Seite 7: Fazit

Das Suppressor F51 ist das erste Modell dieser Art von Thermaltake - doch das merkt man dem vielseitigen Silentgehäuse kaum an. Sicherlich hat Thermaltake vor und während der Entwicklung des Gehäuses auch direkte Konkurrenzmodelle genau unter die Lupe genommen, doch am Ende ist ein durchaus eigenständiges Gehäuse und vor allem eine attraktive Alternative zum beliebten Define R5 von Fractal Design entstanden. 

Schon das Format ist nicht alltäglich. Obwohl das Suppressor F51 noch als großer Midi-Tower durchgehen kann, ist es doch ein E-ATX-Gehäuse und sorgt für mehr Freiheit bei der Wahl des Mainboards. Äußerlich ähneln sich Define R5 und Suppressor F51 sehr. Thermaltake hat die Chance verpasst, das eigene Modell durch eine echte Alu-Front abzusetzen und die Fronttür auch nur mit einem vorgegebenen Anschlag gestaltet. Immerhin ist die Lüftersteuerung direkt erreichbar, so dass anders als beim Define R5 zum Regeln der Lüfter nicht erst die Fronttür geöffnet werden muss. Die Lüftersteuerung regelt zudem vier statt drei Lüfter, hat aber nur zwei Regelstufen. 

Eigene Wege beschreitet Thermaltake auch beim Kühlsystem. Man gibt sich nicht mit 120- oder 140-mm-Lüftern zufrieden, sondern kombiniert den 140-mm-Rückwandlüfter gleich mit einem 200-mm-Frontlüfter. Mit Blick auf die Kühlleistung zahlt sich das aus - die Hardware bleibt auch auf der kleinen von zwei Regelstufen kühler als im Define R5. Dafür hat das schwedische Vorbild in Sachen Lautstärke die Nase vorn. Heruntergeregelt ist das Suppressor F51 sehr leise, aber nicht ganz so flüsterleise wie das Fractal Design-Modell. Dabei überzeugen die Silentmaßnahmen durchaus. Die optionalen Lüfterplätze im Deckel und im Seitenteil werden nur bei Bedarf geöffnet und bleiben ansonsten schallgedämmt verschlossen. Die ebenfalls gedämmte Fronttür dämpft den Klang des Frontlüfters und auch an die Entkopplung von 3,5-Zoll-Festplatten und Netzteil wurde gedacht. Weil Thermaltake Stahl mit etwas höherer Materialstärke verbaut, ist das Suppressor F51 zudem schwerer - und Gewicht ist bei einem Silentgehäuse immer gut, denn es erschwert die Ausbreitung von Körperschall. Dass das Suppressor F51 durch den Materialeinsatz und die solide Konstruktion auch noch erfreulich robust wirkt, ist ein weiterer positiver Effekt. 

Wer die Luftkühlung lieber durch eine Wasserkühlung ersetzt, hat im Suppressor F51 schon formatbedingt etwas mehr Spielraum. Hinter der Front kann anders als beim Define R5 nicht nur ein 360-, sondern alternativ auch ein 420-mm-Radiator montiert werden. Vor allem aber gibt es weniger Einschränkungen für den Deckelradiator. Mainboardoberkante und Deckel sind nicht nur 4, sondern über 6,5 cm voneinander entfernt. Im Innenraum stehen trotz größeren Volumens weniger Laufwerksplätze als im Define R5 zur Verfügung, dafür punktet Thermaltake aber mit einer werkzeuglosen Montage der 3,5-Zoll-Festplatten und der 5,25-Zoll-Laufwerke. Bemerkenswert ist auch, dass die Laufwerksschubladen sogar hinter dem Mainboardtray Platz finden. Dadurch können die beiden Ausweichslaufwerksplätze nicht nur mit 2,5-, sondern auch mit 3,5-Zoll-Laufwerken bestückt werden. Was Fractal Design im Gegenzug besser löst, ist das Kabelmanagement. Ein spezieller Kabelschacht sorgt für mehr Platz und Klettverschlüsse erleichtern das Bündeln der Kabelstränge.  

Ein weiteres attraktives Konkurrezmodell für Suppressor F51 und Define R5 ist das be quiet! Silent Base 800. Optisch ist dieses ATX-Gehäuse deutlich auffälliger gestaltet und auch akustisch macht es sich mehr bemerkbar als die beiden anderen Modelle. Allerdings liegt das vor allem daran, dass be quiet! auf eine Lüftersteuerung verzichtet. Wer die Pure Wings 2-Lüfter selbst herunterregelt, bekommt aber auch das be quiet!-Gehäuse angenehm leise. Was dem Silent Base 800 im direkten Vergleich vor allem fehlt, sind großformatige Radiatorenplätze. Es nimmt maximal 280-mm-Radiatoren auf. Nachdem be quiet! das Silent Base 800 ursprünglich etwas teurer als das Define R5 anbieten wollte, haben sich die Preise zwischenzeitlich angeglichen. Das könnte auch beim Suppressor F51 passieren - allerdings ist die UVP mit Blick auf die E-ATX-Unterstützung auch nicht überzogen.

Nein, das Thermaltake Suppressor F51 ist nicht in jeder Hinsicht das bessere Define R5 - aber es ist eine bemerkenswert gelungene Alternative, die tatsächlich in einigen Punkten mehr überzeugt. Wir zeichnen das Suppressor F51 deshalb genauso wie den direkten Gegenspieler mit unserem Excellent-Hardware-Award aus.  

Thermaltake Suppressor F51

Positive Aspekte des Thermaltake Suppressor F51:

  • unaufdringliches und damit massentaugliches Design 
  • wirkungsvolle Silentmaßnahmen, trotzdem vergleichsweise gute Kühlleistung 
  • zweistufige Lüftersteuerung mit sinnvollen Settings
  • viel Platz für hohe Towerkühler und lange Grafikkarten
  • sämtliche Laufwerkskäfige modular, dadurch und auf Grund der Platzverhältnisse gut für Wasserkühlung geeignet
  • zusätzliche Laufwerksplätze hinter dem Tray (auch für 3,5-Zoll-HDDs)
  • werkzeuglose Montage von 3,5- und 5,25-Zoll-Laufwerken sowie Erweiterungskarten
  • einfach entnehmbare Staubfilter, I/O-Panel mit vier USB-Ports 

Negative Aspekte des Thermaltake Suppressor F51:

  • mit heruntergeregelten Lüftern leise, aber nicht extrem leise; mit einer mittleren Regelstufe wäre die Lüftersteuerung noch besser
  • Kabelmanagement nicht optimal