[Sammelthread] Der Gehalts- und Arbeitsplatzthread

Aus der Serie der merkwürdigen Bewerbungsgespräche bzw. Firmen mal wieder ein Leckerbissen: Erst wurde der Termin kurzfristig verschoben (falsche Anrede und ständiger Wechsel zwischen Du/Sie geschenkt), dann fand der Termin nur per Telefon mit 20 Minuten Verspätung der HR-Frau statt - schon etwas armseelig bis merkwürdig, aber okay. Im ersten Gespräch wird mir dann eröffnet wie der weitere Prozess wäre:
  • zweites Gespräch mit einem Kollegen aus der Fachabteilung per Telefon
  • drittes Gespräch dann vor Ort
  • viertes Gespräch mit dem GF
Das war jetzt keine Stelle beim Bundesnachrichtendienst oder als CEO, aber irgendwie war ich dann doch froh über die Absage vorhin. :LOL:
 
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Laut Aussage von HR circa 35 Leute. Fand es auch witzig dann von Fachabteilung zu sprechen - aber habe auch nicht gefragt, ob das dann zwei oder drei Leute in der Abteilung sind.
 
Auf jeden Fall - inhabergeführt habe ich mit dieser Bumsagentur durch, das brauche ich nicht noch einmal.
 
Der Trick ist die Mitarbeiter so schnell über den Tisch zu ziehen, dass sie die Reibungswärme als Nestwärme empfinden.

Die damalige Bumsagentur hat auch auf familiär und freundlich gemacht, aber ordentlich bezahlt war nur die Führungsriege. Die wurde über die Jahre immer weiter ausgebaut, inzwischen haben die bei wieder 70 Leuten (ca. 110 vor der Entlassungswelle) 2 GF und 7 oder 8 Management-Leute. Darunter nur "Fußvolk", das immer wieder wechselt.
 
Kann ich so bestätigen. (Inhabergeführt mit in der Spitze 110 Mitarbeitern vor Corona, aktuell knapp 80)
Vertrieb / Personal mit Personalverantwortung haufen Geld und die, die wirklich die Arbeit machen und Umsatz generieren werden klein gehalten.
 
Gut, dann sind meine Erfahrungen scheinbar eher die Ausnahme, die die Regel bestätigen.

Zu meinem "Glück" war die Bezahlung in der ersten kleinen Bude wirklich sehr ordentlich. Durch die Stv. Abteilungsleitung in einem 1k+ MA Unternehmen kenne ich das Gehaltsgefüge zu gut, um das beurteilen zu können.
 
Der Trick ist die Mitarbeiter so schnell über den Tisch zu ziehen, dass sie die Reibungswärme als Nestwärme empfinden.

Die damalige Bumsagentur hat auch auf familiär und freundlich gemacht, aber ordentlich bezahlt war nur die Führungsriege. Die wurde über die Jahre immer weiter ausgebaut, inzwischen haben die bei wieder 70 Leuten (ca. 110 vor der Entlassungswelle) 2 GF und 7 oder 8 Management-Leute. Darunter nur "Fußvolk", das immer wieder wechselt.

Kommt mir bekannt vor. In meinem Fall waren das 50 MA mit 2 GF, 4 Abteilungsleiter und 11 Teamleitern (!). Ist schon schwach, wenn der GF kein besserer Grund für mehr Geld einfällt als "Beförderungen".

Personen mit Führungskompetenz: 1. Nein, kein GF :fresse2:
 
Ging weniger um die grösse. Aber 20
Min zu spät zum vorstellungsgespräch und dann ganze 4 runden?
 
Bei einer gehobenen Position würde ich das sogar noch verstehen. Aber das war eine einfache PM- bzw. Consultant-Stelle ohne Führungsverantwortung. Vier Runden klingt auch eher so als müsste in dem Laden alles vom GF abgesegnet werden von Bleistift bis neue MA.
 
Bei einer gehobenen Position würde ich das sogar noch verstehen. Aber das war eine einfache PM- bzw. Consultant-Stelle ohne Führungsverantwortung. Vier Runden klingt auch eher so als müsste in dem Laden alles vom GF abgesegnet werden von Bleistift bis neue MA.
Wir machen auch 3 Termine
- Telefonanruf von HR
- Videocall mit Teamlead + HR
- Meet the team mit standardisiertem Fragenkatalog vor Ort -> hier stellt sich heraus, dass DevOps für manche Mensche bedeutet "ich klicke mich durch irgendwelche Dialoge".

