[Sammelthread] Der Gehalts- und Arbeitsplatzthread

Danke für die Infos, sowas bekommt man ja nicht überall zu sehen. Führst du ein Haushaltsbuch oder arbeitest du mit verschiedenen Konten?

Ja, so grob muss man das schon machen. Habe die geschäftlichen Ausgaben aber alle im Kopf.
Beitrag automatisch zusammengeführt:

20k p.M. sind 240k im Jahr für Angestellte.
Bei ca. 650k Umsatz und ca. 400k Gewinn.
Hast du keine anderen Ausgaben?
Passt irgendwie nicht zusammen.

In den 20k ist alles drin. Ich habe kaum ungeplante Ausgaben. Was willst du denn jetzt bezwecken?
 
Wenn Du diese Anzeige nicht sehen willst, registriere Dich und/oder logge Dich ein.
Du zahlst keine Miete, keine Kredite, keine Arbeitsmittel? Keine Einkäufe?

Oder ist das in den 20k pro Monat mit drin? Wie viel k im Monat kosten dann die Angestellten? Da ging es doch grad drum, wo du mit 20k geantwortet hast.
 
20k p.M. sind 240k im Jahr für Angestellte.
Bei ca. 650k Umsatz und ca. 400k Gewinn.
Hast du keine anderen Ausgaben?
Passt irgendwie nicht zusammen.

20k sind die laufenden Kosten. Ich habe 3 30h Kräfte. MFA lt Tarif für 40h 4000€.1100€ Miete. 500€ Software, 1000€ Steuerberater , 500€ Praxisbedarf, mehr fällt mir nicht ein.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ok, also hast du quasi 90h Arbeitskraft, wofür du inkl Arbeitgeberanteile geschätzt ca. 10-11k zahlst.
9k für den ganzen Rest inkl. Minijobber + geförderte Ärztin (wobei ich nicht weiß, was das bedeutet bzw wer sie bezahlt).
Finde ich trotzdem sehr günstig, was du an Ausgaben hast.
Andere Unternehmungen würde von so einer krassen Marge träumen.
 
Ok, also hast du quasi 90h Arbeitskraft, wofür du inkl Arbeitgeberanteile geschätzt ca. 10-11k zahlst.
9k für den ganzen Rest inkl. Minijobber + geförderte Ärztin (wobei ich nicht weiß, was das bedeutet bzw wer sie bezahlt).
Finde ich trotzdem sehr günstig, was du an Ausgaben hast.
Andere Unternehmungen würde von so einer krassen Marge träumen.

Vergess die Nebenkosten der Gehälter nicht. Aber daran denken Angestellte meist nicht.
 
Hab ich schon versucht mit einzurechnen. Wahrscheinlich zu wenig.

Nichtsdestotrotz bleibe ich bei meiner ursprünglichen Aussage:

Wäre ich der Chef, dann würde ich zu meinen Mitarbeitern sagen: Passt auf, wir hatten ein geiles Geschäftsjahr, ich lass euch dran teilhaben und zahle jedem 10k Bonus aus.

Macht dann 30k brutto bei 3 Leuten, also für dich 15k netto und die Leute wären super glücklich als MFA statt 36k nun 46k brutto zu verdienen.
Und ich hätte dann halt 370k statt 400k.

Das ist meine Meinung, kann jeder getrost anderer Meinung sein.
 
Hab ich schon versucht mit einzurechnen.

Nichtsdestotrotz bleibe ich bei meiner ursprünglichen Aussage:

Wäre ich der Chef, dann würde ich zu meinen Mitarbeitern sagen: Passt auf, wir hatten ein geiles Geschäftsjahr, ich lass euch dran teilhaben und zahle jedem 10k Bonus aus.

Macht dann 30k brutto, also für dich 15k netto und die Leute wären super glücklich als MFA statt 36k nun 46k brutto zu verdienen.
Und ich hätte dann halt 370k statt 400k.

Das ist meine Meinung, kann jeder getrost anderer Meinung sein.

2 x44k und 38k bekommen sie ja so schon. Deutlich über Tarif. Aber ich muss mich dir gegenüber ja nicht rechtfertigen. Wieso triggert dich das so?
 
