[Sammelthread] Der Gehalts- und Arbeitsplatzthread

Vll würde das ja alles auch der Markt selbst Regeln.
Wenn es nicht in jeder Straße mindestens drei Friseure gäbe und nicht jede zweite Hauptschülerin Friseurin oder Kosmetikerin werden möchte, dann müsste man sehen wo man seine Haare vernünftig geschnitten bekommt. Dann dauert es drei Wochen bis man einen Termin hat und dann kostet es auch entsprechend

Das ist eine Berufsinflation die wir jetzt durch Mindestlohn ausgleichen wollen.
Absolut. Ich zB. sehe jetzt nicht direkt ein, wieso ich zurückstecken sollte, weil Menschen unbedingt Unfug studieren/eine Friseurlehre machen wollen.

Edit: Soziale Gerechtigkeit ist ja schön und gut, aber solange dadurch für mich nur Nachteile entstehen, verzichte ich lieber darauf. So dürfte es auch einem Großteil der Bevölkerung gehen. Wäre ja dumm, wenn man sich freiwillig schlechterstellen lässt. Wo die Kombination in einer Demokratie hinführt, dürfte klar sein.
Dabei bin ich nicht einmal Besserverdiener.

Edit2: Abgesehen davon verstehe ich unter sozialer Gerechtigkeit nicht, dass die, die jetzt wenig haben, einfach nur aus Prinzip mehr bekommen. Das klingt eher nach haben-wollen-Reflex.
 
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Kleinere und mittlere Unternehmen (KMUs) können heutzutage im Markt schon kaum mehr mithalten. Das geht höchstens noch über Selbstausbeutung in Familienbetrieben (wie von dir angesprochen) oder Lohndumping. Nur so sind sie in der Lag die günstigend Preise der Großfirmen zu unterbieten bzw. mitzuhalten. Wenn Ihnen jetzt durch diesen Mindestlohn die Möglichkeit da mitzuhalten genommen wird, wird es über kurz oder lang kaum noch KMUs geben, da in Deutschlad nach wie vor eine "Geiz ist Geil" Mentalität herrscht. Das wird dazu führen, dass die Marktmacht der großen Firmen und Konzerne weiter ansteigt und sie dadurch, bildlich gesprochen, noch mehr Finger an die Preisschraube bekommen. Der Staat wird (wie immer) herzlich wenig dagegen tun.
Aber dann ist doch entweder das Produkt schlecht, wenn es sich nicht verkauft, oder das Management schlecht, weil es Fehlentscheidungen trifft. Jedenfalls sehe ich wenig Grund solche Unternehmen und am Ende Unternehmerische Fehlentscheidungen durch Staatsknete über Aufstocker subventionieren zu müssen. Was damit nämlich passiert ist, dass das Lohnniveau insgesamt gedrückt wird und der Druck zu jedem Lohn arbeiten zu gehen wird von der Arge sowieso aufrecht erhalten. Nur so bekommst du einen Niedriglohnsektor wie es den aktuell gibt.

Absolut. Ich zB. sehe jetzt nicht direkt ein, wieso ich zurückstecken sollte, weil Menschen unbedingt Unfug studieren/eine Friseurlehre machen wollen.
Ich sehe nicht ein, warum ich mit den Steuern die ich zahle den Porsche von unfähigen Unternehmern finanzieren sollte.
Schon mal was von Solidarität gehört?



Er glaubt, dass alle Journalisten und Menschen, die es besser wissen als er, gekauft seien.
Nein, das nicht. Aber ich weiß von der INSM, ich weiß von Gesamtmetall, ich weiß von diversen anderen Arbeitgeberverbänden, ich weiss von TTIP und TISA, ich weiß was Paul Krugman über die EU schreibt und ich weiss wie sich diverse Ökonomen mit Hans-Werner Sinn um die Deutungshoheit der Wirtschaftspolitik streiten. Und ich weiß wie mit ALG1 und ALG2 lern umgesprungen wird.

