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Weitere Details: Das 4700S Desktop-Kit wird ein echtes Produkt (Update)

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xbox scorpio socVor einigen Wochen tauchte ein Ryzen 4700S mit GDDR6-Arbeitsspeicher auf, der vermutlich eine Art Desktop-Ableger der APU in der Xbox Series X bzw. PlayStation 5 sein wird. Nun hat AMD eine offizielle Produktseite zum 4700S Desktop-Kit und ein Handbuch (PDF) online gestellt. Daraus geht hervor, dass es sich beim Prozessor um ein Achtkern-Modell auf Basis der Zen-2-Architektur handelt – soweit keine Überraschung. AMD erwähnt zudem den Umstand, dass hier eine Lösung aus einer Hand geboten wird: Mainboard, Prozessor und Arbeitsspeicher. Bei den Konsolen handelt es sich um 16 GB GDDR6. Beim 4700S Desktop-Kit sind es entweder 8 oder 16 GB GDDR6. Dies ist dahingehend eine Besonderheit, als das GDDR6 als Arbeitsspeicher für Prozessoren eigentlich nicht vorgesehen ist.

Über ein 256 Bit breites Speicherinterface kommt der GDDR6 auf eine Speicherbandbreite von 448 GB/s. Diese vergleichsweise hohe Speicherbandbreite (Desktop-Prozessoren mit DDR4-3200 im Dual-Channel kommen auf 45 bis 50 GB/s) nutzt bei den Custom-Prozessoren vor allem die integrierte Grafikeinheit. Beim 4700S Desktop-Kit kommt die Ausbaustufe des Prozessors mit 36 Compute Units zum Einsatz – so wie es für Ariel für die PlayStation 5 der Fall ist. Die integrierte Grafikeinheit ist aber nicht aktiv.

Stattdessen soll eine dedizierte Grafikkarte verbaut werden. Diese wird über einen Steckplatz mit vier Lanes angebunden, verwendet wird allerdings nur via PCI-Express 2.0. Kompatibel sind Grafikkarten von der Radeon RX 550 bis zur Radeon RX 590, auf Seiten der NVIDIA-GPUs von der GeForce GT 710 bis zur GeForce GTX 1060. Die weiteren Ausstattungsmerkmale sind zwei SATA-Anschlüsse, 5x USB 3.0 Gen2, 1x USB 3.0 Gen1 und 4x USB 2.0. Hinzu kommt Gigabit-Ethernet. Einen M.2-Steckplatz bietet das 4700S Desktop-Kit leider nicht.

AMD sieht den Einsatz des 4700S Desktop-Kit vor allem in kleinen und kompakten Office-Systemen, die mit Mainboard, Prozessor und Speicher fast schon vollständig ausgestattet sind. Allerdings muss eben noch eine dedizierte Grafikkarte verbaut werden.

Noch spannender wäre ein solches Kit natürlich, wenn auch die integrierte Grafikeinheit funktionieren würde. Mit 36 CUs, die auf einer angepassten RNDA-2-Architektur basieren, wäre diese nur etwas langsamer als eine Radeon RX 6700 XT (Test) – die fehlenden vier CUs und die Einschränkungen durch den Takt/TDP einmal außen vor gelassen. Die aktuell schnellsten Desktop-Prozessoren mit integrierter Grafikeinheit kommen auf acht CUs und diese basieren noch auf der Vega-Architektur.

Unklar ist aber, ob die integrierte Grafikeinheit der auf dem 4700S Desktop-Kit eingesetzten Prozessoren überhaupt funktioniert oder ob AMD hier den Ausschuss verwendet, den man aufgrund von Defekten im GPU-Bereich des Chips nicht für die Konsolen nutzen kann. Für den Desktop wäre eben ein solches Board mit voll funktionsfähigem Ariel mit 36 CUs sicher spannend. Gleiches gilt auch für den Arden-SoC der Xbox Series X, der es sogar auf 56 CUs bringt. Hinsichtlich der CPU-Leistung können diese aufgrund der Zen-2-Architektur nicht ganz mit den aktuellsten Prozessoren mithalten. Eine derart starke integrierte Grafikeinheit wäre aber sicherlich ein herausragendes Alleinstellungsmerkmal.

AMD macht keinerlei Angaben zur Verfügbarkeit oder dem Preis des 4700S Desktop-Kit. In China werden schon Systeme mit diesem Kit angeboten, die umgerechnet 580 Euro kosten.

Update:

Von BodNara aus Korea stammen weitere Bilder des AMD 47000S Desktop Kit und diese bestätigen, dass es sich um den Ariel-SoC der PlayStation 5 von Sony handelt. Des Weiteren zeigt sich der GDDR6-Speicher, der sich auf der Rückseite des PCBs befindet. Der verwendete Speicher kommt auf 14 GBit/s pro Pin und der Prozessor erreicht einen maximalen Takt von 3,2 GHz.

Benchmarks der Speicherbandbreite von KBench.com zeigen Werten von bis zu 92,5 GB/s bei Latenzen von 145 ns. Der Vergleich zum Core i7-11700 zeigt zeigt sehr schön, wo hier die Unterschiede zum klassischen DDR4 liegen. Allerdings dürfte der 4700S davon meist kaum profitieren, allenfalls die integrierte Grafikeinheit könnte die höhere Speicherbandbreite meist sinnvoll nutzen, aber diese ist deaktiviert.

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