Wäre ich der Chef, dann würde ich zu meinen Mitarbeitern sagen: Passt auf, wir hatten ein geiles Geschäftsjahr, ich lass euch dran teilhaben und zahle jedem 10k Bonus aus.
Klar kann man das machen, aber umgekehrt ist das ja genau der Deal vom Angestellt sein. Kein Risko, aber auch entsprechend keine Upside wenn es mal sehr gut läuft.
Jeder der sagt er würde es anders machen, sollte bitte Gründen und dann einer der tollen Chefs werden die ihren MAs 30% mehr zahlen als marktüblich, von denen kann es natürlich nie genug geben 😅
 
Naja, 90k Brutto als Selbständiger sind was anderes als 90k Brutto als Angestellter.
Als Angestellter zahlt nämlich der AG einen nicht unwesentlichen Teil der Lohnnebenkosten zur Hälfte mit.
D.h., dass man diesen Anteil nochmal oben drauf rechnen müsste.
Am Ende kann man das so oder so rechnen.
Das stimmt, den AG-Anteil bei Angestelltenverhältnissen darf man nicht vergessen.

Allerdings haben Selbstständige dafür bei der Besteuerung mehr Möglichkeiten, und oft werden viele Dinge die zu >90% privat genutzt werden als Geschäftsausstattung abgerechnet. Diese Möglichkeiten hat man im Angestelltenverhälnis kaum. Das gleicht es dann schon wieder teilweise aus.

Was man als Selbständiger halt nie vergessen darf, egal wieviel man arbeitet und wieviel Geld man spart, wenn es wirklich so richtig abwärts geht, kommt auch das Sicherungsnetz nur bedingt zum Einsatz, nämlich erst nachdem man sein gespartes, nicht geschütztes Kapital aufgebraucht hat. Also immer schön gesund bleiben. (gilt aber immer)
Arbeitslosenversicherung, Krankengeldzusatz bei freiwilliger Versicherung in der GKV kann man genauso nutzen. Wenn man da den Opt-Out in Anspruch nimmt, und auch nicht das private Äquivalent in Anspruch nimmt, hat man natürlich ein höheres Risiko, aber für das hat man sich dann bewusst entschieden.

Und so gut wie zu Kohls und Schröders Zeiten ist das Sicherungsnetz für Angestellte auch nicht mehr. Wenn man durch eine Erkrankung oder Unfall nicht mehr voll leistungsfähig wird, geht es nach dem Krankengeld auch ziemlich schnell an die Substanz.

Berufsunfähigkeitsversicherung müsste man egal ob angestellt oder selbstständig privat machen, wenn man sie will. Und was die gesetzliche Rentenversicherung als Erwerbsminderungsrente zahlt, vorallem bei Jüngeren ohne viel Beitragsjahre, ist meist auch kein wirklicher Gamechanger.

Und selbstständig hätte man oft eher die Möglichkeit seinen Arbeitsplatz so umzugestalten das man möglichst gut teilweise weiterarbeiten kann. Es gibt zwar auch einige soziale Unternehmen die da ähnlich gut mitmachen und ihre Angestellten unterstützen würden. Aber auch Branchen wo die Angestellten da nicht viel erwarten können.

Zum Thema Arbeitszeit muss man sich aber auch im Klaren sein, dass man im Alter immer weniger leistungsfähig ist.
D.h., was einem mit Mitte 30 noch locker von der Hand geht, ist mit 50 nicht mehr so und das geht so weiter. Dem wirkt die Erfahrung usw. entgegen.
D.h., jetzt ranklotzen ist an sich nicht die verkehrteste Idee.
Man muss dabei den Spagat zwischen Geld und Leben finden.
Vorallem der letzte Satz stimmt. Denn die Zeit kommt nicht mehr zurück. Was man mit so 23-28 noch kinderlos oder mit dann 35-45 mit Kindern im Schulalter noch machen kann geht mit 50+ nicht mehr.

Vorallem aber weiss man nie was die Zukunf bringt. Es gibt Leute die waren ihr ganzes Leben schon kränklich und nur bedingt belastbar sind, aber werden dann doch bei halbwegs passabler Gesundheit recht alt. Und gibt Leute die waren immer topfit aber haben von einen Tagen auf den anderen einen Unfall oder bekommen eine krebsdiagnose und sterben dann nach eigene Monaten oder Jahren die sie dann aber meistes auch nicht mehr wirklich geniessen können.