Edit2: Abgesehen davon verstehe ich unter sozialer Gerechtigkeit nicht, dass die, die jetzt wenig haben, einfach nur aus Prinzip mehr bekommen. Das klingt eher nach haben-wollen-Reflex.
Ich bin Maschinenbau Master kurz vorm Abschluss. Ich werd irgendwo um die 50k im Jahr liegen wenn ich den ersten Job nach dem Studium antrete. Es geht bei mir sicher nicht um haben wollen, da ich selbst nicht betroffen bin.
Ich versteh unter sozialer Gerechtigkeit, dass Mensch seine Existenz selbst sichern kann, wenn er einen Vollzeit Job hat. Dazu sind ca 1000€ Netto nötig, was ca 1600€ Brutto oder 10€ Mindestlohn entspricht. Ich finde es menschenunwürdig, wenn Mensch gezwungen wird für unter 1600€ Brutto arbeiten zu gehen, der Unternehmer Staatssubventionen über die Aufstockerregelung bezieht (Lohnzuschuss bekommt) und sich selbst davon ein deutlich besseres Leben leisten kann als der angestellte Aufstocker.
 
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@lexi

ich ging von identischen Produkten mit beinahe identischen Preisen aus.
Dann ist das Geschäftsmodell in DE überholt, das Produkt zu schlecht wenns den Mehrpreis nicht rechtfertigt, die Rate der Automatisierung zu gering oder sonstwas. Aber Lohnsubvention kann nicht die Lösung sein.
Nimm als Beispiel mal Baufirmen. Da wird dann für ein Projekt in Bayern eine große osstdeutsche Baufirma beauftragt, weil sie billiger ist als die kleine vor-Ort ansässige Baufirma die das Projekt aber fast zum gleichen Preis und genauso stemmen könnte, aber dazu (wegen höherer andere Kosten) Dumpinglöhne zahlen muss.

Irgendwann haste dann nur noch wenige große Firmen übrig die den Markt unter sich aufteilen. Ist doch mit den Krämer- und Tante Emma Läden um die Ecke auch passiert.
Mindestlohn für alle auf deutschem Boden ausgeführten Arbeiten. Bekommt der ostdeutsche Gastbauarbeiter eben auch 8.50€. Lohndumping abgestellt, Thema durch.
 
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Ich versteh unter sozialer Gerechtigkeit, dass Mensch seine Existenz selbst sichern kann, wenn er einen Vollzeit Job hat. Dazu sind ca 1000€ Netto nötig, was ca 1600€ Brutto oder 10€ Mindestlohn entspricht. Ich finde es menschenunwürdig, wenn Mensch gezwungen wird für unter 1600€ Brutto arbeiten zu gehen, der Unternehmer Staatssubventionen über die Aufstockerregelung bezieht (Lohnzuschuss bekommt) und sich selbst davon ein deutlich besseres Leben leisten kann als der angestellte Aufstocker.

Durchaus vernünftig. Deswegen aus Prinzip alle anderen zu schröpfen, halte ich aber nicht für angebracht.
Zu den unfähigen Unternehmern: Irgendwas müssen sie ja wohl richtig machen, auch wenn natürlich jede Stammtischrunde ein großes Unternehmen besser führen und in der Mittagspause die Nationalmannschaft besser trainieren könnte. Was spricht also dagegen, wenn diese Menschen sich einen Porsche leisten können, außer dem Neid?
Und das sage ich als Mensch, der von e14 leben muss.

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Dann ist das Geschäftsmodell in DE überholt, das Produkt zu schlecht wenns den Mehrpreis nicht rechtfertigt, die Rate der Automatisierung zu gering oder sonstwas.
Friseure?
 
