst bei einigen Einsteigergehäusen Standard ist, verlangt Fractal Design dafür 20 Euro Aufpreis. Damit kostet das Define R6 Tempered Glass dann 149,99 Euro. Das optional erhältliche Riserkabel (Flex VRC-25 PCIE x16 Vertical GPU Riser Kit) für die vertikale Grafikkartenmontage ist dabei noch nicht inbegriffen. Es soll in der Mitte des ersten Quartals 2018 verfügbar werden. Fractal Design benennt dafür einen Preis von 39,99 Euro. Und auch USB 3.1 Typ-C gibt es nur optional und gegen Aufpreis. Wenn das entsprechende Modul am Ende des ersten Quartals 2018 verfügbar wird, soll es 29,99 Euro kosten. Was es ohne Aufpreis gibt, das sind verschiedene Farbvarianten: Define R6 - Black, Define R6 - Blackout (ohne weiße Farbakzente), Define R6 - White und Define R6 – Gunmetal.

Anleitung und Montagematerial liegen dem Define R6 selbstverständlich bei. Dazu gibt es aber auch noch schwarze Kabelbinder und (zumindest bei der Tempered Glass-Variante) ein Putztuch.

Bevor wir mit dem eigentlichen Test beginnen, hier die Eckdaten des Gehäuses in tabellarischer Form:

Eckdaten: Fractal Design Define R6 Tempered Glass
Bezeichnung: Fractal Design Define R6 Tempered Glass
Material: Stahl, Kunststoff, gehärtetes Glas, Aluminium
Maße: 233 x 465 x 543 mm (B x H x T)
Formfaktor: E-ATX (bis 285 mm Breite), ATX, Micro-ATX, Mini-ITX
Laufwerke: 1x 5,25 Zoll (intern), 6x 2,5/3,5 Zoll (intern)
Lüfter: 3x 120/2x 140 mm (Front, 2x 140 mm vorinstalliert), 1x 120/140 mm (Rückwand, 1x 140 mm vorinstalliert), 3x 120/2-3x 140 mm (Deckel, optional), 2x 120/140 mm (Boden, optional)
Radiatoren (maximal laut Hersteller): Front: 360/280 mm, Deckel: 360/420 mm (420 mm nur offenes Layout), Rückwand: 120 mm, Boden: 240/280 mm
Gewicht: ca. 12,4 kg
Preis: Standardvariante: 129,99 Euro; Tempered Glass-Variante: 149,99 Euro (jeweils UVP)