[Sammelthread] Der Gehalts- und Arbeitsplatzthread

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In Thüringen funktioniert G8 seit Jahrzehnten (bzw. seit der Wende) sehr gut da beschwert sich auch keiner über den Workload der Kinder (da habe ich Abi gemacht). Problem bei der Umstellung von G9 auf G8 ist meiner Meinung nach nur, dass die Lehrpläne nicht entsprechend modernisiert und entschlackt wurden. Das sagen auch einige Lehrer die ich kenne bzw. im Verwandenkreis habe aber das ist eine andere Diskussion.

Zum Alter etc. Da sind wir einfach wieder bei dem Punkt, dass der Mensch ins Unternehmen passen muss. In fachlicher und sozialer Sicht. Und da sind Abschlüsse und Alter einfach nur einer von vielen Indikatoren. Deshalb sind Aussagen zu der Wertigkeit von Abschlüssen etc. auch recht sinnlos. Deswegen kann man auch nicht pauschal sagen ob im Fall von paulianer der Bachelor in WI oder der OpProf die bessere Wahl ist.
 
Das stimmt.

Für das Unternehmen mag der Abschluss dann richtig sein, aber man muss immer etwas über den Tellerrand schauen. Früher war es ja noch normal, dass man sein Leben lang in einem Unternehmen blieb. Ob das heute auch noch überwiegend der Fall ist wage ich zu bezweifeln.. man könnte vll sagen "wo man mit 45 ist, wird man dann auch in Rente gehen" aber vorher wechselt man doch häufig.
 
Kommt immer auf die Sichtweise an :-)

Manche Unternehmen wollen natürlich schnell junge, günstige, Arbeitskräfte die man noch selbst formen kann.

Ich würde aber behaupten, dass die Persönlichkeitsbildung bei so einer Generation deutlich zu kurz kommt. Die verkürzte Schulzeit lässt kaum noch Raum für persönliche Entfaltung, da der Stoff einfach auf mehr Aufwand pro Woche gepresst wird. Dann mit 17 Abitur und direkt in die Uni und mit 20 den Bachelor in der Tasche ? Ich hätte keinen Bock mit so einem "Kind" zusammen zu arbeiten.
Über die genauen Zahlen kann man da jetzt streiten, aber ob nun 20 oder 22.. wer bis zu seinem Abschluss nichts gesehen hat ausser die Schule und den Hörsaal, der hat keine Vorstellung vom Leben.

Ich wäre da eher der Personaler, der Leute mit Persönlichkeit einstellt, die gelebt haben, die evtl. mal was von der Welt kennengelernt haben, offen sind für äußere Eindrücke und sich wesentlich flexibler bewegen. Letztendlich ist es fürs Unternehmen wahrscheinlich besser, einen Master mit 30 einzustellen der Belastbar ist, als einen gleichwertigen Absolventen mit 23 der noch nie "gearbeitet" hat.
Am Ende wieder nur eine Frage des Geldes, weil sich der 23 jährige sicherlich mit einem niedrigeren Gehalt zufrieden gibt (er hat ja auch noch keine Ahnung)..

Als Personaler würde ich aber auch berücksichtigen, dass eine Person mit 30 viel eher Kinder bekommen wird als jemand mit 20, der erstmal ein paar Jahre für das Unternehmen ackern kann und dann erst in absehbarer Zeit mit der Familienplanung beginnt. Hat beides Vor- und Nachteile junge bzw. ältere Leute einzustellen.
 
Sind nicht am besten die Leute, die um die 50 sind? Kinder sind Erwachsen, haben Lebens- und Berufserfahrung und die Krankheiten gehen i.d.R. auch erst in 10 Jahren los.
 
Sind nicht am besten die Leute, die um die 50 sind? Kinder sind Erwachsen, haben Lebens- und Berufserfahrung und die Krankheiten gehen i.d.R. auch erst in 10 Jahren los.

