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[Sammelthread] Der Gehalts- und Arbeitsplatzthread

Aus dem Standpunkt der Firma betrachtet, sind wir eben nur eine Arbeitskraft, die Ihre geforderte Arbeit leisten soll.
Es muss also sichergestellt werden, dass diese Arbeitskraft erhalten bleibt.

Versorgung durch den Betriebsarzt ist super und ich weiß das zu schätzen, dennoch ist das auch dafür da den Mitarbeiter lange fit zu erhalten - Arbeitskraft erhalten.

Bei Frauen spielt eben der Faktor „Ausfall durch Mutterschaft“ eine große Rolle.

Aus Sicht der Gleichstellung und eben der verbotenen Nachfrage: Wollen Sie Kinder?; ist das natürlich absolute Diskriminierung.

Ich finde auch, dass Bewerbungen anonym abgegeben werden müssen.

Das Problem ist meiner Meinung nach eher die Aussage "Bei Frauen spielt eben der Faktor „Ausfall durch Mutterschaft“ eine große Rolle."

Natürlich haben Frauen hier eine größere Belastung da Sie das Kind eben austragen.. aber ich glaube Männer sind hier oft überhaupt nicht von betroffen.

Wenn es in unserer Gesellschaft irgendwann mal zum Standard gehört das auch Männer sich beim Thema mehr einbringen und auch eine Zeit beruflich ausfallen ist das Thema denke ich vom Tisch.
Denn dann trifft es halt jeden der irgendwann mal Kinder kriegt und Frauen haben das Problem nicht mehr alleine. Und so sollte sich das dann in der Berufswelt normalisieren.

So ist es aber immer Teil der weiblichen Rolle und deshalb auch nur für Frauen ein Problem, und so kommt eben die Bevorzugung des männlichen Geschlechts zustande.

Stimme dir aber auch beim Punkt "anonyme Bewerbung" zu. In einigen Ländern schon gang und gebe das man seinen Vornamen nur mit dem ersten Buchstaben angibt und Bewerbungsfotos weglässt.
Bei uns sind Fotos (glaube ich) keine Pflicht, aber wer wird denn bitte eingestellt wenn das Fehlt?
 
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Also wird die miserable Personalplanung (keine altersmäßig gemischten Abteilungen) und die volle Auslastung der Arbeitskräfte bis zum Burnout auf dem Rücken der Angestellten und besonders der weiblichen Angestellten ausgetragen.
man versucht die personalplanung ja gut zu machen, indem man keine kalkulierbaren ausfälle durch schwangerschaft einbaut.
 
Versuch doch mal als Mann, Problemlos Deine Elternzeit zu planen... - da geht es ja schon los, weil die Beknackte Regelung auf den Tag der Geburt datiert, und nicht einfach mal nen Monat - das ist bei manchen Buden dann mit der Abrechnung ein riesen Problem - selbst erlebt, und dabei war ich nicht mal der erste Kollege, der Elternzeit nimmt.
Dazu kommt dann natürlich noch die Arbeitsplanung - bzw. von manchen Abteilungsleitern der Glauben, das man dann keinen Urlaub in dem Jahr mehr nimmt, weil man ja Zeit X in Elternzeit war.

Ansonsten kann man aber - je nach Arbeit - auch diese Zeit mit einer Leiharbeit besetzen - Bei uns ist eine Kollegin z.B. für 1J nach Amerika, war so ein staatlich gefördertes Job-Stipendium.
Da war dann für die Abwesenheit inkl. Einarbeitung eine Leiharbeitskraft da - war vorallem durch die frühzeitige Kommunikation überhaupt kein Problem.
 
In meiner alten Abteilung hatten wir eine Aufteilung von ca. 60% Frauen und 40% Männern. Zu einem Zeitpunkt waren dann 3 Frauen gleichzeitig schwanger, die auch gleiche Themenbereiche bearbeitet haben.

Was nicht geht: Der Chef, der dann sagt "Wir stellen erst einmal keine Frauen um die 30 mehr ein!"

Was auch nicht geht: Diese 3er-Truppe, die das dann total witzig findet fast gleichzeitig zu gehen und den restlichen Kollegen viel "Spaß" in ihrer Abwesenheit wünscht.