Der Zusammenhang war KMU. Kleine und Mittelständler, ca 100-500 Angstellte, in diesem Fall Bauunternehmer die nahem östlichen Ausland konkurrieren. Friseure, Krankenschwestern, Kindergärtner ect hatten wir schon oben. Bei Friseuren gibts schlicht eine Dumpinspirale bis es kracht und die Branchenstruktur ist nicht Gewerkschaftsfreundlich, so dass über TV auch nix geht. Das kannste halt per Gesetz abstellen.

Was spricht also dagegen, wenn diese Menschen sich einen Porsche leisten können, außer dem Neid?
Es spricht nichts dagegen das irgendwer Porsche fährt, solang die Angestellten sich nen Golf leisten können. Wenn die Angestellten jedoch nur ne ÖPNV Monatskarte bezahlen können oder sogar aufstocken und Chefe Porsche fährt passt da was ganz gewaltig nicht.
 
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Gibst du dir den ganzen Tag nichts anderes als irgendwelches Verschwörungszeug? :fresse:
 
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@Aviator: Das ist allerdings für einen abgeschlossenen Master hier in der Gegend nicht besonders viel. Zwar durchaus angenehm, aber auch noch nicht gerade abgehoben. Und trotzdem schiebe ich keinen Neid auf Menschen, die mehr verdienen.
 
Es ist auf jeden Fall zu wenig, um Besserverdiener zu sein und dennoch zu viel, 2k5lexis Feindseligkeit zu vermeiden.
 
Feindselig? gegen wen? Gegen nen Schreibtischangestellten mit 3.5k Brutto? Sicher nicht. Ist zwar kein mies bezahlter Lohnsklave, aber dennoch ein Lohnsklave. Ich hab auch nix gegen Unternehmer, die mit ihrem Unternehmen wachsen und mit dme Unternehmen leiden. Ich kenne genug die in den guten Zeiten saftige Boni ausschütten und in den schlechten Zeiten mit den Angestellten den Gürtel enger schnallen, damit keiner seinen Job verliert. Aber ich hab was gegen skrupellose Zahlenfüchse, neudeutsch Manager, die keine Ahnung vom Geschäft haben, die keinen Respekt vor der Belegschaft haben und nur ihren eigene Aktienpakete und Boni hinterherarbeiten - ohne Rücksicht auf Verluste.

PS:@Hannes: Feindselig ggf. gegen die Aussage bzw Unterstellung, dass ich dich bzw. den Mittelstand bzw. Lohnarbeiter schröpfen wollen würde, obwohl das nicht im geringsten stimmt.

Du Diskutierst aus der Position des Normal oder Besserverdiener heraus. Ich halte Unternehmer per Se für ausbeuterische Halsabschneider die alles tun um so viel Profit aus ihren Lohnsklaven herauszupressen wie es nur geht. Nur so lassen sich die in den letzten 30 Jahren entstandenen exorbitant abgehobenen Managergehälter erklären.

Umverteilung ist das Stichwort. RobinHood das andere. Nimm die Kohle da weg, wo sie systematisch in den letzten 30 Jahren hingeschaufelt wurde. Und schließ die Einkommensschere Schere. Ich hätte da durchaus ein paar Vorschläge von diversen Leuten die von VWL deutlich mehr Verstehen als ich, die für mich plausibel sind. Aber am Ende läufts eh darauf hinaus, dass die Reichen die Mietfedern einkaufen, die Mietfedern ihren Job machen für den sie bezahlt werden und Propaganda gegen eben diese angedeuteten Maßnahmen schreiben und sich nix ändert. Ein Paukenschlag wie 1933-38 der NewDeal wäre angebracht. Spitzensteuersatz auf Einkommen auf 80%, Einkommen aus Kapitalerträgen als Einkommen besteuern und nicht pauschal mit der Abgeltungssteuer, dazu ne Erbschaftssteuer von 100% auf Erbschaften über 10Mio Wert. Dazu nen Mindestlohn von 15€ und der Käs ist gegessen.
 
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Ehrlich gesagt bin ich beim Staat angestellt und darf an Dingen meiner Wahl forschen, bis endlich mein Dr.-Ing. dabei rausspringt. Gibt Schlimmeres.