Die sind aber nicht mehr so ambitioniert, dass sie für Aufstiegschancen mehr als notwendig arbeiten würden. Außerdem geht die fluide Intelligenz zurück, sie sind körperlich nicht mehr so stark belastbar (wird wohl einen Grund geben, warum Fussballer mit Mitte 30 in Rente gehen müssen) und die Krankheiten fangen nicht erst mit 60 an sondern es ist ein schleichender Prozess. Je älter der Arbeitnehmer, desto öfter fehlt er. Sieht man ganz gut an Beamten, die im Schnitt häufiger krank sind als normale Angestellte. Liegt zum Teil auch an dem Einstellungsstopp bei den Behörden.
 
Ach Radi äh avi, er spielt damit doch bloß auf die Leistungsfähigkeit an. Ab Mitte 30 geht's nun mal bergab, sowohl körperlich als auch gesundheitlich. Natürlich nur im Durchschnitt, individuell kann es anders sein
 
Und da verkauft sich der 30-jährige (der seine Zeit ausserhalb des Studiums und bis dahin sinnvoll genutzt hat) in der Regel besser.

Und wie viele 30 jährige, die erst so spät ins Berufsleben einsteigen haben die Zeit sinnvoll genutzt? Ich bin jetzt 21, habe G8 gemacht und direkt nach dem Abi mit dem Studium angefangen und bin jetzt im sechsten Semester und werde auch mit 22 den Bachelorabschluss haben. Wenn ich dann fertig bin, habe ich 1,5 Jahre "Erfahrung" als Werksstudent und die Semesterferien davor die handwerkliche Seite der Branche kennengelernt und dort gearbeitet (Bau). Würde mich dann nicht gerade als Kind bezeichnen, wenn ich mit dem Bachelor in den Beruf einsteigen würde.
Bei den meisten 30 jährigen Studenten die ich kenne, sieht das halt oft so aus: Nach dem Abi 2 Jahre Work&Travel in Australien, die Birne weggekifft, dann 2 Jahre Ethnologie und Philosophie studiert, mittendrin gemerkt das es nichts ist und dann was passendes angefangen. Nebenher die ganze Zeit in einer Bar gearbeitet und Geld verdient. Und mit fast 30 steht man dann vor dem Anschluss. Das relativiert dann die ganze Sache mit Erfahrung und dem Erwachsensein wieder. Klar sieht das anders aus, wenn man davor eine Ausbildung gemacht hat, dann studiert und vlt. noch den Master macht und nebenbei im Beruf jobbt. Aber meine Schilderung kommt mMn gefühlt eher öfters vor.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ohne dir zu nahe treten zu wollen: Mach erstmal noch einen Master, zwischendurch noch irgendwas, wie du es nennen würdest Sinnloses (z.B. ein Auslandssemester, eine lange Reise, Hilfsprojekt oder so ein Quark). Dann kannst vlt mit 25-26 anfangen zu arbeiten, dann relativiert sich das mit der Lebenserfahrung tatsächlich ein wenig und du hast immer noch 50 Jahre vor dir. Man sollte das nicht überstürzen.
 
Zeigt mir einen, der in den letzten Jahren IN DER SCHULE oder UNI Lebenserfahrung gewonnen hat. Beides ist dafür da für Bildung zu sorgen, und das ist nur ein winzig kleiner Bruchteil von dem was unter Lebenserfahrung fällt. Ich hab in meinen Praktika und als Werkstudent deutlich mehr gelernt als durch den Besuch der Vorlesungen und die Prüfungen. Sowohl beruflich als auch menschlich.
 
Sind nicht am besten die Leute, die um die 50 sind? Kinder sind Erwachsen, haben Lebens- und Berufserfahrung und die Krankheiten gehen i.d.R. auch erst in 10 Jahren los.

Viele sind mit 50 und 20 jähriger Betriebszugehörigkeit aber auch total eingefahren und machen das, was sie die letzten 20 Jahre schon gemacht haben. Veränderung ist da ein rotes Tuch und man wird ggf. nur belächelt. So meine Erfahrung.
 
