[Sammelthread] Der Gehalts- und Arbeitsplatzthread

Bekannte von mir aus Brandenburg ist Erzieherin in einem awo Kindergarten mit über 300 Kindern. Sie selbst hat mit einer anderen Erzieherin eine Gruppe von 30 Kindern, was ja eh schon krass ist. Die macht das seit 6 Jahren und geht auch mit knapp 1200 netto heim. Bei dem Job und der Verantwortung fehlen einem da echt die Worte.

bei wievielen stunden? wenn die erzieher nach den tvöd tarif vergütet werden ist der verdienst gar nicht mal so schlecht (den tarif nehmen auch die meisten privaten firmen- nur kirche zahlt schlechter). meine partnerin kommt als heilpädagoge (S8) und 40stundenwoche auf 1700€ netto + altersvorsorge + fahrgeld (~150€). vorteil dieses tarifes ist, das man ohne rumgesabbel nach wenigen jahren aufsteigt und mehr verdient. von stufe 1 auf 2 muss man zb nur 1jahr dabei sein. auf stufe 3 geht dann nach 3jahren usw...
das erzieherin ein stressiger job ist ist ein anderes thema. hat sie aber auch keiner gezwungen diese ausbildung zu machen. leider kappieren die meisten hilfsbereiten menschen erst zu spät, das man in den sozialen berufen nicht helfen kann sondern die kunden nur noch abgefrühstückt werden. die probleme sind aber auch hausgemacht und man kommt aus den teufelskreis nicht wieder raus.
 
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"Die meisten" ist ne falsche Aussagen, TvÖD ist im Osten zB überhaupt nicht verbreitet, selbst in öffentlichen Bereichen wie Krankenhäuser, öffentlichen Kindergärten etc. Und da Jobs eh rar gesäht sind, werden die Leute eiskalt ausgenutzt. Und das ist leider im Gesundheitsbereich genau so.
 
Arbeitsbedingungen in sozialen Berufen folgen selten der Logik, da es nicht nur die zwei Seiten Arbeitnehmer und Arbeitgeber gibt, sondern auch noch die Seite der Träger, sprich öffentliche Institutionen (Länder, Kommunen etc...).
oder Krankenkassen und die Seiten der "Kunden", die wesentlich diversifizierter ist (von Kindern, über Behinderte, Kranke, Alte, Schüler, Patienten...). Und alle versuchen, genau an den Stellschrauben zu drehen, die für sie am besten sind. Und mitten drin bist du als Arbeitnehmer.

Ich nehme jetzt mal das Beispiel Rettungsdienst, denn dort habe ich bereits Erfahrung (ein Jahr hauptamtlich und sechs Jahre ehrenamtlich):

- 48 Wochenstunden im Zweichicht-Dienst (07:00 - 19:00 und 19:00 - 07:00 Uhr)
- 25 Tage Urlaub (+ Überstundenfrei)
- Bruttogehalt ca.: 30-35k € p.a. inkl. Schichtzuschlägen, je nach EG

Derzeit herrscht akute Personalknappheit in allen Landkreisen, in die ich Einblicke/Kontakte hab' und zwar organisationsübergreifend. Alte gehen, keine neuen kommen nach. Die Patienten werden älter und die Bagatell-Einsätze nehmen kontinuierlich zu. Die Krankenkassen weigern sich, zusätzliches Personal und Fahrzeuge zu finanzieren. Dazu die Verantwortung, die man hat (immer mit einem Bein im Gefängnis, da der Gesetzgeber keine Rechtssicherheit schafft). Obendrauf noch die psychischen und physischen Belastung.

Dass es nicht nur beim Rettungsdienst so aussieht, sondern auch bei den Berufsfeuerwehren, Altenheimen, Pflegediensten, Schulen, Kindergärten und Krankenhäusern zeigt doch, dass hier ein Missverhältnis zwischen dem, was vom Arbeitnehmer gefordert wird und dem, was bezahlt wird, herrscht. You get what you pay for.

Es ist immer leicht zu sagen, dass man es ja selber in der Hand hat und es sich so ausgesucht hat. Aber jemand, der im sozialen Bereich arbeitet, macht das meist aus Idealismus und Berufung. Aber auch er darf verlangen, den Umständen entsprechend bezahlt zu werden, denn Idealismus bringt mir am Ende des Monats halt einfach kein Brot auf den Tisch.

Aber diese Diskussion ist glaube ich nichts für diesen Thread hier :wink:
 
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+1 @ lolig + Dave.

Ich sag ja: Es läuft gewaltig was schief wenn Finanzjongleure die mit fremden Geldern zocken ohne dafür selbst haften zu müssen 1000x mehr verdienen als Personen die sich für die Gesellschaft aufopfern und dabei bei jedem Schritt von allen Seiten kritisch beäugt/überwacht werden.
Traurig aber wahr.
 
