Ich liebe die teils sarkastischen Kommentare von Peter Greif*, welche er hinter den einzelnen Laufeinheiten in seinem Marathon-Trainingsplan verfasst hat.
Laufwoche 1, Tag 7 (Sonntag): So, mit etwas über 120 Km ist die erste Laufwoche geschafft. Laut meinem alten Plan hätte ich mir jetzt einen freien Tag verdient.
Kommentar von P.G.: "Du spürst die Auswirkungen des langen Laufs noch in den Beinen ... das macht aber nichts, denn morgen gibt es einen 20 Km regenerativen Dauerlauf."

Laufwoche 2:
Mon: 20 Km regenerativer Dauerlauf (60 Sek/Km langsamer als Marathongeschwindigkeit)
Die: 20 Km extensiver Dauerlauf (15 Sek/Km schneller als am Montag)
Mitt: 19 Km (5 Km warm up, 4 Km cool down) 10 Km Tempowechsellauf
Don: 20 Km regenerativer Dauerlauf (60 Sek/Km langsamer als Marathongeschwindigkeit)
Frei: 20 Km extensiver Dauerlauf (15 Sek/Km schneller als am Donnerstag)
Sam: 29 Km extensiver Dauerlauf
Son: 15 Km regenerativer Dauerlauf (60 Sek/Km langsamer als Marathongeschwindigkeit)
Kommentar von P.G.: "So langsam ist Schluss mit Jogging ... wie du sicherlich merkst ist die Zeit der milden Muskelpflege vorbei."

Ich freue mich schon auf die 10te Laufwoche. Not.
*Peter Greif ist eine Legende unter den deutschen Marathonläufern. Nach einer mißglückten Rücken-OP ist er im Rollstuhl gelandet. Die Ärzte sagten er werde nie wieder laufen können. Durch seine Unbeugsamkeit, seinen eisernen Willen sowie knallharte Disziplin hat er allen das Gegenteil bewiesen. Er hat nicht nur wieder Gehen und Laufen gelernt, sondern hat wieder sein Marathontraining aufgenommen. Mit einer hervorragenden persönlichen Bestzeit von 2:24:00 (3:25 Min/Km) über die Distanz von 42,2 Km war er nicht nur ein erstklassiger Läufer, sondern später dann auch ein erfolgreicher Marathontrainer (Unter seiner Leitung gewann Ines Cronjäger mehrere deutsche Meisterschaften u.a. den Marathon). Sein gebündeltes Wissen rund um das Thema Marathon kann man in seiner "Laufbibel" nachlesen. Wie streng, unerbittlich und gnadenlos seine Trainingsmethoden sowie Pläne waren, zeigt die Tatsache, dass er einst von seinen Laufschülern eine Peitsche zum Geburtstag bekam. Seine Trainerkollegen nannten ihn liebevoll Menschenschinder bzw. Sklaventreiber.