Na dann kommt die Stunde der Wahrheit

Lernen und spaß dabei dann ist es am Ende top. Basteln und gefrustet sein, das wars dann mit 3D Druck
Wenn die Kids sich erstmal mit basteln statt drucken beschäftigen sollen (und dann auch wollen), ist es doch der richtige Ansatz.
Ich verstehe diese in dieser Hinsicht "entweder oder" Einstellung nicht so wirklich.
Wenn schon "entweder oder", dann eher "will man einfach möglichst gute Druckergebnisse mit egal was", oder will man das die Kinder lernen, wie 3D-Druck überhaupt funktioniert?
Man muss doch auch bei einem Ender 3 nicht erst 20 Stunden basteln, bis der überhaupt mal was gedruckt kriegt.... wenn man eben keinen von vornherein schon komplett verbastelten gebraucht kauft, oder womöglich sogar als Defekt deklarierten.
Aber so einen Drucker muss man halt z.B. erstmal manuell leveln. Alleine das ist doch schon ein gewaltiger Lerneffekt. Warum muss man das tun? Welchen Abstand levelt man denn? Und warum so und so viel? Wie levelt man denn überhaupt? Ja, das steht in der Anleitung. Die kann man sogar lesen. Manchmal hilft das.
Und dann stellt man fest, das der Abstand in der Druckbettmitte passt, aber am Rand nicht. Also stellt man den Rand wo es eben nicht passt ein. Überraschung... jetzt passt es auf der anderen Seite nichtmehr. Also ist wohl das Druckbett schief. Also passt man das auch wieder an. Jetzt passts aber auf der Gegenseite wieder nichtmehr. Ha, woran könnte das liegen? Doch nicht nur schief?
Na klar, das Druckbett ist nicht schief, sondern krum, bzw. nicht auf den tausendstel Millimeter plan. Das ist dann halt einfach so und man hats sogar aus erster Hand selbst ermittelt. Mit der Erkenntnis kommen solche Verwunderungen wie hier im Thread erst kürzlich gar nicht erst auf, das ein Druckbett womöglich nicht absolut plan ist.
Ein Bambu macht das automatisch. Klar, sogar mit Mesh um eben genau das Bananenbrett auszugleichen. Warum der das macht und wozu man das überhaupt braucht, weiß man nicht, er machts halt einfach.
Natürlich ist das praktisch und komfortabel... aber lernen tut man damit nicht wirklich viel und vorallem nicht, wie so ein 3D-Drucker überhaupt funktioniert.
Einfach mal ein Filament eines anderen Herstellers ausprobieren? Aber dafür hat der "Drucker" ja kein vordefiniertes Profil? Was soll/muss ich da jetzt einstellen? Ich seh da wenig bis gar keinen Lerneffekt, das artet schnell einfach nur in "geht oder geht nicht" aus.
Ist irgendwie wie Führerscheinprüfung mit einem autonom fahrendem Auto. Man kann das Ziel eingeben, das wars dann aber auch schon. Mehr hat man nicht gelernt.
Also ich bin dankbar dafür, das ich Anfang der 90er mit PCs anfangen durfte, ich hab da noch einiges gelernt, was man heutzutage nichtmehr "wissen muss", aber trotzdem enorm hilft, wenn mal was nicht funktioniert. Ebenso bin ich dankbar dafür, das ich mit einem Qidi i-Mate S angefangen habe. Der war zwar schon fertig zusammengebaut, aber halt nicht vollautomatisch und ich hab mich bei Problemen auch mal daneben gesetzt und einfach zugeguckt, was das Ding da eigentlich treibt und dabei dann auch gesehen, was ggf. warum nicht funktioniert.
Wenn ich mir vorstelle, das solche Anwender dann nur noch fertige Modelle, idealerweise von Makerworld auf einem Bambu drucken, wo vermeintlich sowieso alles zusammenpasst, dann ist die Verwunderung groß, wenn irgendwas nicht mehr klappt... weil man ggf. noch nichtmal verstanden hat, warum ein 3D-Drucker z.B. bei Überhängen nicht einfach so "in die Luft" drucken kann.
Aber am Ende muss jeder selber entscheiden, was er seinen Kindern zur Verfügung stellt und ob sie solche Grundlagen verstehen lernen sollen, oder ob man das aufgrund des Fortschritts sowieso als "funktioniert einfach" vorraussetzt.
Das Antibeispiel wäre: Ich hab auch nie gelernt, wie man mit einem unsychronisiertem Getriebe schalten muss.

Das Anti-Antibeispiel ist: Die beste Diebstahlsicherung in den USA ist ein Auto mit Handschaltung.