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Gegen nen Schreibtischangestellten mit 3.5k Brutto? Sicher nicht. Ist zwar kein mies bezahlter Lohnsklave, aber dennoch ein Lohnsklave.

Klingt weder positiv noch neutral.
 
Das ist allerdings für einen abgeschlossenen Master hier in der Gegend nicht besonders viel.
Ohne es negativ zu meinen: Ein Master im öffentlichen Dienst darf sich auch nicht unbedingt mit einem Master der freien Wirtschaft vergleichen. Da dürfte er in der Regel sehr oft den kürzeren ziehen. Und die entsprechenden Tabellen orientieren sich eben nicht an regionalen Gegebenheiten. Wer mit E14 in einer Hochpreisregion lebt, hat es sicherlich schwerer, als jemand, der mit E14 in einer kaufkraftschwachen Region lebt.
 
@2k5 - Damit verstehe ich erst Recht nicht, wie du dich in meinem Beispielen so vehement auf die Seite der Großkonzerne stellen kannst, in denen genau die von dir verhassten Typen duetlich häufiger zu finden sind als in KMUs.
Wenn die Konzerne ordentlich zahlen und sich die obersten Konzernfuzzels als Lohnangestellte verstehen anstatt als Speichellecker der Anteilseigner, was spricht dann gegen Konzerne? Schlimm find ich wenn eine Frau Susanne Klatten ohne einen Finger krumm zu machen 750Mio Dividende bekommt und auf diese nur 25% Abgeltungssteuer zahlt, während der Bandarbeiter der die ganze Arbeit macht mit 30k im Jahr nach Hause geht und darauf auch noch 40% Steuer zahlt. Das ist sicher nicht sozial gerecht.

Klingt weder positiv noch neutral.
Ist ja auch nicht neutral und ist auch nicht positiv zu verstehen. Die politisch neutrale Formulierung ist wohl "Angestellte(r)" oder "Arbeitnehmer/in", wobei ich diese zweite Formulierung nicht mag.
 
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Ohne es negativ zu meinen: Ein Master im öffentlichen Dienst darf sich auch nicht unbedingt mit einem Master der freien Wirtschaft vergleichen. Da dürfte er in der Regel sehr oft den kürzeren ziehen. Und die entsprechenden Tabellen orientieren sich eben nicht an regionalen Gegebenheiten. Wer mit E14 in einer Hochpreisregion lebt, hat es sicherlich schwerer, als jemand, der mit E14 in einer kaufkraftschwachen Region lebt.

Doch, die sind regional verschieden. Damit vergleiche ich mich ja auch nicht, Ziel ist es ja, mit dem Dr. dann mehr rauszuholen. Oder auch nicht. Es ist eher mein Ehrgeiz, der mich dazu bringt, das zu tun und dass es mir an der Uni eben gefällt. Aber das gehört zumindest in diese Diskussion nicht hinein.

Aber ich stand auch vor der Wahl, mehr Geld verdienen oder das tun, worauf ich Lust habe. Dennoch motze ich jetzt nicht herum. Das sollten sich Friseure oder Skandinavistikstudenten eventuell auch vorher überlegen, anstatt jetzt Rabbatz für einen Mindestlohn zu machen.
 
1+

für mindestlohn, ich finde es eine frechheit, wenn premiumautos von mercedes von leuten zusammengebaut werden, die beim amt aufstocken müssen. generell sollte man viele der aufstocker-berufe verbieten.

Angestellte bei Mercedes die beim Amt aufstocken müssen :rofl:
Du weißt aber schon, dass dort IG Metall Tarif gilt und die sich eine goldene Nase verdienen?