Hat wie immer zwei Seiten. Schwangerschaftsvertretungen für nur 2 Jahre zu finden ist auch nicht einfach gewesen, da die Einarbeitungszeit je nach Vorkenntnissen auch 6-12 Monate war. Ein weiteres Thema ist dann der Wechsel auf Teilzeit, das wurde in meiner Abteilung immer auf dem Rücken der anderen Vollzeit-Kollegen ausgetragen. Kann eigentlich auch nicht sein.
 
Was nicht geht: Der Chef, der dann sagt "Wir stellen erst einmal keine Frauen um die 30 mehr ein!"

Was auch nicht geht: Diese 3er-Truppe, die das dann total witzig findet fast gleichzeitig zu gehen und den restlichen Kollegen viel "Spaß" in ihrer Abwesenheit wünscht.
Imho als Chef versagt.
Aufgabengebiete falsch verteilt und so.
 
Ich würds ja zu gern mal sehen, wie lexi ne Firma führt... Schuld ist ja immer der andere.

Ich freue mich persönlich über jede Mitarbeiterin die Schwanger wird, aber wenn man jetzt eben kein Unternehmen mit hunderten von Leuten in der Verwaltung ist, kann man nicht mal fix von heut auf morgen jemanden woanders abziehen und dann auf die Stelle setzen. Dann muss man möglicherweise die Stelle erst ausschreiben, Gespräche führen, wenn man überhaupt jemand findet weil die Stelle ist ja noch assozialerweise befristet, und dann geht die Einarbeitung erst los. Fun. Fun. Fun.
Klar, man kann auch als kleiner Mittelstaändler gewisse Redundanzen vorhalten, aber Redundanz kostet Geld und Geld ist endlich. Wenn da zu viel auf einmal kommt, sagen wir 3 werden gleichzeitig Schwanger, dann ist der Fisch geputzt.
 
Ja, da gibt es auch einfach kein Patentrezept. Bei uns arbeiten "nur" 12 Mitarbeiter*innen, und davon wurden 3 fast gleichzeitig schwanger.
Als Arbeitgeber hast du da echt ein Problem, vor allem wenn du sowieso schon länger zusätzliche Leute suchst und dann 3 Vollzeitkräfte ausfallen.

Menschlich freut man sich natürlich, aber als Betrieb war es echt hart.

Ich würde jetzt nicht behaupten dass mich das unbeeinflusst lässt, wenn ich zwischen zwei Bewerbungen entscheiden müsste.
 
Nicht vergessen das viele Väter die Elternzeit in Anspruch nehmen und dadurch zusätzlich 2x ~1 Monat ausfallen.
Da fragt von denen auch niemand wer ihre Arbeit mitmacht.
"Ist dann halt so"
 
2x ~1 Monat lässt sich aber einfacher kompensieren... Wird meine CTA schwanger, ist sie sofort im Berufsverbot und ich sehe sie in 1,5+ Jahren wieder.
 
Oder zweites Kind. Ein Kollege war nur noch 3 Wochen in der Firma wegen Elternzeit (3 Monate Kündigungsfrist)
 
Alle meckern rum, dass wir zu wenig Kinder bekommen und überaltern, aber die Elternschaft mit Beruf vereinbar machen will dann auch keiner..
 
Hast du die letzte Seite gelesen?
 
Was ist denn dein Lösungsansatz?
Elternzeit verpflichtend zu gleichen Teilen auf beide Geschlechter verteilen, damit sich die AG dran gewöhnen dass AN zwischen 30 20 und 40 Mal länger nicht da sind.

Ich mein Norwegen/Schweden/Finnland, einer von denen macht das so.
 
Zuletzt bearbeitet:
Elternzeit verpflichtend zu gleichen Teilen auf beide Geschlechter verteilen, damit sich die AG dran gewöhnen dass AN zwischen 30 und 40 Mal länger nicht da sind.

Ich mein Norwegen/Schweden/Finnland, einer von denen macht das so.
Interessanter Ansatz, aber denkst du nicht dass die Gesellschaft da noch zu konservativ hinsichtlich der Rollenverteilung ist?
 
Es wurden nur über die Gründe gesprochen, warum es so ist.

