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Portfoliobereinigung: Intel streicht die M-Modelle der Xeon-Prozessoren

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intel-xeon-8280In einer Product Change Notification (PCN) gibt Intel heute bekannt, dass einige Modelle der Xeon-Scalable-Prozessoren der zweiten Generation eingestellt werden. Dabei handelt es sich um die M-Modelle der auf Cascade Lake basierenden aktuellen Serie von Intel. Im Frühjahr haben wir uns zwei Xeon Platinum 8280 in einigen Server- und Workstation-Anwendungen angeschaut.

Intel bietet in der 8000er-Serie der aktuellen Xeon-Generation mehr als fünf Dutzend verschiedene Modelle an Prozessoren an. Es gibt die Standardvarianten wie den Xeon Platinum 8280 mit 28 Kernen, der bis zu 1 TB an DDR4-2933 unterstützt. Der Xeon Platinum 8280M bietet ebenfalls 28 Kerne und taktet identisch, unterstützt jedoch bis zu 2 TB an DDR4-2933. Darüber positioniert sind die L-Modelle, wie eben der Xeon Platinum 8280L, die sogar bis zu 4,5 TB ansprechen können. Die M-Modelle fallen nun weg und werden durch die L-Modelle ersetzt.

Bis auf den maximalen Speicherausbau sind die Xeon-Prozessoren komplett identisch. Neben der Anzahl der Kerne und dem Takt gilt dies außerdem für die Thermal Design Power, die Anzahl der UPI-Links und die Unterstützung von ECC-Speicher sowie Optane DC Persistent Memory.

Preislich gibt es zwischen den Modellen jedoch einige Unterschiede: Der Xeon Platinum 8280 kostet laut Intels Preisliste 10.009 US-Dollar, der 8280M immerhin schon 13.012 US-Dollar. Zum Xeon Platinum 8280L nennt Intel einen Preis von über 17.000 US-Dollar. Wirft man einen Blick in den Preisvergleich, dann findet man den Xeon Platinum 8280 hierzulande ab 9.890 Euro, der 8280M kostet satte 19.709 Eurogenau wie der Xeon Platinum 8280L. Der Markt hat also schon eine Anpassung des M-Modells zum L-Modell vorgenommen. Analog zeigt sich dies bei den weiteren Modellen. Hier kostet die zusätzliche Speicherunterstützung gegenüber den Basismodellen ebenfalls 3.000 US-Dollar Aufpreis für die M-Modelle und 8.000 US-Dollar für die L-Modelle

Da Intel vorsieht, die M-Varianten durch die L-Varianten zu ersetzen, spart man also fast 5.000 US-Dollar, wenn die Preise am Markt denn angepasst sind.

Gestrichen werden nun folgende Modelle:

  • Xeon Platinum 8280M
  • Xeon Platinum 8276M
  • Xeon Platinum 8260M
  • Xeon Gold 6240M
  • Xeon Gold 6238M
  • Xeon Gold 5215M

Die Xeon-W-Serie wird weiterhin M-Modelle enthalten. So gibt es einen Xeon W-3275, der bis zu 1 TB an Arbeitsspeicher unterstützt. Hier gibt es auch noch einen Xeon W-3275M, der bis zu 2 TB ansprechen kann.

Intel kommt zunehmend unter Druck

Warum Intel die M-Modelle streicht, ist nicht bekannt. Man begründet dies offiziell mit einer Bereinigung des Portfolios. Allerdings hat man diese ja erst vor gut neun Monaten erst vorgestellt und schon damals kam die Frage auf, warum Intel derart viele Modelle auf den Markt bringt, die in weiteren Bereich fast identisch sind. Die hohen Aufpreise für eine weitere Speicherunterstützung waren von Anfang an umstritten.

Wahrscheinlicher ist, dass Intel den Druck von AMD verspürt. Diese unterstützen einen Speicherausbau von 4 TB, ohne dass hier eine Unterscheidung durch verschiedene Modelle vorgenommen wird.