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Chinesisches Unternehmen will CPUs bauen die mit Intel und AMD konkurrieren

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zhaoxinVIA dürfte vielen noch ein Begriff aus Zeiten sein, als Chipsätze nicht zwangsläufig vom Hersteller des jeweiligen Prozessors stammen mussten. Inzwischen hat sich das Unternehmen aber umorientiert und bietet hauptsächlich Lösungen für den Embedded-Markt sowie für IoT-Produkte an. Das chinesische Unternehmen Zhaoxin macht sich die x86-Lizenzen von VIA zu Nutze und kooperiert mit dem Unternehmen, um einen eigenen Prozessor auf den Markt zu bringen. VIA ist demnach nicht der Hersteller und Anbieter der nun vorgestellten Prozessoren, wird im Hintergrund aber eine wichtige Rolle spielen.

Zhaoxin hat eine Roadmap vorgestellt, die bereits 2015 ihren Anfang genommen hat. Die unter den Namen ZX-C und ZX-C+ entwickelten Prozessoren sollen als KX-5000 (Wudaokou) die Marktreife erreicht haben. Für die nächsten Jahre sind die Modellreihen KX-6000 und KX-7000 geplant.

Der KX-5000 ist ein Quad-Core-Prozessor, der auch als Octa-Core geplant ist. Ob hier auch ein Hyperthreading aktiv ist, ist derzeit nicht bekannt. Der Prozessor soll einen Takt von 2 GHz erreichen. Das Speicherinterface unterstützt DDR4. Der als SoC gefertigte Prozessor bietet aber auch noch USB 3.1 Gen 1 und 2, USB 2.0 sowie SATA3. Die in 28 nm bei TSMC gefertigten Prozessoren sollen 2018 bei Lenovo in ersten Desktop-Systemen (M6200) eingesetzt werden.

Der als ZX-E entwickelte Nachfolger, der als KX-6000 (Lujiazui) auf den Markt kommen soll, soll dann in 16 nm gefertigt werden und Taktraten von 3 GHz erreichen. Es soll sich ausschließlich um einen Shrink handeln, so dass es bei allen Merkmalen des KX-5000 bleibt – bis auf die Leistung natürlich. Für den KX-7000 ist dann der Einsatz von DDR5 sowie PCI-Express 4.0 vorgesehen. Es soll sich um eine neue Architektur handeln. Hier soll weiterhin die 16-nm-Fertigung eingesetzt werden. Das Prinzip ähnelt dem vom Intel lange angewendeten Tick-Tock im Wechsel aus neuer Architektur und kleinerer Fertigung.

Mit dem bisher letzten geplanten KX-7000 plant Zhaoxin die Leistung der aktuellen Ryzen-Prozessoren von AMD zu erreichen. Für den KX-6000 spricht Zhaoxin schon von der "Zukunft" und nennt keine Jahreszahl. Unklar ist daher, wann der KX-7000 erscheinen soll und damit relativiert sich die Aussage zur Leistung auf Niveau des Ryzen etwas.

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Kommentare (29)

#20
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Registriert seit: 29.08.2012

Flottillenadmiral
Beiträge: 5635
Zitat kozfogel;26060090
Die Sicherheitslücke ist aber in der Firmware, und nicht in der Software/Treiber. Die ME selbst arbeitet völlig autark vom Betreibssystem.


Richtig. Die Management Engine kann unbemerkt RAM für sich reservieren, und könnte Speicherabbilder etc. machen, die sie dann über die Netzwerkschnittstelle verschickt. Sie ermöglicht es meinen Informationen nach auch, den PC über das Netzwerk trotz deaktiviertem Wake-up on LAN einfach einzuschalten. Es hilft nur, den PC per I/O-Kippschalter auszuschalten(und dann natürlich für immer aus zu lassen :)). Das ist quasi ein entkoppeltes System im System. Die Management Engine lässt sich nicht ganz deaktivieren, weil sonst der Rechner nach 30 Minuten einfach abschaltet. Sie lässt sich nur teilweise überschreiben.