Nein, es wurde die alte Leier über Frauen Anfang 30 mehrfach angesprochen.
Ja klar sind dass die Frauen im gebärfähigen Alter, wann sollen sie es auch sonst machen? Und ja, sie fallen vielleicht 1 Jahr aus, für sowas gibt es Schwangerschaftsvertretungen, Leiharbeit usw.
Das erfordert aber ein bisschen Flexibilität der Geschäftsführung und der Personalabteilung. Ach ja und vielleicht ein paar Euro mehr Einsatz, damit man auch jemanden findet, der die Lücke für die Zeit füllt.
Aber da sind wir dann eher beim Hauptproblem: Weil das nicht passieren wird, bleibt die Stelle eben offen. Damit das wiederum nicht passiert, meiden wir lieber Frauen Mitte 20 - Anfang 30. Oder blockieren den Aufstieg für sie. Womit wir dann wieder bei der heutigen Situation sind, dass sich Frauen/Paare vielfach gegen ein (zweites) Kind entscheiden, weil sie auf Jobseite aller Gesetze zum Trotz Repressalien fürchten müssen.

Lösungsansatz: Umdenken in der oberen Etage. Klar tut das vielleicht mal ein bisschen weh mit dem temporären Ersatz, aber das gehört zur Mitarbeiterbindung mit dazu in meinen Augen.

Edit: Und ja, ich sehe ein, dass das im 2-Mann Betrieb oder hochspezialisierten Stellen nicht so einfach ist. ABer gerade dann sollte ich doch Bedarf haben, meine Spezialistin zu halten, oder?
 
und nicht jeder will in elternzeit. aber ansonsten keine schlechte idee
Ich wollte Grade eine lustige Werbung für Kondome verlinken, hab sie aber auf die schnelle nicht gefunden. Vielleicht mag das einer für mich übernehmen? 👽
 
Schlussendlich muss man aber auch den finanzielle Verlust ansehen.

Max 1800€ sind mMn kein Anreiz in Elternschaft zu gehen, beziehungsweise ein Kind zu bekommen.
Alleine die Kosten für meine Wohnung mit Nebenkosten frisst das Geld schon annähernd auf (Großstadt…) und ich bin momentan Alleinverdiener. Finanzieller Verlust wäre immens …

Für mich würde das Planung in Form von: Ich muss mir viel Geld zurücklegen.
 
Mir graut es schon ab nächstem Jahr Schule. 30 Tage Urlaub pro Jahr stehen in ganz großer Diskrepanz zu den etlichen Wochen Ferien...
Aber das ist ja ein Problem seit hunderten von Jahren, da bin ich ja nicht der erste mit dem Problem. 😅
 
Max 1800€ sind mMn kein Anreiz in Elternschaft zu gehen, beziehungsweise ein Kind zu bekommen.
Alleine die Kosten für meine Wohnung mit Nebenkosten frisst das Geld schon annähernd auf (Großstadt…) und ich bin momentan Alleinverdiener. Finanzieller Verlust wäre immens …
und gleich kommt jemand des sagt du musst in der großstadt mindestens 100k verdienen um zu überleben ^^
 
Interessanter Ansatz, aber denkst du nicht dass die Gesellschaft da noch zu konservativ hinsichtlich der Rollenverteilung ist?
ist im Zweifelsfall das Befinden der Gesellschaft nicht total egal?

Wenn Person A mir sagt, das mit den wenigen Kindern ist doof. Dass Frauen benachteiligt werden ist auch doof. Aber bloß keine Männer in Elternzeit schicken, weil überaltertes Rollenbild - naja, dann ist Person A eben dumm und Teil/Ursache des Problems. Also entweder befriedigst du das Rollenbild oder du löst das Problem. Beides geht nicht.
 
Wo anders geklaut:
Wie die Taliban lügen "Wir werden die Rechte der Frauen und Minderheiten, sowie die Meinungsfreiheit achten, solange sie der Scharia entsprechen"
Findet den Fehler in der Aussage :fresse:

"Wir werden uns für Frauenrechte und Gleichberechtigung einsetzen, sowie den genderpaygap eliminieren, so lange die Männer Chefs bleiben und wir das Lohnniveau allgemein um 20% drücken können"

Könnte so auch in einem Flyer der INSM stehen :popcorn:

Hintergrund (für jemanden der die Gründung der INSM aktiv mitbekommen hat natürlich nix neues):

Passend zur insm:
Gesamtmetall (Arbeitgeberverband) fordert Rente mit 70.
 
Zuletzt bearbeitet:
und gleich kommt jemand des sagt du musst in der großstadt mindestens 100k verdienen um zu überleben ^^

Was magst du mir jetzt damit sagen? Miete ist halt teuer. Als Familie brauchst du eine 3 Zimmer Wohnung, also irgendwas zwischen 80-100qm. Bei 10€ kalt + nebenkosten liegst du gut und gerne zwischen 1100 und 1500€ (Strom, Wasser, Gas, Inet etc)…
Dann kommen noch weitere laufende Kosten wie Essen etc dazu und 300€ sehe ich pro Monat nicht als unrealistisch.