Je nach Anforderungen kann das auch optimal sein :bigok: :fresse2:
 
Hier gibt es teilweise echt absurde Ansichten von "Lebenserfahrung" :d
Ich bin gerade Dualer Student im 2. Semester. Ich kann sehr gut leben, weil mich mein Arbeitgeber bezahlt.
Wenn ich fertig bin habe ich einen absolut sicheren Arbeitsplatz, viel Erfahrung sowohl praktisch als auch theoretisch. Und selbst wenn ich dann was anderes machen will, stehen mir alle Türen offen.

Was hier (ich vermute einfach mal frech "die Älteren") meinen, an Lebenserfahrung mehr zu haben will ich auch mal wissen, da stimme ich adler93 absolut zu. Manche Menschen wollen halt mal nicht ins Ausland oder ewig studieren.
Das ist immer eine persönliche Entscheidung und wenn ihr mal kurz drüber nachdenkt solltet ihr nicht über Dinge reden, die ihr selber nicht kennt :)
 
Und? Wer bist du denn, dass du so über andere urteilen kannst? :) Es gibts sicherlich auch einige, die mit 21 fertig studiert sind und um einiges mehr Erfahrung haben als du oder ich.
 
Hier gibt es teilweise echt absurde Ansichten von "Lebenserfahrung" :d
Ich bin gerade Dualer Student im 2. Semester. Ich kann sehr gut leben, weil mich mein Arbeitgeber bezahlt.
Wenn ich fertig bin habe ich einen absolut sicheren Arbeitsplatz, viel Erfahrung sowohl praktisch als auch theoretisch. Und selbst wenn ich dann was anderes machen will, stehen mir alle Türen offen.
:)

Kann man auch anders sehen.

Duale Studenten werden meist vom betreffenden Unternehmen gezielt geformt und sind bei anderen Unternehmen eher schwierig einzuarbeiten.
 
Und? Wer bist du denn, dass du so über andere urteilen kannst? :) Es gibts sicherlich auch einige, die mit 21 fertig studiert sind und um einiges mehr Erfahrung haben als du oder ich.

Vorab, ich bin im 1. Semester und 18

Wie will den ein 21 jähriger mit G8 Abitur und Bachelor in 3 Jahren Erfahrung gesammelt haben und vor allem wo? Im Gegensatz zu jemandem der die Realschule abgeschlossen hat und danach eine Ausbildung absolviert hat, kann der Student nicht mehr als graue Theorie bieten. Das Abschlussalter der Realschule ist 16 Jahre, nun hat der jenige bis zu seinem 21. Lebensjahr bereits eine 3 jährige Ausbildung abgeschlossen und ist seit 2 Jahren voll berufstätig. Womit willst du gegen halten? Klar im Dualen Studium hast du deine Praxiseinsätze etc., aber davon gehe ich nicht aus. Ich rede nun vom normalen Studenten. Was lernt man denn im Studium was man später noch viel braucht? Selbst der Abschluss vom Bachelor und der anschließende Master zeigt dir schon, wie wenig du aus dem Bachelor noch brauchst. Du hast mit dem Dualen Studium eindeutig einen Vorteil gegenüber anderen Studenten, deshalb ist dass Duale Studium ja auch so interessant. Der Arbeitsplatz ist dir aber auch deswegen sicher, weil der Arbeitgeber dich über einen großen Zeitraum hinweg beobachten kann. Ich gehe aber nicht davon aus, dass du dir große Fehltritte im Studium erlauben darfst?! Jemand der mit 21 fertig ist mit seinem Bachelor und wirklich Erfahrung hat sammeln können, muss schon sehr intelligent sein. Denn er muss neben dem Studium und der Schule schon viel unternommen haben, oder sogar die Schule schneller beendet haben, als eigentlich vorgesehen.

Andererseits hast du auch von Uni zu Uni unterschiede wie hart es dort ist. Ich bin selber in Aachen an der RWTH und habe dort mit Elektrotechnik begonnen. Das ist schon eine Hausnummer... Und das schon im ersten Semester.
 