Ich bin Angestellt werde aber 100% Umsatzbasiert bezahlt. Habe komplett freie Wahl der Arbeitszeiten / Arbeitsorte etc. muss mich vor niemandem verantworten und arbeite komplett eigenständig und weisungsfrei. Das beste aus beiden Welten quasi.
Das klingt wirklich ideal, aber wie schafft man das?

Ich kenne eher das Gegenteil, das man sogar selbstständig nicht wirklich "frei" ist. Dann auch da gibt es bestimmte Ortsbindungen (wo gibt es bezahlbare Büro- und Gewerbeflächen?, wo gibt es eine ausreichende Zielgruppe?) und bei den Arbeitszeiten eine gewisse Bindung an Branche und Zielgruppe.
 
Hier im Kreis gibt es 9 unbesetzte Hausarztsitze.
Verstehste was mich angesichts deiner zahlen so irritiert? Selbst mit 50% wäre das doch ein supergeschäft. Insbesondere grad für MVP wenn das stimmt. Und ein wirkliches unternehmerisches Risiko haste in so ner Position ja an sich auch nicht mehr.
 
Mittelschicht und so... Grundlegend ein sehr heikles Thema. Auch in unserer Agentur zahlen wir sehr viel Boni aus, die eher untypisch sind, weil wir wissen, die "kleinen" halten uns mega den Rücken frei und helfen dadurch den Umsatz zu steigern. Aber der Tarifvertrag an sich ist halt gegeben. Man könnte also daran arbeiten, aber das obliegt nicht dem AG -hier wird es interessanter aber passt nicht hier her.
Die andere Seite ist die, der AG hat die Risiken, hat in der Vergangenheit (wahrscheinlich) schon geblutet, Erfahrung gesammelt durch langjährige Praktiken (oft wenig oder unbezahlt), hat studiert, hat unglaublich viel Zeit investiert um sein Ding aufzubauen -oft auch zu Lasten von Freunden, Familie etc. Sitzt Samstags im Büro, ist der erste der kommt und der letzte der geht. Das muss man auch wollen und können!
Klar gibt es Ausnahmen und "Glück", solche kenne ich auch in meinem Freundeskreis z.B. beim Daimler. Aber die sind eher Ausnahme und halt echte Freaks in ihrem Job.
Ob nun gerecht oder nicht, wie oben kurz erwähnt, das steht auf einem anderem Blatt...
 
Selbständig ist wie schon gesagt noch mal was anderes. Ich bin zufrieden, auch wenn ich manchmal nicht weiß wo das Geld geblieben ist.
Ich habe 380.000€ getippt bevor du gepostest hast. Da war ich ja nah dran. Gratulation. :) Mein bester Freund ist auch Arzt. Ich sage ihm schon immer, dass er endlich eine Praxis aufmachen soll sodass ich bei ihm immer sofort drankomme wenn ich was hab. :fresse2:
 
2 x44k und 38k bekommen sie ja so schon. Deutlich über Tarif. Aber ich muss mich dir gegenüber ja nicht rechtfertigen. Wieso triggert dich das so?

Inwiefern triggert mich das? Wenn du nicht diskutieren willst, warum postest du dann deine Daten in diesem Thread?
Für dich wären es Peanuts nach Steuern, für deine Angestellten ein riesen Existenz-/Lebensstandard-Unterschied.
Warum soll ich da nicht anderer Meinung sein dürfen?

Ich verdiene 110k und mein CEO 13 Millionen, da ist das Verhältnis noch krasser. Aber das ist nicht schlimm, weil ich bereits gut verdiene. Bei jmd, der eh schon im niedrigeren Lohnbereich arbeitet, hat sowas viel stärkere Auswirkungen.

Auch gerade im kleinen Kreis, wo die paar wenigen Leute, die man mehr sieht wie die eigene Familie, einen jeden Tag den Rücken freihalten. Da geht es doch familiär zu. Verstehe nicht, warum man sich da nicht großzügiger zeigt, wenn das Geschäft so wahnsinnig gut läuft.
 
Zuletzt bearbeitet:
Für dich wären es Peanuts nach Steuern, für deine Angestellten ein riesen Existenz-/Lebensstandard-Unterschied.
Warum soll ich da nicht anderer Meinung sein dürfen?

Lösungsvorschlag:
Studiere Medizin, eröffne eine Praxis, und zahle besser :)

Hast du schon mal zahlen von dir veröffentlicht?
Passt das soweit, oder bereichert sich dein Chef auch an deiner Arbeitsleistung?