Die Überschüsse in Deutschland sind im internationalen Vergleich enorm.
Aber von dem Geld kauft der Staat lieber Anleihen fremder Länder (derzeit Verbindlichkeiten in Höhe von 2 Billionen Euro). Ein Viertel davon wird D aufgrund von Zahlungsunfähigkeit nie zurück bekommen. Die Unternehmen investierten in 2015 fast 100 Milliarden im.. Mehr als hier in Deutschland.

Wo Deutschland Weltmeister ist: sparen. Die Unternehmen sparen beim Lohn. Man könnte hierzulande deutlich mehr investieren und auch deutlich höhere Löhne zahlen. Davon hätten am ende alle etwas..
 
Aber dann würde man den heiligen Gral anfassen: die Lohnkosten. Denn nur wenn die international möglichst gering sind, bleiben die Unternehmen überhaupt hier, nur dann können so viele Menschen arbeiten, nur dann schaffen wir das Wirtschaftswunder durch Exporte, und dann - aber auch nur dann - geht es uns allen gut.

Natürlich sind höhere Löhne durch die Bank sinnvoller als niedrige (bei denen obendrein noch ein guter Teil durch diverse Leistungen des Staates, ergo den anderen Beschäftigten, subventioniert werden muss), natürlich wäre es sinnvoller und notwendig, dass Kapitalerträge höher besteuert werden als reale Arbeitsleistung, natürlich ist es sinnvoller, dass Gutverdiener stärker besteuert werden als Geringverdiener, und natürlich ist es sinnvoller, Unternehmen auch konsequent zur Kasse zu bitten, wenn es um Steuern geht. Aber das ist eben aktuell aus einem Konglomerat von Gründen nicht möglich.

(Das klingt jetzt etwas nach Verschwörungstheorie, ist aber keine Absicht)
 
+Cryptic
danke für die polemik, das eine hat mit dem anderne nichts zu tun.

Oha, da nimmt sich aber jemand etwas sehr wichtig.
Wo habe ich denn bitte mit dir geredet/geschrieben? Und das was du "Polemik" nennst sind leider Fakten, auch wenn du das anders sehen magst.
 
Habe dieses Jahr (zweites Jahr nach dem Studium) nun die Beförderung zum Senior Software Engineer erhalten und gehe daher ab sofort mit 4500 Euro mehr (brutto) nach Hause :drool: Macht am Ende netto 150 Euro mehr im Monat und der jährliche Bonus steigt um 1.500 Euro. Passt soweit, ziemlich genau das was ich erwartet / gehofft hatte. Über bleiben wird am Ende des Monats dennoch nicht, dafür können ein paar Euro mehr in die Sondertilgung vom Haus fließen :)
 
Ach, das ist doch mittlerweile überall so, dass du als Software-Engineer oder was weiß ich einsteigst und dann nach kurzer Zeit "Senior" bist. Wahrscheinlich einfach weils sich besser anhört und es sich dem Kunden teurer verkaufen lässt... Dass ich außer in der Bezeichnung kein "Senior" sein kann sollte jedem klar sein...

Danach kommen noch weitere ganz tolle Jobs/Jobbezeichnungen, die man erreichen kann ... Project Manager, Engagement Manager, ... Keine Ahnung was als nächstes kommen würde - ab dem nächsten Level wären bei uns hier Überstunden eh teilweise mit dem Gehalt abgegolten. Die nächste Beförderung werde ich also verhindern :fresse2:
 
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Was haltet ihr eigentlich von einem Firmenwagen?
Hab ein Angebot für ne Consulting Stelle und würde nen Firmenwagen bekommen. Wäre natürlich viel (dienstlich) unterwegs. Jedoch finde ich die Steuerbelastung auch nicht sooo ohne.

Edit. Hab derzeit noch ein privates, in die Jahre gekommenen Audi A3 (Diesel ~200k km).
 
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Das muss man individuell sehen und hängt doch von unendlich vielen Faktoren ab. Pauschal Aussagen, Firmenwägen sind super, hilft doch nicht weiter ^^
 
Was haltet ihr eigentlich von einem Firmenwagen?
Hab ein Angebot für ne Consulting Stelle und würde nen Firmenwagen bekommen. Wäre natürlich viel (dienstlich) unterwegs. Jedoch finde ich die Steuerbelastung auch nicht sooo ohne.

Edit. Hab derzeit noch ein privates, in die Jahre gekommenen Audi A3 (Diesel ~200k km).

Bei mir rechnet sich der Firmenwagen, da meine Firma ALLE Kosten (auch die Privatfahrten) übernimmt. Ich zahle für den Listenpreis von 40K ca. 250€ netto im Monat. Wenn ich jetzt mal von mindestens 100€ Tanken + Versicherung & Steuer 50€ im Monat ausgehe, kostet der 100€ netto.