Mögliche Einsatzszenarien könnten beispielsweise sein, dass das US-Militär bei einem Angriff die Infrastruktur des Feindes lahm legt. Sollte die ME staatlich erzwungen worden sein(was ich nicht beweisen kann, aber mir vorstellen könnte), hat man sicherlich den Entscheidungsträgern solche vergleichsweise "mildtätigen" Argumente hervorgebracht, um sie weich zu kochen. Die eigentliche, wahnsinnige Macht, die daraus entsteht, ist dermaßen gefährlich, dass es völlig unverantwortlich ist, solche Geräte zu verkaufen.
Missbraucht werden könnte die Engine beispielsweise zur Massenüberwachung - und wie das Wort schon impliziert, schützt sie nur vor Menschenmassen, und nicht vor den eigentlichen Terroristen. Wenn jemand richtige Massen gegen sich aufgebracht hat, hat er verdammt viel falsch gemacht und sollte sie nicht abknallen sondern sich Gedanken machen, wie er das wieder in Ordnung bringt. Zudem könnte eine systematische Wirtschaftsspionage durch unbemerktes Stehlen von Konstruktionsplänen und anderem geistigen Eigentum das Ziel sein, falls die Integration der Spionage-/Sabotagemechanismen von einer Regierung erzwungen wurde, um ihre Weltdominanz langfristig abzusichern.
Es ist nur logisch, dass Weltmächte wie China sich eine solche Bedrohung nicht leisten können, und höchst verwunderlich, dass die EU da tatenlos zusieht und keine ernsthaften Anstrengungen unternimmt, z.B. durch Förderung von Open Source-Projekten, die Verschlüsselung sicherstellen, dem Übernehmen von Kosten für Screenings des Codes, oder Einfuhrbeschränkungen auf Produkte mit potenziell bedrohlicher Software die Datensicherheit im Inland gegenüber ausländischen Aggressoren abzusichern.
#21
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Registriert seit: 01.01.2015
€Uropäische Union - Bairischer Sprachraum
Kapitän zur See
Beiträge: 3199
Zitat Holzmann;26059937
aber gute Hardware kommt doch nur aus China. :fresse:

;) Das hast du von Zurück in die Zukunft 3, leicht abgewandelt, anstatt Japan :D
#22
Registriert seit: 27.09.2006

Hauptgefreiter
Beiträge: 238
Zitat Mo3Jo3;26059965
Ein bischen Off-topic ^^
Ab 2020 wird ein Punktesystem für die Bürger eingeführt, die Testphase hat bereits begonnen. Jeder Bürger kann dann jeden Bürger im Netz bewerten und JEDER bürger bekommt ein Punktekonto.
Chinas Sozialkredit-System - Auf dem Weg in die IT-Diktatur


Gab es vor kurzem eine tolle Folge von Orwell, wo ein ganzer Planet eine Gesellschaft nach Like/Dislike betreibt, ab gewissen negativen Bewertungen wird man nicht mehr überall bedient und ab einer bestimmten Summe muss man sich in einigen TV Shows dazu äußern.

Haben die Leute Verständnis oder Mitleid, kommt man davon, sonst gehts ab zur Lobotomie und man endet als sabbernder Idiot^^
#23
Registriert seit: 28.03.2008

Oberbootsmann
Beiträge: 862
Zitat lll;26058816
Fragt sich nur in welchen Gebiet VIA/Zhaoxin einsteigen will, und in welchen Regionen, hmm.
Wohl eher im Professionellen Markt für Server/Supercomputer und dergleichen, ich denke sie wird man wohl am ehesten in Asien in den Regierungs und Firmenrechner finden.
Auch wenn es zu wünschen ist aus Kundesicht, VIA/Zhaoxin wird wohl nicht so blöd sein in den Desktopmarkt einzusteigen, bei einem schrumpfenden Markt wo schon einer ums überleben kämpfen muss, selbst Intel mit ihren mitteln konnte nicht richtig in den GPU-Markt mit vollwertigen Grafikkarten einsteigen (dafür sind sie mit weitem Vorsprung Marktführer bei den IGPs), obwohl deren mittel nicht gerade gering sind.


Halte ich für weniger warscheinlich, da die mit 28nm Fertigung beginnen. Für HPC zählt performance/watt. Da werden die in den ersten Gernerationen nicht konkurenzfähig sein. Außerdem lässt sich für den Bereich auch eher eine andere Architektur nutzen als im Desktop segment wo x86 einfach verbreiteter ist. Ich schätze eher die wollen in den Desktop/Notebook Markt. Überleg mal wie viele Systeme da in China jedes Jahr gebraucht werden.
Halte das auch eher für ein strategisches Investment. Wer morgen dank Sanktionen keine Intel oder AMD CPUs mehr bekommt ist in wenigen Jahren technisch auf dem Stand von Nordkorea.
#24
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Registriert seit: 21.01.2006

Fregattenkapitän
Beiträge: 2819
CPU? Schade. Bedarf nach mehr Konkurrenz besteht doch noch eher bei GPUs...
#25
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Registriert seit: 13.09.2009

Bootsmann
Beiträge: 739
Zitat Myoone;26060515
Gab es vor kurzem eine tolle Folge von Orwell, wo ein ganzer Planet eine Gesellschaft nach Like/Dislike betreibt, ab gewissen negativen Bewertungen wird man nicht mehr überall bedient und ab einer bestimmten Summe muss man sich in einigen TV Shows dazu äußern.


