Seite 1: SilverStone Raven RV05 im Test

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Mit dem Raven RV05 bringt SilverStone die Raven-Serie in fünfter Generation auf den Markt. SilverStone gibt sich überzeugt, dass das neue Gehäuse noch ausgefeilter als seine Vorgänger ist und bei überschaubaren Maßen eine optimale Kühlleistung bietet. 

Die ersten Ravenmodelle reichten sehr weit in die Tiefe - das Raven RV01 beispielsweise ganze 660 mm. Geschuldet war das dem ungewöhnlichen Innenaufbau: Das Mainboard wird um 90 Grad gedreht montiert, sodass die Anschlüsse der I/O-Blende nach oben ragen und ein vertikaler Luftstrom möglich ist. Damit bestimmt die längste Seite des Mainboards die Gehäuselänge. SilverStone liegt eigentlich aber sehr daran, dass die eigenen Gehäuse nicht größer ausfallen als unbedingt nötig. Beim Raven RV04 (zu unserem Test) kam es deshalb zum Bruch mit dem bisherigen Konzept. Das Mainboard wird in diesem Modell um 180 Grad gedreht montiert, also auf den Kopf gestellt. Die Gehäusetiefe konnte so auf 497 mm reduziert werden. 

Auch das Raven RV04 bot eine herausragende Luftkühlleistung - so ganz zufrieden scheint SilverStone mit der angepassten Mainboardorientierung aber doch nicht gewesen zu sein. Für das Raven RV05 heißt es deshalb: Alles zurück auf Anfang. Das Mainboard wird wieder um 90 Grad gedreht. Bemerkenswerterweise legt das Gehäuse im Vergleich zum Vorgänger aber kaum an Tiefe zu. Damit das Raven RV05 nur 1 mm tiefer als das Raven RV04 wird, hat SilverStone tief in die Trickkiste gegriffen und fast den kompletten Laufwerksschacht aus dem Gehäuse verbannt. Die Festplatten werden stattdessen in einem schmalen Käfig mit zwei Laufwerksplätzen montiert. Die beiden 2,5-Zoll-Laufwerke wandern an die Rückseite des Mainboardtrays und anstelle der ohnehin immer weniger genutzten 5,25-Zoll-Laufwerksplätze gibt es einen Montageplatz für ein Slim-Laufwerk mit Slot-in-Beladung. 

Das Raven RV05 ist damit definitiv kein Storage-Gehäuse, kommt aber trotz der Unterstützung von SSI-CEB-Mainboards und der gedrehten Mainboardmontage nur auf eine Größe von 242 x 529 x 498 mm (B x H x T). Das Kühlsystem stützt sich wieder einmal auf zwei 180-mm-Lüfter, die am Boden sitzend für einen vertikalen Luftstrom sorgen. Dieser Luftstrom erreicht ungehindert und auf kurzem Weg alle kritischen Komponenten und verlässt das Gehäuse schließlich an der Oberseite. 

Im Vergleich mit dem Raven RV04 fällt auch auf, dass SilverStone dem Raven RV05 ein weniger verspieltes Design verpasst hat. Als Gamergehäuse ist das schwarze Rabengehäuse aber trotzdem zu erkennen. Weil der Verkaufspreis bei moderaten 104,90 Euro liegt, könnte das Raven RV05 prinzipiell für einen breiten Käuferkreis interessant sein. Vorausgesetzt natürlich, dass es wirklich wieder eine herausragende Kühlleistung bietet.

Einen ersten Eindruck vom Gehäuse bietet das Ausgepackt & angefasst-Video. Im Video stellen wir dem Raven RV05 auch das "alte" Raven RV04 gegenüber.

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SilverStone beschränkt den Lieferumfang auf das Wesentlichste. Dem Gehäuse liegen nur Bedienungsanleitung und Montagematerial mit vier Kabelbindern bei. Die Bedienungsanleitung ist aber wichtiger als bei den meisten Standardgehäusen - wegen der abweichenden, teils einzigartigen Handhabung empfiehlt sich öfters ein Blick hinein. Sonst kann selbst das Öffnen der Seitenteile zum Rätselraten werden. 

Bevor wir mit dem eigentlichen Test beginnen, hier die Eckdaten des Gehäuses in tabellarischer Form:

Eckdaten: SilverStone Raven RV05
Bezeichnung: SilverStone SST-RV05B-W
Material: Stahl, Kunststoff
Maße: 242 x 529 x 498 mm (B x H x T), 63,8 L
Formfaktor: SSI-CEB, ATX, Micro-ATX
Laufwerke: 1x optisches Laufwerk im Slim-Format mit Slot-in (extern), 2x 3,5 Zoll (intern), 2x 2,5 Zoll (intern)
Lüfter: 3x 120 oder 2x 140/180 mm (Boden, 2x 180 mm vorinstalliert), 1x 120 mm (Deckel, optional)
Gewicht: 7,6 kg
Preis: 104,90 Euro