Sehr cooler Thread, habe jetzt sicher die letzten 30 Seiten durchgelesen und finde es interessant wie vielfältig die Berufsbilder in einem „IT-Forum“ doch sind!
Da ich hier die Posts mit einer Gehaltsentwicklung und ein wenig Hintergrundinformation am spannendsten finde, möchte ich auch ein bisschen ausholen, auch wenn es sich bei mir wahrscheinlich um eine der klassischeren IT-Laufbahnen handelt.
Das Wirtschaftsinformatik Studium habe ich nach grob 6 Jahren mit dem Bachelor abgeschlossen, einige Online Spiele und so ziemlich alles andere war mir in der Zeit wichtiger. Finanziert habe ich mich in dieser Zeit mit zahlreichen Nebenjobs am Band (15€/h) und einem Glücksgriff im IT Support eines Instituts (400€ Basis für 2h/Woche).
Nach dem Pflichtpraktikum (Mindestenslohn) in einer Beratung habe ich dort zu den selben Konditionen als Werkstudent und Bachelorant gearbeitet.
2015 wurde ich dort übernommen und als IT-Consultant für 48K€/40h p.a. angestellt. 3 Jahre in Folge konnte ich dort eine Gehaltserhöhung von ca. 10-15% auf 65K€ verhandeln, da ich als WI‘ler einer der IT-lastigsten Mitarbeiter zwischen vielen BWLern und Marketing-Kollegen war. Überwiegendes Ziel war es sich in vielen unterschiedlichen Projekten zu beweisen und mein Wissen in der Breite aufzustellen. Da ich immer etwas zurückhaltender war, habe ich mich mit der Berufswahl auch dazu gezwungen mit vielen unterschiedlichen Personen Kontakt zu haben um so meine Selbstsicherheit zu stärken.
Nach 3 Jahren und vielen unterschiedlichen Themen hatte ich den Anspruch nicht nur einzelne, verschiedene Teilprojekte zu bearbeiten, sondern die Gesamtverantwortung von Anfang bis Ende zu tragen, um dadurch in der „Tiefe“ stärker zu werden. Deshalb habe ich 2018 ein Angebot eines nahen Konzerns angenommen, welches mein Gehalt auf 75K€ ansteigen und meine Arbeitszeit auf 35h sinken lies (+alle Kornzernbenefits).
Bis Mitte 2020 (80K€/35h) hatte ich einen klassischen Büroaltag, den ich mir sehr wohlwollend mit durchschnittlich 5h Büro / 2h Homeoffice ausgelegt habe. Regelmäßig war auch ein kompletter Tag HO drin.
Seit Corona arbeiten wir immer noch komplett im Homeoffice. Da wir weltweit aufgestellt sind, hat sich bis auf die Mittagspause mit den Kollegen recht wenig geändert. Durch den Fokus auf „Online Sales“ hatten wir in der Pandemie mehr zutun, weshalb ich mich im HO überreden lassen habe, meinen Vertrag auf 40h zu erhöhen. Das aktuelle Gehalt beläuft sich daher, Ende 2021, auf grob 95K€/40h. Wenn mich jemand nur versuchen würde 8 Stunden ins Büro zu zwingen, wäre ich der erste, der den Vertrag sofort wieder auf 35h reduziert.
Mit der „technischen Tiefe“ im Projekt hat es übrigens nicht funktioniert, da wir im Konzern nur Dienstleister ansteuern. Daher habe ich in den letzten Jahren eher „People Management“ und „Politik“ gelernt.
Auf einer normalen Projektmanagement Rolle stagniert das Gehalt nun. Wenn man „optimieren“ möchte, kann man leider nur versuchen für das selbe Geld weniger zu arbeiten, ohne das es jemandem negativ auffällt. Die Karrieremöglichkeiten und die damit verbundenen Aufgaben sind für mich und viele andere absolut unattraktiv.
Wenn ich in den nächsten Jahren nochmal „richtig Gas geben“ würde, dann nur selbstständig für 1K€ Tagessätze. Ein Wechsel in den Mittelstand in eine leitende Position mit 10h+ Tagen, Bereitschaft und Kostendruck erscheint mir selbst für 120K€ p.a als komplett bescheuert.
Die Rechnung der Fixausgaben sieht aktuell so aus:
Brutto: 7.900€
Netto: 4.500€
- 700€ Wohnung anteilig
- 150€ Nebenkosten anteilig
- 200€ Essen anteilig
- 100€ Auto Versicherung, Service, ADAC
- 50€ Versicherung
- 150€ Internet, Mobil, Sky, Netflix, Spotify, Office, etc.
