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Ampere Altra mit 2x 80 Kernen sind schnell, sparsam und günstig

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ampereAmpere Computing schreitet zielstrebig in Richtung einer CPU-Alternative für den Datacenter-Einsatz. Der Ampere Altra basiert auf dem Neoverse-N1-Design von ARM und bietet 80 ARM-v8.2+-Kerne in einem Sockel. Bis zu 80 Kerne in einem Power-Budget von 250 W sollen den etablierten Herstellern wie Intel und AMD Konkurrenz machen. Als Altra Max sollen 2021 sogar Varianten mit 128 Kernen folgen.

Bisher gab es allerdings nur Ankündigungen und wenig Handfestes, auch wenn Ampere natürlich eigene Benchmarks präsentierte und unter anderem die Vorteile eines stabilen Taktes gegenüber dynamischen Boost-Taktratet herausstellen wollte. Nun präsentiert Anandtech einen ersten ausführlichen und unabhängigen Test zweier Altra Q80-33 (80 Kerne mit 3,3 GHz) in einem Dual-Sockel-System (Mount Jade). Zum Prozessor gehören im Testsystem 256 GB an Arbeitsspeicher pro Sockel – in acht DIMMs pro Sockel, um das 8-Kanal-Speicherinterface voll auszunutzen.

Die Gegenspieler der beiden Altra Q80-33 waren zwei AMD EPYC 7742 mit jeweils 64 Kernen bei einer TDP von 225 W und zwei Intel Xeon Platinum 8280 mit jeweils 28 Kernen bei 205 W.

In den Benchmarks hinterlassen die Prozessoren, bzw. das System ein unterschiedliches Bild. Im Single-Threaded-Test mittels Spec 2017 Integer schneidet der Altra Q80-33 sehr gut ab – liegt auf einem Niveau mit dem Xeon Platinum 8280 und vor dem EPYC 7742. Im Fließkomma-Bereich sind die etablierten Prozessoren hingegen stärker. Deutlich besser sieht es aus, wenn der Altra Q80-33 alle seine 80 Kerne nutzen kann.

So richtig gut steht der ARM-Prozessor im LLVM-Compiling und der NAMD-Performance dar. Hier liegt der Altra Q80-33 in 1S- und 2S-Konfiguration gleichauf mit einem oder zwei EPYC 7742. Diese beiden Prozessoren sind im gewählten Benchmark in 1S-Konfiguration sogar schneller als zwei Xeon Platinum 8280.

Über alle Tests hinweg bleibt festzuhalten, dass die Altra Q80-33 nicht nur schnell, sondern auch effizient sind. Zwar sieht die TDP ein Power-Budget von 250 W vor, dieses nutzt das System jedoch nicht aus für den Takt von 3,3 GHz. Dies muss man auch mit einbeziehen, wenn man die Leistung beurteilt. Der Preis spielt ebenfalls eine Rolle. Ampere ruft für den Altra Q80-33 einen Listenpreis von 4.050 US-Dollar auf, ein EPYC 7742 kostet hierzulande etwa 5.200 Euro und ein Xeon Platinum 8280 mindestens 8.600 Euro, wenngleich man beachten sollte, dass diese Preise im freien Handel recht wenig damit zu tun haben, was Serveranbieter an reduzierten Preisen geboten wird.

Ob und wo Ampere sich mit den Altra-Prozessoren im Datencenter-Segment wird etablieren können, bleibt abzuwarten. Hyperscaler wie Amazon haben bereits eigene Prozessoren entwickelt. AMD knabbert an Intels Marktanteilen, aber der Chipriese soll 2021/22 zum Gegenschlag ausholen. Zunächst aber wird AMD die EPYC-Prozessoren der 3. Generation auf Basis der Zen-3-Architektur auf den Markt bringen.