DAS ist für mich übrigens eine fast noch größere Ungerechtigkeit als dass viele zu wenig verdienen. Am besten sind die Bandarbeiter in 3. Generation, die sich über die Jahrzehnte zig Immobilien und sonstigen Wohlstand angeeignet haben und die Nachkommen durch Vitamin B wiederum versorgt werden und das immer so weitergeht.
Obwohl ich auch in der Industrie bin, finde ich, dass es eine Umverteilung von überbezahlten 0815-Industriejobs, hin zu anderen Berufsgruppen geben sollte. Wie? Steuersätze anpassen
 
Das sollten sich Friseure oder Skandinavistikstudenten eventuell auch vorher überlegen, anstatt jetzt Rabbatz für einen Mindestlohn zu machen.
Und genau diese Position find ich stark kritikwürdig. Ich denke es ist konsens, dass man auf das Friseurhandwerk, Krankenpflegepersonal, Lehrer(innen) oder Erzieher(innen) in unserer Gesellschaft nur schwer verzichten kann. Warum sollte also jemand, der eine 3 Jährige Ausbildung gemacht hat extrem viel weniger fuer einen vollzeit Job bekommen als jemand anderes, z.B. Elektriker oder Heizung-Sanitär-Klima- Mechaniker? Wieso ist die Arbeit von Krankenpflegepersonal oder des Friseurhandwerks weniger Wert? Ich bin der Meinung, dass jeder der einem Gesellen Job nachgeht und Vollzeit arbeitet einen zum selbst versorgen ausreichenden Lohn bekommen sollte und oben drauf noch was Spielgeld haben sollte.

Angestellte bei Mercedes die beim Amt aufstocken müssen
Du weißt aber schon, dass dort IG Metall Tarif gilt und die sich eine goldene Nase verdienen?
Sag das mal den Werkstestfahrern mit Werkvertrag, die für umgerechnet 3€ pro Stunde arbeiten oder den 50% Leiharbeitern in der Produktionslinie, die mit 9€ Brutto heim gehen.

DAS ist für mich übrigens eine fast noch größere Ungerechtigkeit als dass viele zu wenig verdienen. Am besten sind die Bandarbeiter in 3. Generation, die sich über die Jahrzehnte zig Immobilien und sonstigen Wohlstand angeeignet haben und die Nachkommen durch Vitamin B wiederum versorgt werden und das immer so weitergeht.
Obwohl ich auch in der Industrie bin, finde ich, dass es eine Umverteilung von überbezahlten 0815-Industriejobs, hin zu anderen Berufsgruppen geben sollte. Wie? Steuersätze anpassen
"divide et impera" wirkt... Tausche im Beispiel Mercedes gegen BMW und schau dir dann das 750mio Klatten Beispiel an.
 
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Und genau diese Position find ich stark kritikwürdig. Ich denke es ist konsens, dass man auf das Friseurhandwerk, Krankenpflegepersonal, Lehrer(innen) oder Erzieher(innen) in unserer Gesellschaft nur schwer verzichten kann. Warum sollte also jemand, der eine 3 Jährige Ausbildung gemacht hat extrem viel weniger fuer einen vollzeit Job bekommen als jemand anderes, z.B. Elektriker oder Heizung-Sanitär-Klima- Mechaniker? Wieso ist die Arbeit von Krankenpflegepersonal oder des Friseurhandwerks weniger Wert? Ich bin der Meinung, dass jeder der einem Gesellen Job nachgeht und Vollzeit arbeitet einen zum selbst versorgen ausreichenden Lohn bekommen sollte und oben drauf noch was Spielgeld haben sollte.

Ich behaupte nicht, dass der Job per se weniger wert sei. Allerdings ist zum einen das Angebot zu hoch und die Nachfrage zu gering, das macht natürlich den Preis kaputt. Ob es da jetzt sinnvoller ist, an den Symptomen herumzudoktern (Mindestlohn) oder etwas an den Ursachen zu tun, sei jedem selbst überlassen.
 