Edit:
Da hat sich dein Edit mit meinem Beitrag überschnitten.
Mein AG erwirtschaftet Milliarden, und wir wurden dieses Jahr mit 2% abgespeist.

Wenn ich sehe, das eine 30h Kraft 44k€ verdient, ist das ein sehr fairer Lohn für diesen Arbeitsplatz.
Es muss ja auch irgendwo im Rahmen bleiben, oder?
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn ich sehe, das eine 30h Kraft 44k€ verdient, ist das ein sehr fairer Lohn für diesen Arbeitsplatz.
Es muss ja auch irgendwo im Rahmen bleiben, oder?
Ursprünglich meinte er für 40h 4000 Euro p.M.
Bei 30h wären das dann 36k im Jahr.
Dann aber teilweise 44k. Das wäre ja dann schon ordentlich Weihnachtsgeld oder Bonus.

Finde manche Aussagen passen nicht so recht zusammen. Aber er muss ja hier auch nicht alles veröffentlichen.

Macht auch kein Sinn das tot zu diskutieren.

Ich bin noch relativ jung und werde auch relativ sicher mal in die Situation kommen Bonus auf meine Mitarbeiter zu verteilen und Gehälter zu verhandeln.
Und da werde ich definitiv nicht mit geizen, wenn die Leute es wert sind.
 
Inwiefern triggert mich das? Wenn du nicht diskutieren willst, warum postest du dann deine Daten in diesem Thread?
Für dich wären es Peanuts nach Steuern, für deine Angestellten ein riesen Existenz-/Lebensstandard-Unterschied.
Warum soll ich da nicht anderer Meinung sein dürfen?

Ich verdiene 110k und mein CEO 13 Millionen, da ist das Verhältnis noch krasser. Aber das ist nicht schlimm, weil ich bereits gut verdiene. Bei jmd, der eh schon im niedrigeren Lohnbereich arbeitet, hat sowas viel stärkere Auswirkungen.

Auch gerade im kleinen Kreis, wo die paar wenigen Leute, die man mehr sieht wie die eigene Familie, einen jeden Tag den Rücken freihalten. Da geht es doch familiär zu. Verstehe nicht, warum man sich da nicht großzügiger zeigt, wenn das Geschäft so wahnsinnig gut läuft.

Ich diskutiere gerne auf einem ordentlichen Level, aber du verdrehst hier gleich einiges und unterstellst mir, dass ich meinen Angestellten nicht genug Geld zahle obwohl sie deutlich über dem Durchschnitt liegen. 10% sind keine Peanuts. Warum gibt dir dein Chef nicht 5% ab am Ende des Jahres?

Was ist wenn wegen Krankheit der Laden nicht läuft, dann kann ich auch nicht 10% weniger zahlen.
Das Risiko der Selbstständigkeit wird unterschätzt. Wenn ich 1 Woche krank bin sind ca. 5-10k Umsatz weg. Die Ausgaben bleiben aber.
 
Das klingt wirklich ideal, aber wie schafft man das?

Ich kenne eher das Gegenteil, das man sogar selbstständig nicht wirklich "frei" ist. Dann auch da gibt es bestimmte Ortsbindungen (wo gibt es bezahlbare Büro- und Gewerbeflächen?, wo gibt es eine ausreichende Zielgruppe?) und bei den Arbeitszeiten eine gewisse Bindung an Branche und Zielgruppe.

Einfach nur Glück gehabt und am Ende gut verhandelt. Neue Mitarbeiter kriegen den Deal nicht mehr. Teil der Wahrheit ist aber auch dass ich den gleichen Job selbstständig für wesentlich mehr Kohle mit kaum mehr Risiko machen könnte.
 
Ursprünglich meinte er für 40h 4000 Euro p.M.
Bei 30h wären das dann 36k im Jahr.
Dann aber teilweise 44k. Das wäre ja dann schon ordentlich Weihnachtsgeld oder Bonus.

Finde manche Aussagen passen nicht so recht zusammen. Aber er muss ja hier auch nicht alles veröffentlichen.

4000 ist der Tarif habe ich gesagt.

Hier. 3900€ sind das Maximmm für 39,5h.
Meine Damen arbeiten 30h und haben 44 Tage Urlaub.

Beitrag automatisch zusammengeführt:

Ursprünglich meinte er für 40h 4000 Euro p.M.
Bei 30h wären das dann 36k im Jahr.
Dann aber teilweise 44k. Das wäre ja dann schon ordentlich Weihnachtsgeld oder Bonus.