Summa summarum bist du dann im worst case bei den 1800€.

Natürlich bedeutet das nicht, dass man 100k verdienen muss. Je nachdem wo man aber wohnt, sind 1800€ für 3 Personen nicht unmöglich aber knapp bemessen. Vor Allem geht es ja darum, wenn man von Gehaltseinbußen > 50% redet.
 
Nein, es wurde die alte Leier über Frauen Anfang 30 mehrfach angesprochen.
Ja klar sind dass die Frauen im gebärfähigen Alter, wann sollen sie es auch sonst machen? Und ja, sie fallen vielleicht 1 Jahr aus, für sowas gibt es Schwangerschaftsvertretungen, Leiharbeit usw.
Das erfordert aber ein bisschen Flexibilität der Geschäftsführung und der Personalabteilung. Ach ja und vielleicht ein paar Euro mehr Einsatz, damit man auch jemanden findet, der die Lücke für die Zeit füllt.
Aber da sind wir dann eher beim Hauptproblem: Weil das nicht passieren wird, bleibt die Stelle eben offen. Damit das wiederum nicht passiert, meiden wir lieber Frauen Mitte 20 - Anfang 30. Oder blockieren den Aufstieg für sie. Womit wir dann wieder bei der heutigen Situation sind, dass sich Frauen/Paare vielfach gegen ein (zweites) Kind entscheiden, weil sie auf Jobseite aller Gesetze zum Trotz Repressalien fürchten müssen.

Lösungsansatz: Umdenken in der oberen Etage. Klar tut das vielleicht mal ein bisschen weh mit dem temporären Ersatz, aber das gehört zur Mitarbeiterbindung mit dazu in meinen Augen.

Edit: Und ja, ich sehe ein, dass das im 2-Mann Betrieb oder hochspezialisierten Stellen nicht so einfach ist. ABer gerade dann sollte ich doch Bedarf haben, meine Spezialistin zu halten, oder?

Da gebe ich dir schon recht. Bei uns war es aber leider nicht möglich kurzfristig Ersatz zu finden.
Mein Frau fällt jetzt dann aus gleichen Gründen aus, und da wird es in ihrer Abteilung auch eng. Zwar wurde jetzt noch jemand eingestellt, aber da mangelt es an Qualifikationen und die Zeit zum Einarbeiten ist zu kurz. Mehr war unter den Bedingungen Teilzeit oder befristetes Arbeitsverhältnis nicht zu finden. Es wird zwangsläufig vorübergehend zu einer deutlichen Mehrbelastung ihres Teams führen.

Ein großes Plus wäre da auch eine größere Bereitschaft der Kolleg*innen, in diesem Zeitraum Mehrarbeit zu leisten. Vielleicht ein denkbares Konzept, dass geleistete Überstunden in dieser Situation durch den Arbeitgeber überbezahlt und durch den Staat z.B. abgabenfrei gefördert werden? (für einen begrenzten Zeitraum)
 
Ich denke das Wichtigste wäre wirklich ein passendes Konzept - entweder durch die Firma oder sogar auch durch staatl. Regelungen. Denn die Mehrarbeit muss erst einmal das Team tragen und auch wenn Ersatz für die Zeit kommt, kann diese nicht sofort die Stelle komplett ausfüllen.

In meiner Abteilung war es so, dass Überstunden weder finanziell noch durch Freizeit ausgeglichen wurden. Kann man sich dann vorstellen wie die Stimmung sich entwickelt wenn mehrere Leute aus dem Team in Elternzeit gehen und dadurch massiv Mehrarbeit entsteht.
 
Ein großes Plus wäre da auch eine größere Bereitschaft der Kolleg*innen, in diesem Zeitraum Mehrarbeit zu leisten.

Würdest du das?
Beitrag automatisch zusammengeführt:

In meiner Abteilung war es so, dass Überstunden weder finanziell noch durch Freizeit ausgeglichen wurden. Kann man sich dann vorstellen wie die Stimmung sich entwickelt wenn mehrere Leute aus dem Team in Elternzeit gehen und dadurch massiv Mehrarbeit entsteht.

Eben aus diesem Grund, so ist es ja fast überall
 
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