@Hardwarekäufer: Ist glücklicherweise bei mir nicht so, aber du hast recht, es gibt Unternehmen, die machen das wirklcih gezielt. Ich habe auch das Glück etwas zu studieren, dass in Deutschland heiß begehrt ist ;)

@kegg: Das kommt ganz auf die Person und das Fach selbst an. Wenn man z.b. sein Hobby studiert (ja, das solls geben), hast du dich bestimmt vorher schon in deiner Freizeit damit beschäftigt und Erfahrung gesammelt.
Generell geb ich dir aber recht, ich fand es nur unangebracht, wie Leute, die sich nicht damit beschäftigen urteilen ;)
Große Fehltritte kann ich mir im Studium natürlich nicht erlauben, wobei es auch Unternehemn gibt denen das komplett egal ist.
Und ja, das Duale Studium ist nicht immer ohne, Freizeit hat man meistens nicht mehr ;)
 
Ok, natürlich kann man sein Hobby studieren. Dann hast du dich auch in deiner Freizeit damit beschäftigt, aber ich meinte mit Erfahrung wirklich etwas verwertbares, klar ich kann mich auch mit 14 schon hinsetzen und wirklich über Elektronik nachdenken, ich glaube, dann hätte ich jetzt einen ganz anderen Wissensstand, aber meines Erachtens ist es auch ganz gut mit unter 16 auf jeden Fall noch Kind/Jugendlicher zu sein. Da muss ich mich nicht schon so intensiv mit so etwas auseinander setzen.

Aber es wird zu viel OT.

Lieber mal wieder zurück zum Gehalt jetzt.
 
Freizeit ist leider wichtig um Persönlichkeit zu entwickeln. In der Uni oder im Job lernt man an soft skills nicht alles..
Das Bologna-System züchtet Studenten ran die gleich sind und vergleichbar. Da zählt nicht mehr das Individuum. Leider sind Menschen eigentlich individuell..
Für die Wirtschaft scheint es auf den ersten Blick so einfacher zu sein, aber da werden Mitarbeiter auch wieder schnell ausgetauscht wenn es auf den zweiten Blick dann doch nicht passt.
 
Freizeit ist leider wichtig um Persönlichkeit zu entwickeln. In der Uni oder im Job lernt man an soft skills nicht alles..
Das Bologna-System züchtet Studenten ran die gleich sind und vergleichbar. Da zählt nicht mehr das Individuum. Leider sind Menschen eigentlich individuell..
Für die Wirtschaft scheint es auf den ersten Blick so einfacher zu sein, aber da werden Mitarbeiter auch wieder schnell ausgetauscht wenn es auf den zweiten Blick dann doch nicht passt.

dass muss ich bestätigen :)

Mein jetziger Lebenslauf sieht aus mit 16 realschulabschluss. dann 3 Jahre ausbildung.Mit dann 19 Jahren habe ich ein Auslandsjahr in der USA gemacht (Gesellenjahr). Im anschluss habe ich einen "bachelor proffesionell" gemacht. Dieser dauert nur 4 Semester anstatt 6 Semester (für leute ohne Abi aber mit Ausbildung). Durchs richtige Wählen und bestehen von Kursen konnte ich mir meine FHR, eine Ausbildereignung holen und den Bachelor machen. Jetzt bin ich auf der praktischen Seite voll. Es geht einfach nicht höher. Deswegen habe ich mich letztes Jahr dazu entschieden noch ein Bachelor in Logistik in Dortmund zu machen. Somit bin ich mit 25-26 Jahren (je nach dem ob ich Hoema schaffe oder nicht :d ) fertig.
Damit habe ich 3 Jahre Ausbildung, ein persönlichkeitsbildende Jahr in der USA (fand ich für mich super wertvoll) und dann zwei Bachelor mit 25/26 in der Tasche. Dies ist nicht wirklih der normale Weg, aber er hat für mich funktioniert und zeigt jetzt schon einige Vorteile.
1. Ich bekomme keine 8,50 Mindestlohn sondern kann für 12€(tag)/16€(nacht) arbeiten gehen
2. man ist einfach reifer (weniger kindisch was leider G8 teilweise sind)
3. man kommt mit dem system wesentlich besser zurück, ist einfach ein weniger erfahrener