Finde manche Aussagen passen nicht so recht zusammen. Aber er muss ja hier auch nicht alles veröffentlichen.

Macht auch kein Sinn das tot zu diskutieren.

Ich bin noch relativ jung und werde auch relativ sicher mal in die Situation kommen Bonus auf meine Mitarbeiter zu verteilen und Gehälter zu verhandeln.
Und da werde ich definitiv nicht mit geizen, wenn die Leute es wert sind.

Du musst richtig lesen. Ich hatte gesagt, dass sie gut 20% über dem Tarif liegen. Habe noch mal geschaut 1x46k 1x44,5k und 1x 38k (ungelernt) , je 30h.
 
Zuletzt bearbeitet:
gibt’s sonst nur bei der Bahn :fresse:
 
Du musst richtig lesen. Ich hatte gesagt, dass sie gut 20% über dem Tarif liegen. Habe noch mal geschaut 1x46k 1x44,5k und 1x 38k (ungelernt) , je 30h.

Das ist meiner Meinung nach eine sehr gute Bezahlung, vor allem bei 44 Tagen Urlaub im Jahr - sensationell.

gibt’s sonst nur bei der Bahn :fresse:

Bei uns auch.
Seit die Firma nach Renteneintritt unserer 2 besten alten Chefs eine neue GL eingeführt hat, bei denen der Faktor Mensch unter den Tisch gefallen ist, und nur noch zählt, seine MA auszuquetschen, fahren die meisten 30/30 - 30 Tage Urlaub, 30 Tage krank :fresse:

Und was auch im absurden Maße gestiegen ist:
Die MA buchen in der Spät- und Nachtschicht kaum noch was sie essen.
Es läuft auf Vertrauensbasis, am Tag ist natürlich Küchenpersonal da, aber ab 17 Uhr eben nicht - es wird munter getrunken und verzehrt, ohne auf seine Karte zu buchen.

Ich und andere sind gut mit einigen Köchen, Beispiel TK Gerichte für die Nachtschicht: 10 Pizzen in den Froster, aber wirklich gute, am nächsten Tag alle weg, allerdings nur 3 gebucht...

Ich persönlich bin eine ehrliche Haut, weder klaue ich, noch melde ich mich krank, verstehen kann ich es aber irgendwie schon.
Alleine was unsere Aktionäre an Millionen einstecken, und bei der BV wird dann erzählt, dass man ein unabhängiges Unternehmen beauftragt habe, und dieses hat errechnet, das eine Lohnerhöhung von 2% den Benchmark darstellt... :bigok:
 
44 Tage Urlaub ist wirklich viel.

Das ist der reguläre Praxisurlaub für alle. Ich selbst brauche auch so viel Auszeit mittlerweile. Ich versuche sie schon so gut wie möglich zu belohnen und zeige ihnen, dass sie gute Arbeit machen. Sie bekommen Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und wir machen einige Ausflüge im Jahr. Ich kenne die Zustände in anderen Praxen im Umfeld, und da wird lang nicht so viel bezahlt. Wir sind ein kleines Team. Ich hatte auch vorgeschlagen, dass wir noch jemanden einstellen oder, dass sie mehr Geld bekommen.
Aber trotzdem muss man dann irgendwo auch die Verhältnismäßigkeit sehen.
 
Naja.. Du musst es mal so sehen. Es gibt genug Menschen in Unternehmen die ohne solche „nicht Arbeit“ sonst keine Daseinsberechtigung in einem Unternehmen hätten. 😂
Würde ich nicht unbedingt sagen. Es gibt wenig Arbeitskräfte, die tatsächlich sinnlos sind. Der Punkt an dem die "politischen" Diskussionen los gehen sind immer Führungskräfte, die sich über die Anzahl ihrer Planarbeitsstellen und den Mitarbeitern definieren UND die Tätigkeiten/Budgets. Ich mein ich schau mal in meine mittlerweile nicht mehr vorhandene Abteilung und in eine am anderen Ende des Konzerns - nominal müssten wir zusammenarbeiten, nur hat deren Manager halt andere Pläne und die Zusammenarbeit quasi verboten. Die haben alle schöne Titel, keiner hat in den letzten 3-4 Jahren überhaupt die nötigen Normen gelesen oder an einer Planung teilgenommen.
Und so gut wie zu Kohls und Schröders Zeiten ist das Sicherungsnetz für Angestellte auch nicht mehr. Wenn man durch eine Erkrankung oder Unfall nicht mehr voll leistungsfähig wird, geht es nach dem Krankengeld auch ziemlich schnell an die Substanz.
Insofern hat die Erhöhung des Grenzbetrags gerade schon auch positive Seiten...
 