(- variabler Betrag für Games, Hardware, Spaß)
Da ich hier die Posts mit einer Gehaltsentwicklung und ein wenig Hintergrundinformation am spannendsten finde, möchte ich auch ein bisschen ausholen, auch wenn es sich bei mir wahrscheinlich um eine der klassischeren IT-Laufbahnen handelt.
Das Wirtschaftsinformatik Studium habe ich nach grob 6 Jahren mit dem Bachelor abgeschlossen, einige Online Spiele und so ziemlich alles andere war mir in der Zeit wichtiger. Finanziert habe ich mich in dieser Zeit mit zahlreichen Nebenjobs am Band (15€/h) und einem Glücksgriff im IT Support eines Instituts (400€ Basis für 2h/Woche).
Nach dem Pflichtpraktikum (Mindestenslohn) in einer Beratung habe ich dort zu den selben Konditionen als Werkstudent und Bachelorant gearbeitet.
2015 wurde ich dort übernommen und als IT-Consultant für 48K€/40h p.a. angestellt. 3 Jahre in Folge konnte ich dort eine Gehaltserhöhung von ca. 10-15% auf 65K€ verhandeln, da ich als WI‘ler einer der IT-lastigsten Mitarbeiter zwischen vielen BWLern und Marketing-Kollegen war. Überwiegendes Ziel war es sich in vielen unterschiedlichen Projekten zu beweisen und mein Wissen in der Breite aufzustellen. Da ich immer etwas zurückhaltender war, habe ich mich mit der Berufswahl auch dazu gezwungen mit vielen unterschiedlichen Personen Kontakt zu haben um so meine Selbstsicherheit zu stärken.
Nach 3 Jahren und vielen unterschiedlichen Themen hatte ich den Anspruch nicht nur einzelne, verschiedene Teilprojekte zu bearbeiten, sondern die Gesamtverantwortung von Anfang bis Ende zu tragen, um dadurch in der „Tiefe“ stärker zu werden. Deshalb habe ich 2018 ein Angebot eines nahen Konzerns angenommen, welches mein Gehalt auf 75K€ ansteigen und meine Arbeitszeit auf 35h sinken lies (+alle Kornzernbenefits).
Bis Mitte 2020 (80K€/35h) hatte ich einen klassischen Büroaltag, den ich mir sehr wohlwollend mit durchschnittlich 5h Büro / 2h Homeoffice ausgelegt habe. Regelmäßig war auch ein kompletter Tag HO drin.
Seit Corona arbeiten wir immer noch komplett im Homeoffice. Da wir weltweit aufgestellt sind, hat sich bis auf die Mittagspause mit den Kollegen recht wenig geändert. Durch den Fokus auf „Online Sales“ hatten wir in der Pandemie mehr zutun, weshalb ich mich im HO überreden lassen habe, meinen Vertrag auf 40h zu erhöhen. Das aktuelle Gehalt beläuft sich daher, Ende 2021, auf grob 95K€/40h. Wenn mich jemand nur versuchen würde 8 Stunden ins Büro zu zwingen, wäre ich der erste, der den Vertrag sofort wieder auf 35h reduziert.
Mit der „technischen Tiefe“ im Projekt hat es übrigens nicht funktioniert, da wir im Konzern nur Dienstleister ansteuern. Daher habe ich in den letzten Jahren eher „People Management“ und „Politik“ gelernt.
Auf einer normalen Projektmanagement Rolle stagniert das Gehalt nun. Wenn man „optimieren“ möchte, kann man leider nur versuchen für das selbe Geld weniger zu arbeiten, ohne das es jemandem negativ auffällt. Die Karrieremöglichkeiten und die damit verbundenen Aufgaben sind für mich und viele andere absolut unattraktiv.
Wenn ich in den nächsten Jahren nochmal „richtig Gas geben“ würde, dann nur selbstständig für 1K€ Tagessätze. Ein Wechsel in den Mittelstand in eine leitende Position mit 10h+ Tagen, Bereitschaft und Kostendruck erscheint mir selbst für 120K€ p.a als komplett bescheuert.
Die Rechnung der Fixausgaben sieht aktuell so aus:
Brutto: 7.900€
Netto: 4.500€
- 700€ Wohnung anteilig
- 150€ Nebenkosten anteilig
- 200€ Essen anteilig
- 100€ Auto Versicherung, Service, ADAC
- 50€ Versicherung
- 150€ Internet, Mobil, Sky, Netflix, Spotify, Office, etc.
(- variabler Betrag für Games, Hardware, Spaß)
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