Ich behaupte nicht, dass der Job per se weniger wert sei. Allerdings ist zum einen das Angebot zu hoch und die Nachfrage zu gering, das macht natürlich den Preis kaputt. Ob es da jetzt sinnvoller ist, an den Symptomen herumzudoktern (Mindestlohn) oder etwas an den Ursachen zu tun, sei jedem selbst überlassen.
Da ist meine Position, dass es einen Mindestlohn für Vollzeit arbeiten geben muss, der ein eigenständiges Leben ermöglicht. Dazu wirst du mit Aufstocken und Lohnsubvention das Überangebot nicht beheben. Das nenn ich an den Symptomen herumdoktern. Ich habe nichts dagegen, wenn ich bestimmte Jobs nach oben abheben, solang bei den untersten das selbsttätige Überleben gesichert ist. Daher pro Mindestlohn, aktuell bei ca 10€ pro Stunde.
 
Ich habe nicht behauptet, dass Aufstocken und Lohnsubvention das richtige Mittel seien. Diese Berufe aber künstlich attraktiv zu halten kann es aber auch nicht sein.
Aber was will man in einer Gesellschaft erwarten, in der man von den meisten für bescheuert gehalten wird, wenn man Ingenieur werden will?
 
Aber ich stand auch vor der Wahl, mehr Geld verdienen oder das tun, worauf ich Lust habe. Dennoch motze ich jetzt nicht herum. Das sollten sich Friseure oder Skandinavistikstudenten eventuell auch vorher überlegen, anstatt jetzt Rabbatz für einen Mindestlohn zu machen.
Das darfte nicht zu laut sagen, weil man soll ja nicht wegen Geld studieren sondern weils einem spaß macht.
Aber mal ehrlich, ich kenn genug so Kandidaten die irgendwas in die Richtung Kunst/Philosophie studiert haben und jetzt total empört sind das sie keinen (vernünftig bezahlten) Job finden. Man sollte sich vielleicht mal vorher 5 minuten gedanken über seine Zukunft machen, nicht jeder hat das Glück das er mit seiner Leidenschaft viel Geld verdienen kann.
Ich würd fast behaupten ab bis zu nem gewissen grad ist man mit mehr Geld glücklicher als mit nem Job der einem spaß macht.

Jetzt kommt mir net mit dem Geld macht net glücklich unfug :fresse:
 
Und genau diese Position find ich stark kritikwürdig. Ich denke es ist konsens, dass man auf das Friseurhandwerk, Krankenpflegepersonal, Lehrer(innen) oder Erzieher(innen) in unserer Gesellschaft nur schwer verzichten kann. Warum sollte also jemand, der eine 3 Jährige Ausbildung gemacht hat extrem viel weniger fuer einen vollzeit Job bekommen als jemand anderes, z.B. Elektriker oder Heizung-Sanitär-Klima- Mechaniker? Wieso ist die Arbeit von Krankenpflegepersonal oder des Friseurhandwerks weniger Wert?

Falsch ist der Gedanke ja nicht unbedingt, aber man sollte dennoch ma ein wenig hinter die Kulissen gucken.

Der 'Elektriker' der 3,5 Jahre lernt und danach immer noch nichts weiss weil es nicht möglich ist den geforderten Standart in der Zeit zu vermitteln, oder die friseusin die nen 2 wochencrash Kurs bekommt und dann 3 Jahre lang nichts weiter ist als eine billige Arbeitskraft. Mal ganz abgesehen von der Verantwortung und den Anforderungen im späteren Berufsleben.

Was ich damit sagen will ist: wenn jaqeline mit 14 die Schule schwänzt, mit 15,5 Zwillinge bekommt und nach ein paar Jahren Drogen Abhängigkeit mit 23 abgebrannt eine Lehre zur frisse anfängt, dann sollte selbst ihr klar sein, dass es da für sie keine 3500 brutto zu holen gibt.

