Seite 8: Fazit

Phanteks schickt sich mit dem Enthoo Primo an, von 0 auf 100 durchzustarten. Der Full-Tower soll sowohl luft- als auch wassergekühlt niedrige Temperaturen gewährleisten, edel aussehen und wird dabei auch noch für einen attraktiven Preis angeboten. Im Verlauf des Tests wurde deutlich, dass diese Versprechen weitgehend eingelöst werden. Trotzdem gibt es einige Kritikpunkte, die Phanteks bei einer neuen Revision oder einem Nachfolger noch beheben könnte. 

Es gibt aktuell nur wenige Gehäuse, die 480-mm-Radiatoren aufnehmen können. Nominell bietet das Enthoo Primo sogar Platz für zwei dieser Riesen. Der Bodenratiator sollte nach unseren Erfahrungen aber möglichst schmal ausfallen. Zu bedenken ist auch, dass sich Front-, Seitenteil- und Bodenratiator gegenseitig ins Gehege kommen können. In der Praxis dürften die meisten Nutzer aber ohnehin nicht alle Radiatorenplätze voll ausreizen, sodass diese Einschränkungen nur bedingt relevant sind. Das gilt auch für den Kritikpunkt, dass das Enthoo Primo keine Lüftersteuerung bietet. Denn dank des Lüfterverteilers können alle Gehäuselüfter von einem PWM-Anschluss des Mainboards gesteuert werden. Störender sind da schon die kleineren Verarbeitungsmängel des Testsamples. 

Doch die angesprochenen negativen Aspekte müssen ins richtige Verhältnis gesetzt werden. Das Enthoo Primo bietet den Komfort eines sehr gut ausgestatteten Mainstreamgehäuses, wurde gleichzeitig aber so für den Einsatz einer Wasserkühlung optimiert wie nur wenige Spezialgehäuse. Phanteks geht noch einen Schritt weiter als beispielsweise Corsair beim Obsidian Series 900D. Das Enthoo Primo bietet nicht nur Platz für große Radiatoren, sondern auch einen Montageplatz für die Pumpe und Montageplätze für den oder die Ausgleichsbehälter. Besonders bemerkenswert ist auch die Innenraumgestaltung, durch die Kabelstränge sehr gut verdeckt werden und die Aufwertung durch Aluminium im Front- und Deckelbereich.

Dass dieses gut ausgestattete und extrem flexibel nutzbare Gehäuse für 229,90 Euro erhältlich ist, macht es noch attraktiver. Das angesprochene Corsair Obsidian Series 900D ist mit rund 315 Euro deutlich teurer, unterstützt dafür aber selbst riesige HPTX-Mainboards und kann auch noch mit drei Hot-Swap-Laufwerksplätzen punkten. 

Mit dem Enthoo Primo kann Phanteks eine gelungene Premiere im Gehäusesegment feiern. Der Full-Tower ist gleichermaßen für Luft- wie für (extreme) Wasserkühlung geeignet und geizt nicht mit Innovationen. Damit verdient sich das Phanteks Enthoo Primo unseren Technik-Award.

alles

Positive Aspekte des Phanteks Enthoo Primo:

  • fünf vormontierte 140-mm-Lüfter sorgen für gute Luftkühlleistung
  • für Wasserkühlung optimiert (und das weit über Radiatorenplätze hinaus)
  • Aluminiumblenden werten Front und Deckel auf
  • flexible Innenraumnutzung dank modularem Aufbau
  • zahlreiche 2,5-Zoll-Laufwerksplätze außerhalb der modularen HDD/SSD-Käfige
  • hervorragendes Kabelmanagement
  • wartungsfreundliche Staubfilter
  • Bestückung des I/O-Panels

Negative Aspekte des Phanteks Enthoo Primo:

  • dünne Haltenasen der Kunststoffanbauteile, beim Testsample Spaltmaße und Lackierung nicht optimal
  • keine Lüftersteuerung, Lüfter ungeregelt laut
  • keine XL-ATX-/HPTX-Unterstützung