Die alternative zu meinem jetzigen Bachelor wäre ein Duales studium gewesen, ebenfalls im Logistiksektor. Da ich aber schon eine Ausbildung besitze( zwar nicht in Logistik) wäre für mich eher ein Studium in Kombination mit einem langzeit Praktikum in Frage gekommen. Welches ich aber letztendlich nicht antrat, da ich mir nicht meine Lebensqualität nehmen wollte. Die ich erlange wenn ich als normaler Student 450€ im Monat verdienen kann und noch was von meinen Tag habe. Denn dieses würde komplett wegfallen. Dazu gehört für mich vor allem, dass meet and greet mit Freunden und Bekannten. Duale Studenten sind darunter keine mehr, denn entweder sind sie in ihrem Lernblock und kurz vor Klausuren und können sich nicht wirklich erlauben auszutreten oder sie müssen am nächsten Tag arbeiten. Somit bleibt hier echt wenig Zeit zur Entwicklung von Sozialkompetenzen
Ob dies nun gut oder schlecht ist, ist eine andere Frage und gehört hier wohl eher nicht in den Thread :d

Aber zurück zum Threadthema:

Am ende des Monats (Ich bekomme leider kein Bafög, wegen der abgeschlossenen Ausbildung) bekomme ich 450€ vom Arbeitgeber und 150€ Taschengeld von meinen Eltern. Damit komme ich ganz gut zurecht. Besondere Spesen wie Semesterticket oder schön teure Bücher kann ich zum Glück ebenfalls bei meinem Vater absetzen :d
Leben tue ich in einer dreier WG und zahle 240€ Miete (all inclusive).
Ich führe seid Januar ein Haushaltsbuch und gebe zwischen 35-45€ für Lebensmittel in der Woche aus (160-180€ Monat). Dies liegt vor allem daran, weil wir einen gemeinsamen Haushalt führen. Wir kochen jeden Tag zusammen und alle beteiligen sich (auch Gäste sollten welche da sein)
Somit bleiben mir noch 180-200€ im Monat für sonstige Sachen (Klamotten/Feiern gehen/urlaub/ und natürlich hardware :d )

Mein AG würde sich freuen, wenn ich mehr als 35h bei ihm arbeiten würde, aber um unter der 450€ Grenze zu bleiben, ist dies nicht machbar :(
 
Vorab, ich bin im 1. Semester und 18

Wie will den ein 21 jähriger mit G8 Abitur und Bachelor in 3 Jahren Erfahrung gesammelt haben und vor allem wo? Im Gegensatz zu jemandem der die Realschule abgeschlossen hat und danach eine Ausbildung absolviert hat, kann der Student nicht mehr als graue Theorie bieten. Das Abschlussalter der Realschule ist 16 Jahre, nun hat der jenige bis zu seinem 21. Lebensjahr bereits eine 3 jährige Ausbildung abgeschlossen und ist seit 2 Jahren voll berufstätig. Womit willst du gegen halten? Klar im Dualen Studium hast du deine Praxiseinsätze etc., aber davon gehe ich nicht aus. Ich rede nun vom normalen Studenten. Was lernt man denn im Studium was man später noch viel braucht? Selbst der Abschluss vom Bachelor und der anschließende Master zeigt dir schon, wie wenig du aus dem Bachelor noch brauchst. Du hast mit dem Dualen Studium eindeutig einen Vorteil gegenüber anderen Studenten, deshalb ist dass Duale Studium ja auch so interessant. Der Arbeitsplatz ist dir aber auch deswegen sicher, weil der Arbeitgeber dich über einen großen Zeitraum hinweg beobachten kann. Ich gehe aber nicht davon aus, dass du dir große Fehltritte im Studium erlauben darfst?! Jemand der mit 21 fertig ist mit seinem Bachelor und wirklich Erfahrung hat sammeln können, muss schon sehr intelligent sein. Denn er muss neben dem Studium und der Schule schon viel unternommen haben, oder sogar die Schule schneller beendet haben, als eigentlich vorgesehen.

