@Nemesys, dein letzter Post zeigt mir, dass du wirklich schwer betroffen bist. Liest sich für mich sehr authentisch

Super beschrieben. Ich hätte hier nicht gedacht, dass doch einige schwere Fälle hier sich im Thread outen.
Alle Achtung

Ich merke, ich bin damit hier alles andre als alleine

Wie gehst du mit um und hast du ein gesundes Maß an Selbstliebe und Gelassenheit den Widrigkeiten zu begegnen die dir zu schaffen machen?
gelassenheit sehr viel und selbstliebe so gut wie garnichts. zumal ich den begriff "liebe" nicht kennen gelernt hab, da man sowas nur durch andere menschen lernt. wobei gelassenheit relativ ist. ich hab manchmal so eine innere unruhe, dass ich garnicht weiß, was ich zuerst machen soll.
ich weiß auch überhaupt nicht, wie ich mit meiner depression umgehen soll. manchmal ist das gefühl überhaupt nicht vorhanden und manchmal erdrückt es mich. meine laune kann sich schlagartig von total gut drauf auf selbstmordgefährdet umstellen. dazu reicht meistens sogar ein gedanke oder ein falsches wort zur falschen zeit.
ich kann meine depression nur umgehen, wenn ich arbeite. 1 woche urlaub ist für mich eher mit einer tortur vergleichbar, als mit entspannung und auch die wochenenden sind für mich nicht wirklich genießbar. auf arbeit hab ich keine depression, auch wenn ich manchmal wie jeder andere gerade lieber woanders wäre, als dort. aber irgendwo unterdrückt es am meisten. deshalb hab ich mich auch in den letzten 3 jahren irgendwie unbewusst zum arbeitstier entwickelt. heißt nicht, dass ich überstunden mache, ich mach auch nur meine 8 stunden am tag und dann nix wie weg. je auslaugender der tag, umso entspannter fühlt es sich an. aber ich mach in dieser zeit meine arbeit auch so gut, wie es irgendwie möglich ist.
ich kann auch mit niemanden drüber sprechen. die einzigen menschen wären in dem fall meine eltern, wo ich es auch oft schon versucht habe. wenn ich mit denen über selbstmord, lebensmüdigkeit oder ähnliche themen reden will, weils mich einfach bedrückt, wird das thema abgeblockt, angeblich weil sie viel zu emotional mir gegenüber sind.
da aber depressionen eine schleichende seelische krankheit sind, die über mehrere jahre hinweg sich erst manifestiert, erkennt man es auch oft erst, wenn es zu spät ist. zumindest ist es aber schonmal ein anfang, wenn man weiß, was einem im leben fehlt. das ist in meinem fall eine emotionale bindung zu einer frau.

ok, so doof oder bescheiden wie das folgende jetzt auch klingt: es geht dabei nicht um sex! es geht um die zwischenmenschliche beziehung. als mann kenne ich mich, aber ich unterhalte mich nicht mit anderen männern über uns selbst. das liegt daran, dass ich die meisten gedankengänge kenne. gegenüber einer frau ist das nicht der fall, die denken anders, sind einfühlsamer und können meistens sogar die besseren tipps geben.
für manche ist sowas wie eine umarmung selbstverständlich. für mich ist sowas unbekannt. die meisten wissen garnicht, was sie eigentlich haben und wissen es auch imho garnicht zu würdigen. eine geste wie ein gespräch, wo man nicht gleich als jammerlappen abgetan wird, ist sowas von selten. als mann muss man immer stark sein und möglichst keine schwächen vorweisen. eigentlich hasse ich schwäche, ich fühl mich nur durch hass und wut wirklich stark. beide haben mich immer voran getrieben und auch weiter voran getrieben, als mitgefühl und freundschaft. also im grunde hasse ich mich selbst.
beantwortet das deine frage?
mir gehen zuviel sachen durch den kopf, um die klar und strukturiert hier aufzuschreiben...