Seite 7: Fazit

Mit dem Deep Silence 2 bietet Nanoxia ein Gehäuse an, das zwar sehr an das Deep Silence 1 angelehnt ist, sich aber doch in einigen Punkten von diesem Modell unterscheidet. 

Im Kern bietet auch das neue Modell das bewährte Konzept, das wirkungsvolle Silent-Maßnahmen mit flexiblen Kühloptionen kombiniert. Das Deep Silence 2 gehört zu den leisesten Gehäusen, die wir bisher testen konnten. Möglich wird das vor allem durch die effektive Schalldämmung und die drei verbauten Lüfter, die sich dank der integrierten Lüftersteuerung mit sehr geringer Lautstärke betreiben lassen. Gleichzeitig werden Festplatten und das Netzteil entkoppelt, auch das Gehäuse selbst steht auf Füßen mit weicher, entkoppelnder Auflage. Bei einem Silent-Gehäuse ist auch die Materialstärke wichtig. 0,7 mm sind zwar kein Rekordwert, sorgen aber zumindest für eine ausreichende Verwindungssteifigkeit. Das Dämmmaterial sollte zusätzlich dafür sorgen, dass speziell die Seitenteile nicht zum Mitschwingen neigen.

Was das Kühlsystem angeht, gibt es neben den drei vormontierten Lüftern fünf weitere Lüfterplätze, die eine flexible Anpassung der Kühlleistung ermöglichen. Die Lüfterplätze im Deckel sind im Auslieferungszustand sinnvollerweise verschlossen, um Schallaustritt vorzubeugen. Anders als das DS1 ist das DS2 nicht auf die Montage von Radiatoren direkt hinter der Front und im Deckel ausgelegt. Dafür gibt es aber eine Lüfter- bzw. Radiatorenhalterung am Festplattenkäfig.

Die Hardware-Montage fällt im Nanoxia-Gehäuse leicht. Dank des E-ATX-Formats ist viel Platz und zumindest Erweiterungskarten und optische Laufwerke lassen sich werkzeuglos montieren. Für die Montage von Festplatten und SSDs muss hingegen zum Schraubenzieher gegriffen werden. Die Kabeldurchführungen sind zwar sinnvoll platziert, zwischen Tray und Seitenteil wäre aber etwas mehr Platz für das komfortable Verlegen von Kabeln wünschenswert. 

Gegenüber der Konkurrenz aus eigenem Haus, also dem Deep Silence 1, muss man beim zweiten Deep Silence-Modell auf zwei Komfort-Features verzichten. Das I/O-Panel ist nicht mehr versenkbar und der "Air Chimney" fehlt. Entscheidendere Unterschiede sind die Unterstützung unterschiedlicher Formfaktoren (XL-ATX beim DS1, E-ATX beim DS2) und die bessere Wasserkühlungseignung des Deep Silence 1. Wer auf die zusätzlichen Features verzichten kann, erhält mit dem DS2 ein günstigeres Alternativmodell, das in den gleichen Kerndisziplinen punktet. 

Bezieht man die Modelle anderer Hersteller ein, lässt sich das Deep Silence 2 am besten mit dem Define XL R2 von Fractal Design vergleichen. Beide Gehäuse ermöglichen die Unterbringung von E-ATX-Mainboards und können sowohl als Silent-Gehäuse genutzt werden als auch alternativ mit zusätzlichen Lüftern oder Radiatoren zu Gehäusen mit hoher Kühlleistung umgerüstet werden. Das in Schweden entwickelte Konkurrenzmodell ist etwa 40 Euro teurer als das Deep Silence 2 und in einigen Punkten besser ausgestattet. So bietet es auch in der Front 140-mm-Lüfterplätze, mehr Wasserkühlungsmöglichkeiten, spürbar mehr Raum für Kabelmanagement und hohe CPU-Kühler und modulare Festplattenkäfige. Das Nanoxia-Modell punktet unter anderem mit der Möglichkeit, ganze sechs Lüfter per Lüftersteuerung zu regeln. Werden die zusätzlichen Kapazitäten des Define XL R2 nicht benötigt, ist das Deep Silence 2 sicherlich auf Grund des deutlich niedrigeren Preises eine interessante Alternative.

Dem Deep Silence 2 fehlen zwar einige auffällige Vorzeigemerkmale des Deep Silence 1, dementsprechend sticht seine Ausstattung nicht ganz so sehr ins Auge. Im Kern bietet es aber die gleichen Basistugenden wie das teurere Geschwistermodell und ist zu E-ATX-Mainboards kompatibel.

Positive Aspekte des Nanoxia Deep Silence 2:

  • sehr leise dank Silent-Ausstattung mit Dämmmatten, Entkopplung, drei leisen Lüftern und Lüftersteuerung für sechs Lüfter
  • bei Bedarf Kühleistung leicht steigerbar, fünf optionale Lüfterplätze und Montageplatz für 240er-Radiator
  • Staubfilter vor Lufteinlässen, Staubfilter im Boden leicht entnehmbar
  • werkzeuglose Montage von optischen Laufwerken und Erweiterungskarten
  • Durchführungen für Kabelmanagement sinnvoll angeordnet
  • trotz nicht-modularer Laufwerkskäfige genug Platz für überlange Erweiterungskarten

Negative Aspekte des Nanoxia Deep Silence 2:

  • Fronttür nicht beidseitig montierbar, nur 120-mm-Lüfterplätze hinter der Front 
  • keine werkzeuglose Montage von Festplatten/SSDs
  • Platz hinter dem Tray etwas knapp