klar aber zu Beginn würde ich den Kontakt komplett einschränken. Ich hab das damals nicht gemacht und bin auf die Schnauze gefallen, dass passiert mir nie wieder.
Typsache. Löschen, Blocken etc. "hilft" vielleicht gegen den Drang, sich selbst zu melden oder sich im Nachhinein blöde Sprüche anhören zu müssen. Vielleicht bedient es auch die "Rache" - aber es ist keine Lösung. Für mich jedenfalls nicht.
Jeder Mensch, der einem irgendwann wichtig war, hinterlässt Spuren. Manche mehr, manche weniger deutlich. Jeder Mensch den man liebt oder geliebt hat hat einen besonders enge Bindung, des eigenen oder des anderen Lebens. Man kann die "Erinnerungen" in Form von Fotos, Briefen etc. zwar löschen, aber nicht das eigene Gedächtnis. Man kann nur die eigene Einstellung darüber ändern. Nach Ex #1 hab ich das so gehandhabt, dass ich so ziemlich alles gelöscht hab was uns verband. Geholfen bei der Bewältigung hat das nicht. Sie war immer noch für ein halbes Jahr ein Teil meines Lebens, Fotos hin oder her. Bei Ex #2 hab ich das gelassen. Okay, ich hab die gemeinsamen Bilder von Facebook gelöscht, jedoch nicht die des gemeinsamen Urlaubs oder Postings auf Facebook. Sie hat die gemeinsamen Fotos immer noch drauf, incl. Verlinkung von mir, die ich irgendwie nicht entfernen kann.
Der Punkt ist, dass ich immer wieder dass Bedürfnis hab, Fotos aus verschiedenen "Phasen" meines Lebens durchzuklicken um darüber zu reflektieren. Bilder oder Klänge aus der Zeit erinnern daran wie es damals war, wie meine damaligen und heutigen Gefühle dazu sind und das erleichtert es mir, meinen Frieden mit meinen "Fehlern" der Vergangenheit zu finden. So einiges stellt sich in der Betrachtung gar nicht so sehr als Fehler heraus.
Vergeben können ist eine Stärke, die wenige besitzen weil man sie sich erarbeiten muss. Es ist der Weg zu innerer Ruhe. Und das bezieht sich nicht nur auf andere, sondern auch auf einen selbst. Manchmal geht es nur, wenn man mit einer gewissen Distanz auf die selben Dinge wieder zurückblickt.
Es ist keine Lösung für einen offenen Konflikt, wenn man den Kopf in den Sand steckt und ihn ignoriert. Der Konflikt bleibt da, solange man ihn nicht löst. Konflikte lösen ist anstrengend, und es hat mit der Schuldfrage so rein gar nichts zu tun.
Ja, Verletzungen heilen nur dann gut, wenn Reize von Außen unterbleiben und das ganze Ruhiggestellt wird. Allerdings ist das nur ein Teil. Nur oberflächliche Verletzungen heilen wirklich komplett allein, viele erfordern Eingriffe - Desinfektion, Operationen, Schmerzmittel - oder Stärkung des Immunsystems.
€dit: Der Punkt ist: Wenn man versucht, diese Erinnerungen auch noch zu entfernen, wird vielleicht der Schmerz noch viel größer als er tatsächlich wäre. Man versucht sich ein Teil des eigenen Lebens zu entfernen, was nun mal nicht geht. Und damit verletzt man sich selbst zusätzlich!