Ohne den standardisierten Fragenkatalog hätte man sicher ein paar mal die Probezeit vorzeitig beenden müssen - die Leute schreiben irgendwas in ihren CV, erzählen auch halbwegs konsistene Stories und können gar nix :).
Letzthin meinte ein Bewerber, bei der Frage, ob er denn eine simple REST-API programmatisch ansteuern kann: "ja, ich dachte, ich kann bei euch viel mehr mit k8s in die Tiefe gehen". Musste mich arg zurückzuhalten nicht sehr grob zu werden...
 
Nein nein. Bin ich nicht. Mir haben alle gesagt, dass die guten Zeiten vorbei sind, weil ich das auch in Erwägung gezogen hatte 👍
Ich würde mir das nicht von „irgendwem“ madig reden lassen. Vor allem nicht von irgendwelchen Kollegen o.ä. Selber ausprobieren, selber Schlüsse daraus ziehen. Es finden sich immer Gründe, warum jetzt gerade nicht die beste Zeit dafür wäre. Jeder hat eine andere Lebenssituation, Risikotoleranz, Horizont usw.
Hätte ich damals auf meine Eltern gehört deren höchstes Gut es war, einen sicheren Job zu haben, würde ich immer noch in die Rentenkasse einzahlen :heul:
Das sind sie auch, zumindest für die Freelancer die das nur wegen dem Geld machen. Wenn man da ein inherentes Interesse dran hat ständig die Projekte zu wechseln, kann das natürlich trotzdem ne gute Option sein, aber der Markt ist da halt echt voll aktuell.
Ich hab da jetzt keine Studie parat, kann mir aber durchaus vorstellen das Entwickler es jetzt tatsächlich durchaus schwieriger haben. Ich als normaler IT Projektmanager bin aber weiterhin gut aus, bzw. sogar überbucht. Habe technisch kein krasses Know-how, lediglich aktuell ganz gute Projekterfahrubg in den gefragten Systemen zur richtigen Zeit.
 
Zuletzt bearbeitet:
Sieht bei mir ähnlich aus. Ich muss nur den Spagat hinbekommen, so langsam vom Freelancing hin zum eigenen Kundenstamm zu kommen. Das läuft auch wirklich gut an, ab dem 01.05. sind wir in Summe 6 Personen. Ab Juli/August kommen sie dann in die Projekte, was bis jetzt auch komplett passt.
Der Vertriebler kümmert sich dann um das Füllen der Pipeline und ich hab dann endlich Luft mich um die Entwicklung der eigenen Lösungen und der Firma zu kümmern.
 
Wow, da bist du ja echt schon nen Riesenschritt gegangen. Sind die (bzw. vermutlich 5 exklusive dir) alle Festangestellt?
 
Ich hatte am Mittwoch (mal wieder) ein Teams Vorstellungsgespräch.

Ist eine riesen Bude mit 2.500MA und 1mrd Umsatz. Mal schauen ob es was wird. Bisher klingt alles super (aber das klingt es vorher ja immer. Genau so wie ich mich immer als high performer verkaufe)
 
Wow, da bist du ja echt schon nen Riesenschritt gegangen. Sind die (bzw. vermutlich 5 exklusive dir) alle Festangestellt?
Ja genau, sind alle fest angestellt. Sind dann ein recht junges Team mit einem Schnitt von 38 Jahren.
Natürlich bin ich jetzt im Stress mit Arbeitsgeräten besorgen, einrichten, Termine für Schulungen abklären und buchen, Einarbeitungsplan zu konkretisieren etc.
Daneben muss ja auch noch Geld reinkommen und Vertrieb gemacht werden.

Aber ich will mich nicht beklagen, freue mich einfach auf das was da zukünftig kommt.
 
Wow, ambitionierter Blitzstart. :eek: Ich wünsch Dir janz viel Erfolg und das nötige Quäntchen Glück, was alles etwas leichter macht!
 
Mir schwant, als müsse ich eine Entscheidung treffen. Am Montag sind zwei Wochen seit einem Bewerbungsgespräch vorbei. Großkonzern, samt "wo sehen sie sich in 5 Jahren"-Frage und einer Stunde pendeln an 2/3 Tagen die Woche. Eigentlich alles genug um dann selbst unpersönlich auf Ablehnen zu drücken. Aber irgendwas hält mich davon ab. Ist es die Neugierde?
 
Mal eine Frage...
Ich kriege einen Jahresbonus dessen Höhe vom Jahresumsatzes und verkaufter Arbeitstage/Mitarbeiter abhängt. Also dem insgesamtem Jahresergebnis der kompletten Firma.

Den Jahresumsatz vergessen wir jetzt mal. Mir geht es um die "verkauften Arbeitstage pro Mitarbeiter".
Da war das Ziel die letzten Jahre 180 Tage = 50%, 200 Tage = 100%, 220 Tage = 150%.