Ebenso die 'brotlos' Studenten.... Berufung..... Begabung.... Klar dass über Gott und die Welt quatschen, anbei selbst gebackenen Kuchen essen und danach Plakate mit fingerfarbe und tesa vorbereiten mehr Spass macht als in nem stickigen labor Formeln pauken. Wer aber nicht schnallt dass er mit der fingerfarbe keine Familie ernähren kann, oder anders gesagt meint dass von nix durchaus was kommen kann, kann gerne spielen und pokern....soll dann aber nicht auf die Träne drücken wenn er sich verzokkt hat.
 
Wenn die Konzerne ordentlich zahlen und sich die obersten Konzernfuzzels als Lohnangestellte verstehen anstatt als Speichellecker der Anteilseigner, was spricht dann gegen Konzerne? Schlimm find ich wenn eine Frau Susanne Klatten ohne einen Finger krumm zu machen 750Mio Dividende bekommt und auf diese nur 25% Abgeltungssteuer zahlt, während der Bandarbeiter der die ganze Arbeit macht mit 30k im Jahr nach Hause geht und darauf auch noch 40% Steuer zahlt. Das ist sicher nicht sozial gerecht.


Ist ja auch nicht neutral und ist auch nicht positiv zu verstehen. Die politisch neutrale Formulierung ist wohl "Angestellte(r)" oder "Arbeitnehmer/in", wobei ich diese zweite Formulierung nicht mag.

Der BMW Arbeiter bekommt zwar eher um die 50-60k Brutto inkl. Prämien. Vom Prinzip hast du aber vollkommen recht. Genau diese Tatsache führt eben dazu das sich Vermögen auf immer wenigere konzentriert. Noch dazu ist Geld sehr mobil und eine Arbeitskraft nicht.

Wenn die nächste Krise kommt wird Frau Klatten nicht ihr Vermögen nehmen um für die Dauer evtl. Arbeiter zu unterstützen bzw. Jobs zu sichern. BMW wird eiskalt die Zeitarbeiter kündigen, nach der Krise neue einstellen. Somit ist zu jeder Zeit Frau Klattens Gewinnbeteiligung gerettet, während wo anders Existenzen zerstört werden.


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Ich hab mir jetzt die Diskussion nicht bis zu Ende durchgelesen (40 Beiträge seit gestern Abend, seid ihr verrückt? Das schaff ich erst auf Arbeit...), aber was mir auffällt: den Mindestlohn bekommen Menschen, hauptsächlich im tertiären Sektor, also Dienstleistungen. Die Kartoffeln, Nudeln und auch der Mercedes wird deswegen nicht teurer. Und selbst wenn, dann lange nicht um den Betrag den alle fürchten. Es gibt von destatis (Statistisches Bundesamt) sogenannte Kostenstrukturerhebungen. Da ist dann aufgedröselt, wie sich alle (!) auslaufenden Kosten auf den Umsatz verteilen. Lohnkosten machen durch alle Branchen üblicherweise einen sehr geringen Anteil aus, auch z. B. im Einzelhandel. Dort machen Lohnkosten i. d. R. etwa 15% der Kosten aus... Mieten fallen da mehr ins Gewicht. Angaben ohne Gewähr, ich such das nachher auf Arbeit gleich mal raus. Was das bedeutet, ist allen klar, oder? Wenn 15% der Kosten um sagen wir 50% steigen, erwarten und katastrophale Preisanstiege von schätzungsweise fünf Prozent, wenn überhaupt. Eher gleichen Einzelne durch aufrunden oder eigene Anpassungen nach oben noch was aus, um im Wettbewerb besser zu bestehen. Dass Krankenschwestern, Friseusen, Dönerspießdreher und Taxifahrer nicht nach Bangladesch ausgelagert werden können, ist hoffentlich auch allen klar ;)
 
Woraus setzen sich andere Kosten denn zusammen? Der Vermieter hat doch auch wieder Personalkosten für Instandhaltung, Verwaltung, etc. Die Statistik Funktioniert nur wenn man davon ausgeht, dass alle Sektoren ausser den Personalkosten jeweils nicht durch eigene Personalkosten betroffen sind.
 