Bei den 100€ sind aber Wartung, Neuanschaffung, Reifen, Waschanlage usw. enthalten...
 
Ja da hast du natürlich recht. Ob die Firma auch Privatfahrten übernimmt weiß ich bisher noch nicht. Dann würde es sich wirklich sehr rechnen.
Aber das wären ja alles keine Gründe für meinen Jobwechsel (und auch ein Firmenwagen wäre es nicht).
 
Kommt halt auf die 1% und die Kosten des Wagens an + Rahmenbedingungen.
Ich bekomm nach der Probezeit meinen Firmenwagen und netto sind das vllt. 150-180 € weniger. Dazu muss ich nichts privat draufzahlen (keine kmpauschale, Reparaturen, Sprit all inc). Ne Waschanlage damit das schick ausssieht.
Ich bezahl mit meinem aktuell privaten allein schon monatlich 150€ für Sprit. Da lohnt sich das auf jeden Fall.
 
Nach 2 Jahren Senior? Was kommt dann noch?

Ach die Titel sind doch nur Schall und Rauch. Bei uns ist man da noch sehr konservativ. Senior bedeutet wirklich Senior und da kommt man nur mit entsprechender Erfahrung hin. Nach ca. 1 1/2 Jahren kam bei mir das Junior weg und jetzt bin ich halt normaler Consltant ohne Zusatz. Am Ende des Tages geht es aber nur um die Darstellung zum Kunden ala "Schau hier hast einen Senior im Projekt". Bei der IBM z.B. steigt man nach dem Studium auch als Junior ein und ist nach ca. 2 Jahren direkt Senior. Macht aber nur ein Joblevel aus...

@SljnX / Firmenwagen
Wie schon geschrieben kommt es halt extrem auf das Programm/Angebot deines potenziellen AGs an. Wenn du den Wagen Privat nutzen darfst fällt pauschal 1% des Wagenneuwertes (Listenpreis) monatlich als geldwerter Vorteil an oder man führt ein Fahrtenbuch je nachdem wie viel man den Wagen nutzt. Diese Kosten hat man aber immer bei Privatnutzung!
Dazu kommt bei vielen AGs noch eine Nettozuzahlung für das Auto. Die Frage ist dann halt wie hoch ist diese Zulage und was wird vom AG alles getragen dafür. Mein Beispiel:

A6 - Neuwert 60.100€
1% - 601€
Nettozuzahlung - 100€
Zu Versteuern: 501€ (601-100)

Macht ca. 350€/Monat für das Auto inkl. unbegrenzter privater Nutzung und allen drumherum (Reifen, Reparatur, Sprit, Pflege,...).
 
Habe dieses Jahr (zweites Jahr nach dem Studium) nun die Beförderung zum Senior Software Engineer erhalten und gehe daher ab sofort mit 4500 Euro mehr (brutto) nach Hause :drool: Macht am Ende netto 150 Euro mehr im Monat und der jährliche Bonus steigt um 1.500 Euro. Passt soweit, ziemlich genau das was ich erwartet / gehofft hatte. Über bleiben wird am Ende des Monats dennoch nicht, dafür können ein paar Euro mehr in die Sondertilgung vom Haus fließen :)

Freut mich für dich. Davon kann ich in meiner Branche Erdöl bzw. Ausrüstung rund um die Bohrung momentan nur träumen. Ich bin jetzt am 1. Mai genau seit fünf Jahren in der Branche als Konstrukteur tätig. Gab nach dem ersten Jahr (2012) eine ordentliche Erhöhung über 4800 €/Jahr. War aber so abgesprochen und hatte dementsprechend ein niedriges Einstiegsgehalt im ersten Jahr. Danach gab es noch ein paar Prozente durch die Tariferhöhungen 2013 und 2014. 2015 gab es aufgrund der aktuellen Marktsituation keine Erhöhung und 2016 wird es definitiv auch keine geben.
 
Gehalt = 3042€ Brutto/Monat
Netto = 2.048,96€

Miete inkl. BK, Heizung u. Strom = 750€
Unterhalt = 400€
Internet = 25€
Unfallversicherung = 62€
Motorrad = 40€
Kredit= 270€

Summe = 1547€
bleiben ~ 501,96€ über (die obigen Summen sind gerundet.
Davon geht dann noch Lebenserhaltungskosten und Sprit weg.
 
Für wie viele Kinder zahlst du Unterhalt?
 
Ok, wie kommts? Ist ja ziemlich hoch. Habe netto mehr als das doppelt und zahle keine 400€.
 
Ok, hatte vergessen dass du aus Österreich kommst
 
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