44 Tage Urlaub ist wirklich viel.
Als echter Urlaub auf jeden Fall!

Aber mit so Kontruktionen wie 39 Wochenstunden und 30 Urlaubstage Tarif, Vertrag mit 85% also 33,15 Wochenstunden, real aber 36,25 Wochenstunden arbeiten geht das locker.

Macht ca. 40 Wochen x 3,1 Stunden = 124 Überstunden entspicht ca. 18-19 Zusatzurlaubstage und so hat man auch 48-49 Urlaubstage.
 
Selbständig ist wie schon gesagt noch mal was anderes. Ich bin zufrieden, auch wenn ich manchmal nicht weiß wo das Geld geblieben ist.

Der durchschnittliche Gewinn einer Hausarztpraxis liegt deutlich darunter

Meine 3 Angestellten bekommen 20% über Tarif. Keine Sorge. 1 Minijobber dazu und 1 Ärztin die voll gefördert wird. Sind knapp 20k Ausgaben im Monat. Ich wusste, dass sowas triggert, vielleicht sollte ich gleich die gesamte BWA hier posten.
Ich finde 200-300k für den Job (wenn man ihn denn ernst nimmt- ich gehe auch stark davon aus, dass viele Hausärzte das nicht tun...) ehrlich gesagt ok, man muss ja doch eigentlich die gesamten Öffnungszeiten reaktionsbereit sein (auch wenn man sicher nicht immer 100% geben muss, wenn man gerade am Montagmorgen seine Standardrentner anschaut - aber das ist ja bei fast allen Jobs in dem Bereich so) und trägt auch sicherlich mehr (direkte) Verantwortung, als der Leiter für 50 IT-Menschen (eher im Sinne, dass Fehler schnell Leben kosten, was in den meisten IT-Unternehmen nicht so sein sollte....)

Für das sehr gute Ergebnis scheinst du halt gleich eine Supermenge an Sondereffekten (niedrige Miete (-> 10€/m² für Gewerbe anyone?) zu haben, in der Gegend bekommst du dann vmtl. auch für relativ niedrige Gehälter relativ qualifiziertes (weil noch als Nicht-Resterampe-Beruf gewählt, was nach den Berichten aus dem Umfeld in Ballungsräumen eher selten scheint...) Personal und machst dann halt satten Gewinn pro MA. Hast halt Glück gehabt, finde aber gerade wenn du die Umgebung beschreibst, ist das auch keine Marktwirtschaft mehr, die dir zum 10fachen des Einkommens deiner MA verhilft, sondern einfach Missmanagement und auch wenn Du da noch sozial profitierst, muss das nicht sein :d.

Verstehste was mich angesichts deiner zahlen so irritiert? Selbst mit 50% wäre das doch ein supergeschäft. Insbesondere grad für MVP wenn das stimmt. Und ein wirkliches unternehmerisches Risiko haste in so ner Position ja an sich auch nicht mehr.
Das ist auch ein Supergeschäft. Wie woanders auch sollte man dafür halt reiche Eltern haben, sonst endet man halt als Angestellter im MVZ oder muss sich irgendwo einkaufen und erstmal bis 45 den Kredit abstottern...