Orville, nicht Orwell.
Du hast ja eine tolle Vorstellung von wandernden Sternen.


#26
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Registriert seit: 12.04.2006

Vizeadmiral
Beiträge: 6349
Zitat Elmario;26062308
CPU? Schade. Bedarf nach mehr Konkurrenz besteht doch noch eher bei GPUs...

Hättest du das vor einem Jahr genauso geschrieben? Schliesslich gab es damals auch nur 2 Big Player im x86 Bereich, und einer davon hatte selbst in der Mittelklasse deutliche Probleme. Da ist es bei GPUs nach wie vor ausgeglichener mit mehr Auswahl. Oder begründest du deine Aussage damit, dass AMD Probleme hat, an die GTX 1080 Ti ranzukommen? Wen interessiert denn das? Die Anzahl an potenziellen Kunden für so eine High-End Karte ist verschwindend gering. Es gib genügend andere Bereiche. Stand jetzt selbst vor der Wahl einer neuen Karte im Einsteigerbereich. Hab mich letztendlich für eine RX 560 von MSI entschieden. Schnuckeliges kleines Ding und bin bisher mehr als zufrieden damit. Welche Alternativen gäbe es denn von Nvidia? GTX 1030? Würg. GTX 1050? Nur 2 GB VRAM, nee danke. GTX 1050 Ti? War mir zu teuer fürs Gebotene.

Übrigens, Zhaoxin hat auch nicht erst letzte Woche mit der CPU-Entwicklung begonnen. ;)


@topic

Grundsätzlich interessant. So wie es im Moment ausschaut wird Zhaoxin aber mindestens 3 Jahre hinter Konkurrenz hinterherhinken. Mal schauen wo sie preislich liegen werden und ob eine entsprechende Plattform auch hier erhätlich sein wird. Wobei mMn eh erst die KX-6000 Generation nächstes Jahr interessant werden dürfte. 16nm und 3 GHz klingt jedenfalls nicht so schlecht. Mit 28nm dürfte die Konkurrenzfähigkeit des KX-5000 noch ziemlich limitiert sein.
#27
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Registriert seit: 21.01.2006

Fregattenkapitän
Beiträge: 2819
Mit Preisen begründe ich das. Dass die Grafikkarte in einem Gamingsystem alleine fast die Hälfte der Gesamtkosten ausmacht spricht doch Bände.
#28
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Registriert seit: 08.08.2006
SN
Moderator
Beiträge: 33791
Aber warum sollten die beiden bestehenden Firmen bei Aufkommen eines Dritten mit entsprechend gutem Produkt - meint also mit Potenzial auf einen gewissen Anteil am Markt - gerade DANN mit dem Preis runter? Eher wird das Gegenteil passieren, denn verkaufte Einheiten an den Dritten bedeuten weniger verkaufte Einheiten für die anderen beiden. Und auf Gewinn verzichtet da keiner, darauf kannste Wetten.

Damit das funktioniert müsste schon der neue Teilnehmer niedrig einsteigen UND dann noch gut performen. Egal ob GPU oder CPU, beides scheint auf absehbare Zeit unwahrscheinlich.
#29
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Registriert seit: 04.01.2015

Bootsmann
Beiträge: 546
Zitat Myoone;26060515
Gab es vor kurzem eine tolle Folge von Orwell, wo ein ganzer Planet eine Gesellschaft nach Like/Dislike betreibt, ab gewissen negativen Bewertungen wird man nicht mehr überall bedient und ab einer bestimmten Summe muss man sich in einigen TV Shows dazu äußern.

Haben die Leute Verständnis oder Mitleid, kommt man davon, sonst gehts ab zur Lobotomie und man endet als sabbernder Idiot^^


passend dazu : Black Mirror Staffel 3, Episode 1. :cool:
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