Andererseits hast du auch von Uni zu Uni unterschiede wie hart es dort ist. Ich bin selber in Aachen an der RWTH und habe dort mit Elektrotechnik begonnen. Das ist schon eine Hausnummer... Und das schon im ersten Semester.

1.) Das Beispiel mit dem Realschüler ist ja schön und gut, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit bewerben wir uns später nicht auf die gleichen Stellen. Denn genau da kannst du ihm entgegenhalten, dass du deutlich mehr Theorie kannst und deshalb später auch viel kompliziertere Aufgabenstellungen bearbeiten kannst. Da hilft Erfahrung irgendwann nicht mehr, entweder du kannst (z.B. bezogen auf E-Technik) ordentlich mit komplexen Zahlen, Fouriertrafos und Vektoranalysis umgehen oder halt nicht. Wenns einem natürlich nur ums Löten von Schaltungen nach einem Bauplan geht, ja, dann kann der Realschüler mit Ausbildung natürlich mehr. Interessant wird es, wenn er nach der Ausbildung noch studiert hat. Da er dafür aber erstmal das Abi nachholen muss, ist er dann eben auch etwas älter. Denn egal über welchen Bildungsweg, mit 21 hat jemand normalbegabtes keinen akademischen Abschluss + Vollzeit Berufserfahrung.

2.) 1. Semester ist hart (bin Physiker an der RWTH), aber es wird besser. Ich habe Mitte des dritten Semesters mit einem Hiwi Job bei einem der Fraunhofer Institute angefangen und mache dieses Jahr meinem Bachelor in Regelzeit und bin auch kein Überflieger. Aber mit meinem Bachelor habe ich dann 1,5 Jahre Erfahrung im Beruf (gut nur 10h / Woche) und habe über die Kontakte auch meine Bachelorarbeit da geschrieben. Ich kenne auch einige andere, die als Nebenjob etwas machen, was sie wirklich weiterbringt. Kellnern hilft da natürlich nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wer keine eigene Persönlichkeit hat, der kann sich auch nicht weiterentwickeln, und das ist doch genau das, wohin wir uns immer mehr hinbewegen ... Ist zumindest meine "Lebenserfahrung", man sollte einfach straight sein Ding machen und den mob ignorieren bzw sich nur fachlich damit auseinandersetzen - im echten, privaten Leben sucht man sich die Menschen aus, im Beruf muss man halt damit umgehen (können) oder eben scheitern - Thats life
 
Das ist in der Tat ein Problem, mit dem ich auch zu kämpfen habe.
Ich habe zwei Jahre lang als Werkstudent eigenverantwortlich die IT eines kleinen Unternehmens geführt. Nach Abbruch des Studiums eine "Ausbildung" gemacht in welcher ich von den ersten Monaten an als vollwertige IT-Kraft gearbeitet habe. Verkürzt und mit Bestnote abgeschlossen.

Berufserfahrung aus Sicht der Betriebe: 0. Meine Sicht auf die Dinge: 4 Jahre. Nicht mal mein Ausbildungsbetrieb erkennt davon etwas als Arbeitszeit an.
 
Die Frage ist halt, wie eigenverantwortlich war es wirklich? Du hast wohl kaum den Kopf hinhalten müssen, wenn was vor den Baum lief oder? Versteh das bitte nicht falsch, aber Ausbildung / Werkstudententätigkeit ist halt keine richtige Arbeitszeit aus Sicht vieler Unternehmen - auch wenns bei dir gut klingt, kenn dich ja nicht :) die haben halt auch ihre Erfahrungen und sehen nur schwarz/weiß
 
@paulianer
Wurde deine Arbeit während der Ausbildung gewürdigt? Hört sich für mich nach Ausbeutung an, da hat sich die Firma gefreut einen billigen "Facharbeiter" bekommen zu haben.
 
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