Seite 1: Samsung Galaxy Note 8 im Test: Stift und Dual-Kamera als Preistreiber

Dieses Jahr soll der S Pen tatsächlich zurück nach Deutschland kommen. Zwar war das Comeback bereits für den vergangenen Herbst geplant, am Ende wurde es aber nichts mit dem Galaxy Note 7 - die Gründe dafür sind bekannt. Damit sich dies nicht wiederholt, geht Samsung auf Nummer sicher. Allerdings nicht nur mit Blick auf den Akku. Denn die Verwandtschaft zum Galaxy S8 und Galaxy S8+ ist unübersehbar, was zum Problem für das Galaxy Note 8 werden könnte. Das zeigt nicht nur das Datenblatt, sondern auch der Test.

Interessierten macht Samsung es einfach. Denn zumindest anfangs wird das Galaxy Note 8 nur in den beiden Farbvarianten Midnight Black und Maple Gold angeboten. Optionen bezüglich der Speicherausstattung gibt es nicht, lediglich bezüglich der Dual-SIM-Funktionalität ist unter Umständen eine Entscheidung notwendig. Denn wer das Smartphone direkt über Samsung bezieht, kann zwei SIM-Karten nutzen, bei Providern und anderen Händlern soll es hingegen nur die Single-SIM-Variante geben. Auswirkungen auf den Preis hat das aber nicht, für beide Modelle verlangt Samsung unverbindliche 999 Euro - zum Zeitpunkt des Tests wich davon kein Händler gravierend ab.

Das der Note-Serie zugrunde liegende Konzept ist schnell umrissen: Man nehme die jeweils aktuelle Galaxy-S-Generation und paart diese mit einem größeren Display, ein bis zwei technischen Neuerungen und natürlich dem Eingabestift S Pen. Daran rüttelt Samsung auch in diesem Jahr nicht.

Langer Lulatsch

Entsprechend weicht das Galaxy Note 8 optisch grundsätzlich nicht vom S8-Design ab. Auffällig sind deshalb auch hier die schmalen Ränder rund um das Display, was durch den Einsatz des Infinity Displays möglich wird. Entsprechend ist oberhalb der Anzeige gerade noch genügend Platz für Lautsprecher, Sensoren und Kameras, unterhalb reicht es hingegen nicht für den bis Anfang des Jahres obligatorischen Home-Button. Entsprechend wirkt die Front sehr nüchtern und technisch-kühl, was natürlich auch am Verhältnis von Display zu Vorderseite liegt. Samsung selbst nennt den entsprechenden Wert nicht, rein rechnerisch nimmt die Anzeige knapp 83 % der Front ein.

Wechselt die Perspektive zur Rückseite, fällt die größte Neuerung auf - die erstmals von Samsung verbaute Dual-Kamera. An der Gestaltung ändert die im Vergleich zum Galaxy S8 aber nichts. Wieder sitzen die Kameras im oberen Fünftel, wieder sind LED-Blitz, Herzschlagsensor und Fingerabdrucksensor daneben untergebracht. Klar ist dementsprechend, dass Samsung einen der größten Kritikpunkte des Galaxy S8 nicht beseitigt hat. Denn vom Standpunkt der Ergonomie betrachtet ist die Position des Fingerabdrucksensors äußerst ungünstig gewählt. Die Platzierung unterhalb der Kamera wäre die bessere Wahl gewesen. Davon abgesehen gibt es keine optischen Highlights, lediglich der Hersteller-Schriftzug sticht noch ins Auge.

Interessanter sind da schon die seitlichen Ränder. Die kennt man zwar so schon länger, die Kombination aus dünnem Metallsteg und gebogenem Display und gebogener Rückseite übt aber nach wie vor eine gewisse Faszination aus. Gerade aus diesem Blickwinkel wirkt das Galaxy Note 8 sehr harmonisch gestaltet.

Aber auch hier gilt: Was hübsch anzuschauen ist, muss noch lange nicht gut zu bedienen sein. Zwar spricht Samsung beim Galaxy Note 8 von einer Dicke von 8,6 mm, der dünne Metallsteg misst aber lediglich etwa 3 mm. Dadurch bietet das Smartphone seitlich nur wenig Kontaktfläche für die Hand, was in Verbindung mit der glatten Rückseite und der schieren Größe - in Länge und Breite sind es 162,5 x 74,8 mm - schnell zu Problemen führen kann. Mit kleinen Händen lässt sich kaum eine auf längere Sicht komfortable Haltung finden und selbst mit großen Händen greift man vorsichtshalber Stärker als vermutlich erforderlich zu, damit da Galaxy Note 8 nicht aus der Hand rutscht.

Dafür lassen sich die insgesamt vier Tasten - rechts für Standby, links für Lautstärke und Bixby - tadellos erreichen. Die Bedienung mit nur einer Hand ist allerdings selbst mit sehr langen Fingern nicht möglich. Das liegt zum einen an der Display-Diagonalen von 6,3 Zoll, zum anderen aber auch am nach wie vor ungewöhnlichen Seitenverhältnis von 18,5:9. Das sorgt dafür, dass das Gehäuse schmaler, aber auch länger als bei einem Smartphone im 16:9-Format ausfällt.

Gänzlich unangebracht ist Kritik an der Verarbeitung. Hier erlaubt Samsung sich keinerlei Patzer. Alle vier Tasten sowie der im oberen Rand platzierte Kartenträger sind sauber eingefügt und bieten kein überflüssiges Spiel. Die Übergänge zwischen Glas und Metall respektive Metall und Antennen-Isolatoren sind zwar erkenn-, aber kaum fühlbar. Während die Wahl von Metall für den Rahmen eine gute ist, scheiden sich an Glas die Geister. Stürze und ähnliches nimmt das schnell übel, der Einsatz einer Hülle ist somit fast schon verpflichtend.

Auffällig ist das hohe Gewicht von 195 g. Das sind immerhin 26 g mehr als noch beim Galaxy Note 7, das Galaxy S8+ kommt mit 173 g aus. Am Schutz vor Wasser und Staub gemäß IP68 hat man festgehalten.