die co2 steuer ist ein beispiel für die stadtdöppels, die anderen das landleben nicht gönnen und mit gewalt den staat eine neue steuer aus der tasche leiern wollten, für welche sie nicht mitbezahlen müssen. die co2 steuer führt unweigerlich dazu, das noch mehr menschen in die städte ziehen werden und die mieten steigen.
Ich hatte hierdrauf schon was ziemlich heftiges formuliert und bin froh das nicht abgeschickt zu haben, das wäre ziemlich eskaliert...
Etwas diplomatischer: Ich finde diese ganze Stadt-Land-Geschichte völlig an den Haaren herbeigezogen. Seit ich auf dem Land lebe noch mehr. In der Stadt brauchst du meistens kein Auto, schon gar nicht um dich zu transportieren. Es gibt aber eben auch Städte mit bescheidenem, schlecht strukturiertem Nahverkehr und Städte ohne nennenswerte Fernverkehrsanbindung. Zumindest für die Nahanbindung gibt es das Fahrrad. Und das ist oft genug sogar noch schneller. Auf dem Land gibt es einen Schulbus. Manchmal heißt er nicht so und ist doch genau das. Ohne Auto kommst du kaum irgendwo hin.
Dennoch: Alle Diesel, die ich bisher gefahren bin (und das waren einige!) wurden erst nach 20km Strecke langsam warm. In 20km Umkreis hab ich so ziemlich alles außer einen Fachhändler für Elektronik-Bastelkram. Mit dem typischen Fahrprofil zerschieße ich mir den Verbrenner in Rekordzeit. Warum sollte ich dann noch Treibstoff tanken, wenn auch wirklich jeder Platz für eine Photovoltaik-Anlage hat die den Energiebedarf inklusive Heizung und Mobilität locker übertrifft? Auf dem Land bist du deutlich einfacher bei Methoden deinen CO2-Fußabdruck deutlich Richtung Null zu drücken. Da ist das Jammern über irgendwelche CO2-Steuern eines auf sehr hohem Niveau.
Und nochmal von der Theorie in die Praxis: Wir haben hier eine Pelletheizung, die mit Pellets aus der Region aus Holz aus der Region befüllt wird. Tipp vom Nachbarn und günstiger als irgendwelche Geschichten aus dem Netz bei höherer Qualität. Die PV-Anlage auf dem Dach liefert Strom für zwei Elektroautos, Warmwasser und den ganz normalen Stromverbrauch. Unser Geld für Energie geht nicht in die Hände von irgendwelchen Gas- und Öldynastien und die Tankstelle sieht uns nur noch beim Besuch der Waschanlage. Meine Frau ist Pendlerin. Mit dem Auto zur Bahn, wenn mit der Bahn irgendwas ist direkt weiter mit dem Auto (ausnahmsweise). Die CO2-Steuer tangiert uns in keiner Weise. Weder profitieren wir davon noch leiden wir darunter. Bei pendelnden Freunden ist die Bilanz ebenfalls null. Einige, die für 2-3km zur Arbeit mit dem Auto gefahren sind, sind schon in den letzten Jahren, vor der CO2-Steuer immer mehr mit dem Rad zur Arbeit gefahren. Egal ob "Stadtdoppel" oder "Landei".
Mit "PV für mehr Energie als man brauchen kann" sind wir nicht alleine: Irgendwas zwischen 2/3 und 3/4 der Häuser hier haben PV-Anlagen auf dem Dach. Und das teils wirklich stattlich.
Ob das irgendeine "Landflucht" anzettelt? Wohl eher nicht. Dafür ist das wohnen da einfach zu billig. Ich hab heute mit einer Freundin aus dem Sauerland geschrieben. Da sind die Grundstückspreise mal eben ein Zehntel von unseren. So ein EFH kostet da halt mal eben ein Drittel. Auch bei der Verwandtschaft im Umkreis von Köln ist das schon deutlich teurer. Der Trend geht zu "raus aus der Stadt". Für die Preisdifferenz kannst du sehr sehr viel Sprit kaufen (oder eben ne PV-Anlage und nie wieder Sprit...)