3 Fallbeispiele, mein Eindruck vom Beruf MFA ;):
- Allgemeinarzt, inhabergeführt: 4 Ärzte, > ein Dutzend MFA (tlw. mit <10h/Woche...) , Frau (heute Ex-Frau, davor auch Ex-Pharmavertreterin) des Inhabers (=Sohn des vorherigen Arztes im Ort) soll die Praxis managen, scheint aber lieber Handtaschen zu shoppen und die ~20 Immobilien im Ort mit Wuchermieten zu "verwalten". Die MFAs sitzen überwiegend am Telefon, Labor macht niemand, Proben zu vertauschen ist Standard. "Kranken"-Stand hoch, keine Dienstpläne, die Leute "arbeiten", wann sie wollen. Arzt ist das alles relativ egal, die eigene Tätigkeit an sich scheint er aber ernst zu nehmen, geht nämlich auch Mittags mal zu Patienten, die "eigentlich sollte der schon tot sein"-Laborwerte bekommen und wartet dort auf den Krankenwagen. Vater hat wohl auch noch Kassenzulassung (...) und wird als Buchungsposten genutzt (so zumindest mein Eindruck, weiß aber nicht, wieviel Sinn das ergibt @freestylercs?). Leute werden nach Tarif (/einzelnen mehr...) bezahlt.
- Facharzt, Professor meets VC: 3 Ärzte, Chef Adoptivsohn des Professors, der die Praxis mal gegründet hat. Jetzt läuft das ganze iwie als Kooperation mit einer durch vmtl. recht korrupte Baugeschäfte (mit öffentlichen Aufträgen) zum Geld gekommen Millionärsfamilie, die alles, wo staatliche Sozialtöpfe heute gerne Geld an private ausschütten, als stabiles Investment identifiziert hat (sind sie nicht die einzigen): Rehakliniken, MVZ, Kindergärten, Altenheime... Es werden ~8 Menschen als "Helfer" beschäftigt, von denen aber nur 2 MFA sind (und die anderen wohl tlw. gar nix mit Medizin am Hut haben) - dementsprechend sieht die Situation im Bereich Hygiene, Labor und Co. aus... Privatpatienten sind König, die gesetzlichen nimmt man wohl auch noch mit - wenn also mal jemand in der Klinik die Expertise des Arztes wünscht, passiert halt in der Praxis auch mal 4h lang nix. WÄHREND DER ÖFFNUNGSZEITEN... Tätigkeiten der Mitarbeiter scheinen auch mal darin zu bestehen Weihnachtsgeschenke zu bestellen und zu verpacken und Teile der Rolexsammlung zum Uhrmacher zu bringen. Porsche gibt es jährlich einen, seit neuestem auch eine Partnerin, die sich bei den "Helfern" darüber auskotzt, wie schlimm das Leben ist, wenn man sich in das Unternehmen einkauft... Und ach: natürlich haben alle Ärzte bis auf den Chef ihr Studium in Bulgarien oder der Ukraine gemacht, die universitäre Ausbildung in DE wird einfach überbewertet - die Mafialänder Osteuropas müssen das einfach mindestens genauso gut machen 8-)
- Facharzt: 2 Ärzte, Partner. Seniorpartner, der mit 38 seinen Doktor hatte, hat die Praxis von einem anderen Arzt übernommen, der nicht mit ihm verwandt war. 6 MFA, nicht-MFA-Buchhalterin (und nicht verwandt...) wird als Management eingesetzt: Dienstpläne werden für die nächsten 2 Monate erstellt, Material wird nach Bedarf/geplant bestellt (es gibt also keinen Schrank mit x-tausend abgelaufenen Kanülen...). Bezahlung deutlich überdurchschnittlich, Überschuss wohl auch in der Richtung von freestyle. Im Ballungsraum dann auch ok (Miete und eigenes Labor sind da auch deutlich teurer/mehr Risiko...)


Für dich wären es Peanuts nach Steuern, für deine Angestellten ein riesen Existenz-/Lebensstandard-Unterschied.
Ist halt Kapitalismus und wenn dort in der ostdeutschen Etappe 45k€ brutto für eine Vollzeitkraft stehen, ist das erstmal ok...

Studiere Medizin, eröffne eine Praxis, und zahle besser :)
Leider gibt es wohl zu wenig Studienplätze und nicht jeder, der evtl. ein guter Arzt wäre, kann die ersten 2a in Osteuropa finanzieren, um damit den NC zu umschiffen. Hier im Ballungsraum dürfte schon ein signifikanter Anteil der Ärzte aus anderen Systemen eingewandert sein... (was dann ehrlich gesagt für Leute, die 3a Krankenwagen fahren und eine Pflegeausbildung auf sich nehmen um dann vlt. mit 23 studieren zu dürfen, schon ein Schlag ins Gesicht ist...)

