@B.XP, klasse Spoiler

Dennoch braucht er praktische Erfahrung. So kann er sich selbst kalibrieren sozusagen.
Wie diese Erfahrung nun ausgeht wird sich zeigen.
Du selbst bist auch durch Deine praktischen Erfahrungen da hin gekommen.
Ja das stimmt, und das war (und ist) ziemlich hart, zumal man dafür persönliche Eitelkeiten überwinden und irgendwelches pseudoromantisches Geschreibsel aus dem Kopf bekommen muss. Pseudoromantisch, weil vieles was in der Literatur, Filmen usw. als non-plus-Ultra dargestellt wird einfach einen Erwartungsdruck aufbaut, der der Realität nicht standhält, und mit echter Romantik nix zu tun hat. Es hätte mir sehr geholfen, wenn mir zu der entsprechenden Zeit den richtigen Tipp gegeben hätte, dass ich gerade komplett auf dem falschen Dampfer bin. Beim Kalibrieren steckt man die Grenzen ab und holt sich Orientierungspunkte ein. Dafür muss man aber die Landschaft/Formel/Funktion usw. kennen, WAS man denn kalibrieren will.
Auch ganz interessant, ich hab mich immer wieder mal oberflächlich mit PUA beschäftigt, meistens war ich aber nach 5min mit dem Thema durch. Die Methoden und Ziele die da im Ansatz vorgestellt werden, gehen mir gegen den Strich. Ich bin kein Befürworter von psychischer Manipulation. Haben Frauen oft genug bei mir gemacht, das gibt mir aber nicht das Recht, alle in einen Topf zu werfen und auf der Emotionalen Ebene zu manipulieren oder unter Druck zu setzen.
Dann hatte ich vor einiger Zeit, vielleicht ein Jahr, ein Buch gelesen, dass sich mit Markenwirkung und menschlichen Bedürfnissen und Motiven beschäftigt. Extrem interessant, einige Punkte davon wurden in einer beruflichen Weiterbildung letzte Woche zum Thema Motivation und Konfliktlösung aufgegriffen. Und um den Bogen zurück zum Thema zu schlagen; Mir ist gestern noch ein ebook/System untergekommen, das ich auf den ersten Blick auch in die Schublade PUA stecken wollte. Ich hab irgendwann mal das Geschreibe von wegen "tu das und du wirst mit lauter tollen Frauen im Bett landen" überlesen, und war von der Message die eigentlich hinter dem allen steht überrascht. Es sind die gleichen Mechanismen wie für Motivation,
gegenseitige Wertschätzung, Körpersprache: eigentlich alles was so in den Bereich "Social Skills" fällt. (ach ja, PUA wird übrigens auch abgelehnt)
So wie ich das jetzt aus verschiedenen Schulungen erlebt habe gibt es zwei Lager in der Psychologie, die nicht trauen sich zu widersprechen. Die eine geht von allgemeinen Menschlichen Grundbedürfnissen aus, die erfüllt werden müssen. Das Andere ist sehr ich-bezogen: Wie bekomme ich Macht und möglichst viel vom Kuchen oder anders: Wie werde ich ein Arschloch und setze meine neu gewonnene Macht so ein, dass ich sie behalte und Alle mir automatisch aus der Hand fressen. Ich muss nicht dazu schreiben, welches Konzept ich besser finde.
Der Witz ist, dass ich mich jetzt gedanklich mit den letzten zweieinhalb Jahren auseinandergesetzt habe, und ich sagen muss, dass ich selbst nicht so gut dabei wegkomme. Was mir beim schreiben des Postings jetzt auffällt ist noch ein Punkt, warum das Kopfkino so gefährlich ist. Es ist nicht nur die imaginäre Person, die so ideal ist, dass ihr reales Pendant nicht hinterherkommt. Es ist auch dass man die Beziehung mit dieser imaginären Person führt. Wenn man jemand neues kennenlernt, dann muss man erstmal mit dieser imaginären Beziehung "Schluss machen". Wenn nicht, dann bleibt sie im Hinterkopf und steht der neuen Beziehung im Wege. Und wenn man "Schluss macht" kämpft das Gehirn gegen seine eigenen Träume. Das ist beides reine Selbstverletzung. Und dann kann man weiterdenken, dass die reale Person sich von der imaginären Person unterscheidet - oooops!
Träumen sollte sich niemand verbieten lassen...Aber wenn man die Wahl hat (Tagträume!), sollte man das nicht auf eine bestimmte Person beziehen.