Der Friseur wird mit Sicherheit nicht ausgelagert, aber er wird evtl. keine 40h mehr auf Arbeit sein. Zumindest wird der Chef den Preis erhöhen. Somit wird unterm Strich (wenn man jetzt alle Berufe betrachten würde) die Inflation steigen oder der Konsum sinken. Dann gehe ich halt nicht im 3 Wochen Rhythmus, sondern eben im 4 Wochen Zyklus. Rein menschlich gesehen bin ich schon für einen Lohn, der über dem Existenzminimum liegt. Arbeit sollte sich schon lohnen. Nur einfach pauschal 8,50€ über alle zu legen halte ich für gewagt.


Sent from my iPhone 4S
 
Wenn man alle Leistungen die man als ALG2ler zusammen nimmt und auf einen geldwerten Monatsdurchschnitt mittelt ist man bei ca 1000€. (in manchen Städten sicher mehr aufgrund der anfallenden und pauschal übernommenen Mieten nach einem qm Schlüssel). Um diese 1000€ netto zu haben (und damit die Aufstocker loszuwerden) müssten das bei ca 160 Monatsarbeitsstunden eben die von mir so hart verteidigten 10€/h sein. Das ist das was meinesachtens die ungelernte Teen-Mom Schakkeline für einen Job an der Bäckertheke oder als Putze bekommen müsste. Entsprechend müsste die Schantall, welche mit 16 aus der Hauptschule raus ist und sich bewusst für eine Altenpflegerlehre mehr bekommen, sagen wir 13€/h
 
Ich finde es ja immer so witzig, wenn behauptet wird, irgendwelche Leute würde Unsummen verdienen ohne einen Finger krumm zu machen, sowieso nichts können und nur die armen Angestellten ausbeuten. Wenn das so einfach ist, warum macht ihr es dann nicht selbst? So ein bisschen KMU ist doch schnell gegründet. Alles kein Thema. Machen, nicht schwätzen, wie wir Schwaben zu sagen pflegen.
 
Ich finde es ja immer so witzig, wenn behauptet wird, irgendwelche Leute würde Unsummen verdienen ohne einen Finger krumm zu machen, sowieso nichts können und nur die armen Angestellten ausbeuten. Wenn das so einfach ist, warum macht ihr es dann nicht selbst? So ein bisschen KMU ist doch schnell gegründet. Alles kein Thema. Machen, nicht schwätzen, wie wir Schwaben zu sagen pflegen.

Ich empfehle dir dich mit der Marxistischen Mehrwerttheorie (der Wiki Artikel ist nicht wirklich gut) auseinanderzusetzen um zu verstehen was du da grade fuer einen Dummfug von dir gegeben hast. Auch wenn die Schlussfolgerungen von Marx und seine Person sicher streitbar sind, so sind seine beschreibenden Abhandlungen ueber das Wirtschaftssystem des Kapitalismus, bzw. der Marktwirtschaft als solche bis heute gueltig.

Je nach dem wieviel Mehrwert abgeschoepft wird kann ein Unternehmer sicher ein KMU zu Lebzeiten aufbauen, aber auch nur, wenn er einen Grossteil ins Unternehmen investiert und wenig an seine Angestellten auszahlt. Mit dem was ein einzelner Mensch allein zu Leisten im Stande ist bekommst du niemals ein KMU aufgebaut. Daher ist deine Aussage in der aktuellen Debatte als Dummfug anzusehen.
 
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Find ich jetzt ne schwache Antwort. Sonst breitest du deine Antworten dich auch immer sehr detailliert aus.
 
Das kann ich mal tun, aber den Dummfug gibst immer noch du von dir. Denn du stellst dich hin und jammerst wie ungerecht das alles ist, ich sehe aber nicht was du machst ausser zu jammern. Geh doch, gründe ein Unternehmen, zahl faire Löhne. Ist doch laut deinen Aussagen alles kein Thema.
 
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