Wenn ich sehe, das eine 30h Kraft 44k€ verdient, ist das ein sehr fairer Lohn für diesen Arbeitsplatz.
Es muss ja auch irgendwo im Rahmen bleiben, oder?
Ja, sollte alles im Rahmen bleiben. Ein Solidarsystem muss sich meiner Meinung nach auch nicht leisten, Leute (und immer mehr auch Unternehmen) zu bezuschussen/in die Planung einzubeziehen, die dann mit 600k€+ Gewinn rausgehen (ich gehe ja davon aus, dass freestylecs eher nicht so ein Topverdiener ist, wenn man mal Ballungsräume anschaut). Würde gerne jeden Arzt/Klinik mit >30% Privatumsatz aus dem GKV-System ausschließen.
 
Der NC für das Medizinstudium ist schonmal eine gosse Ungerechtigkeit.

Aber das das Medizinstudium schon 12 Semester Regelstudiendauer (man kann eher mit 14-15 rechnen) und dann nochmal 5-6 Jahre Facharztausbildung braucht um Facharzt zu sein macht da ganze sehr unattraktiv.

Selbst wenn man ein 1,1er Abi hätte und direkt mit 19 das Studium antreten könnte, wäre man ca. 31/32 bis man Facharzt wäre.

Aber für Frauen die dann mit vielleicht so 28 im dritten Jahr der Facharztausbildung schwanger werden, so 18 Monate pausieren und dann in Teilzeit fortsetzen müssen, kommen dann nochmal 4-5 Jahre drauf und man wäre dann schon 35/36/37.

Und wir sind immer noch bei Fällen das der NC gereicht hat. Will man über TMS oder gar medizinische Ausbildung rein kommt man schon in den 38/39/40 Bereich und bekommt jemand noch ein zweites Kinder in der Facharztausbildung kanns in Richtung 41/42/43 gehen bis man Fachärztin wäre.

Was man dann mit 45 / 50 / 55 / 60 verdient, sei es nocht so gut finde ich, reisst es auch nicht mehr raus.

Irgendein Bachelor mit 6 Semester Regelstudiendauer und real vielleicht 7 oder 8 Semester, selbst in einem schecht bezahlten Sektor, bringt am Ende mehr. Dann hat man wenigstens mit so 23 ein "richtiges" Gehalt auch wenn es nur so 42.000€ sind. Aber es ist allemal mehr als ein Medizinstudent im bestenfalls 9. Semester hat.
 
Also meine Frau ist Assistenzärztin und kommt aus Belarus. Sie hat dort studiert und noch 3 Jahre dort in der Anästhesie und Intensivstation gearbeitet.

Dann kam sie nach Deutschland und hat in ca. einem 3/4 Jahr ihre Fachsprachprüfung gemacht und hatte damit eine 2 jährige Erlaubnis als Anästhesie Ärztin zu arbeiten. Dieses Jahr hat sie ihre Kenntnisprüfung bestanden und macht seitdem ihr Jahr in der Intensivstation, was sie für den Facharzt braucht. Dafür braucht sie 5 Jahre arbeiten als Assistenzärztin und davon eins auf der Intensivstation. Zusätzlich noch so und so viele Anästhesie Nachweise. Arbeitet man dort nur Teilzeit, wird auch nur ein Teil der Zeit angerechnet. Arbeitet man mehr, gibts kein Extra. (Finde ich persönlich schon ziemlich Assi. Eine Kollegin von ihr hat Teilzeit und braucht länget, aber durch Schichten, arbeitet sie auch Vollzeit. Wird ihr 0 angerechnet). Zusätzlich wird meiner Frau auch die Zeit in ihrem Land nicht angerechnet, da Belarus nichts ausstellt, außer dem Diplom und die Zeit, die sie bereits die letzten 2 Jahre gearbeitet hatte, werden auch nicht anerkannt. Also arbeiten und Menschen Narkosen geben darfst du, aber das anerkennen ? Nein, schließlich hatte man noch nicht die deutsche Approbation… Das ist echt 😡 Sie wird nächstes Jahr 30 und sollte sie kein Kind kriegen und es auf Anhieb klappen, wird sie Facharzt mit ~34..

Kommt somit mit der Rechnung ganz gut hin.
 
Wie wird sie denn bezahlt? Als normale Assistentin oder weniger?
Ich habe nach 6 Jahren Studium mit 25 angefangen zu arbeiten. Habe dann für meinen 1. Facharzt auch länger als 6 Jahre gebraucht, da ich nicht so schnell alle OPs zusammen hatte. Der 2. Facharzt ging dann aber deutlich schneller. Mit Ende 30 dann in die Niederlassung. Mit Kindern sind die Frauen meistens erst mit Mitte 30 fertig.
 
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