Nun, 2025 hatte (in Hessen) 251 Arbeitstage. Davon gehen 30 Tage Urlaub weg, bleiben also 221 Tage was man überhaupt maximal an Arbeitstagen verkaufen könnte.
Das heisst nach Adam Riese, die 220 Tag/Jahr (150%) wären generell überhaupt nur erreichbar, wenn jeder Mitarbeiter im Druchschnitt maximal 1 Tag pro Jahr krank wäre?!

Jetzt weiß ich aber von mindestens 5 Kollegen von 35 Mitarbeitern, das die sowieso nur eine 4-Tage-Woche (32h) arbeiten.

Das bedeutet:
30 Mitarbeiter erreichen maximal 221 Tage.
Die 4-Tage-Woche-Kollegen erreichen maximal 175 Tage (hängt ein bisschen davon ab an welchem Tag sie nicht arbeiten und wie die Feiertage fallen)

Also das theoretische Maximum was überhaupt erreichbar wäre ist: 30*221+5*175 / 35 = 214,5 Tage.
Wohlgemerkt, wenn kein einziger Mitarbeiter auch nur einen einzigen Tag krank wäre.

Das heisst also, die 150% ala 220 Tage sind praktisch überhaupt nicht zu erreichen. Noch nichtmal theoretisch...

Oder hab ich irgendwo einen Denkfehler?

Unberücksichtigt dessen, das der Jahresumsatz, welcher ja auch in die Bewertung einfließt, ja auch irgendwie von den verkaufen Arbeitstagen abhängt....

Eigentlich wirds sogar noch schlimmer, weil ich idR 10-15 Arbeitstage/Jahr unbezahlten Urlaub nehme. :d

Am Ende sind das (für mich) "nur" wenige 100€ Brutto/Jahr mehr oder weniger, aber was mich dabei ankotzt ist wenn damit "geworben" wird, das wenn alles "perfekt" läuft es ja mehr sein könnte, aber die pure Mathematik dann sagt: So perfekt kann es nichtmal theoretisch laufen. Von praktisch, reden wir lieber erst gar nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Da wäre dann doch einmal zu "prüfen" ob diese 4-Tage-Woche Kollegen denn wirklich auf einer 4-Tagebasis angestellt sind, oder ob sie ihren 6,4 Stunden 5 Tagevertrag nur in den 4 Tagen abarbeiten und dieses dann intern trotzdem als 5 verkaufte Tage gebucht wird. Zusätzlich könnte es auch eine Verrechnung der abgerechneten Überstunden zu Arbeitstagen geben.
Wobei dieser 220 Tage Bonus vermutlich noch nie gezahlt werden musste. Da wären auch ohne Krankheitsfälle noch die Schulungen und Betriebsversammlungen als Negativpunkte zu sehen. Außer es werden auch Leiharbeitskräfte zu den Durchschnittsarbeitstagen der Angestellten angerechnet.
Wie dein unbezahlter Urlaub damit verrechnet wird, kann nur deine Buchhaltungsperson beantworten.
 
Oder hab ich irgendwo einen Denkfehler?
Nö, außer der Fakt, dass ich mir wegen der Teilzeit Kollegen nicht sicher wäre, bei denen muss man bestimmt anders rechnen. 220 Abrechenbare Tage ist ja abstrus. Ich bin zwar schon länger aus dem Consulting Business raus, aber nehmen wir mal an du wärst wirklich nie krank und nimmst nur minimalen Urlaub und schiebst noch Überstunden sodass du die 220 Tage in der Theorie schaffen könntest, würdest du das überhaupt erreichen? Also sprich, wirst du überhaupt 220 Tage verkauft? Es gibt doch bestimmt auch interne Dinge die erledigt werden müssen, eine Abrechnungsquote von 100% ist doch völlig unrealistisch und liegt auch gar nicht in deiner Hand nehme ich an, weil du ja erwähnst, dass du verkauft werden musst.
 
Das ist das berühmte „Karotte vor die Nase halten“ die aber nur theoretisch erreichbar ist.
Dein Eindruck ist also nicht verkehrt.

Einer der Gründe warum nur der Vertrieb bei uns Provision bekommt und alle anderen ein gutes Festgehalt.
Der Anreiz mit diesem Bonus ist aus meiner Sicht völlig falsch, zumal die 100% nie erreichst, weil immer etwas internes ist.
 
Wie wird das denn überhaupt gerechnet?
Mal als Beispiel, in dem Ingenieurbüro in dem ich früher gearbeitet habe wars ganz normal, dass man für 4-500 Tage im Jahr verkauft wurde. Wie man das leisten kann ist eine andere Rechnung.
 
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