> > > > Intel Lake Crest: AI-Hardware mit Custom-Rechenkernen und 32 GB HBM2

Intel Lake Crest: AI-Hardware mit Custom-Rechenkernen und 32 GB HBM2

Veröffentlicht am: von

Im November des vergangenen Jahres zeigte Intel erstmals die eigenen Ambitionen hinsichtlich spezieller Hardware für das Training von Neuronalen Netzen. An dieser Stelle sei noch einmal auf die Unterscheidung zwischen dem Training eines solches Netzwerkers und der Nutzung bzw. Auswertung der dort enthaltenen Daten hingewiesen. Beide Prozesse haben unterschiedliche Anforderungen hinsichtlich der Hardware und um diesen gerecht zu werden unterschiedet NVIDIA auch in der Hardware – Tesla P100 für das Training und Tesla P4 und P40 für das sogenannten Inferencing.

Auch bei Intel unterscheidet man in der Hardware zwischen den verschiedenen Verwendungszwecken. Intel hat dazu in den vergangenen Jahren einige Unternehmen aufgekauft, um sich die entsprechende Expertise anzueignen. Zwar kann ein Training und Inferencing auch mit einem Xeon-Prozessor oder einem Knights-Landing-Beschleuniger ausgeführt werden, durch die spezielle Ausrichtung der Hardware auf einen Verwendungszweck, können die Zeiträume für die Berechnungen aber deutlich verkürzt werden.

Für das Inferencing verwendet Intel einen FPGA von Arria. Erste Samples dieser Hardware wurden bereits ausgeliefert und noch in diesem Jahr soll sie auch für alle verfügbar sein. Auf einem AI-Event in München zeigte Intel nun weitere Details zum Lake-Crest-Beschleuniger. Golem.de war vor Ort und hat die Details in einem Artikel aufbereitet.

Schneller Interconnect und HBM2

Die Hardware von Lake Crest setzt vor allem auf einen schnellen Datenaustausch. Zwischen den zwölf Processing Cluster in Lake Crest ist ein bidirektionaler Interconnect implementiert, der 100 GBit/s erreicht. Zusammengenommen erreicht der Interconnect also 1,2 TBit/s. Wie wichtig ein schneller Interconnect ist, hat auch AMD zuletzt noch einmal deutlich unterstrichen und auf den Infinity Fabric als das Grundgerüchst für die Zen- und Vega-Architektur genauer erläutert. Wie schnell der Data-Teil des Infinity Fabric aber nun sein soll, ist derzeit nicht bekannt. AMD erwähnte nur, dass mindestens die Übertragungsrate von HBM2 in Form der dort gebotenen 512 GB/s erreicht wird.

Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Anbindung eines möglichst schnellen Speichers. Hier sieht Intel die Verwendung von HBM2 vor. In vier Speicherstacks sollen jeweils 8 GB mit 256 GB/s pro Chip verwendet werden. Insgesamt soll Lake Crest demzufolge über 32 GB HBM2 verfügen, der eine Bandbreite von 1 TB/s bereitstellt. Zusammen mit den Recheneinheiten befindet sich der Speicher auf einem Interposer.

Processing Cluster für Berechnungen

Zweites wichtiges Standbein eines solchen Beschleunigers sind die Recheneinheiten. Intel bezeichnet diese nur als Processing Cluster, ohne genauer auf die Fähigkeiten einzugehen. Die Processing Cluster teilen sich sicher noch einmal in kleinere Recheneinheiten auf. Wie viele dieser Recheneinheiten letztendlich in Lake Crest arbeiten, ist nicht bekannt. Intel spricht bei der Rechenleistung auch nicht mehr von Floating Point Operations (FLOPS), sondern von Flex Point Operations. Bei NVIDIA spielen im Zusammenhang mit der Rechenleistung vor allem die INT8-Berechnungen eine wichtige Rolle. Bei Intel dürfte dies nicht anders sein.

Lake Crest ist eine spezielle Hardware, die auf eine spezielle Anwendung ausgelegt ist. Das Training von Deep-Learning-Netzwerken und Neuronalen Netzen setzt bei einer gewünschten Rechenleistung für das Training eine bestimmte Hardware voraus. Bei NVIDIA sind dies der Tesla P100, bei AMD soll die Radeon Instinct MI25 mit Vega-GPU und Google hat sich mit der TPU ebenfalls eine eigene Hardware entwickelt. Noch in diesem Jahr sollen die ersten Partner die Samples von Lake Crest erhalten.

Social Links

Ihre Bewertung

Ø Bewertungen: 0

Tags

Kommentare (3)

#1
Registriert seit: 23.09.2009

Korvettenkapitän
Beiträge: 2310
Wieso stehen in der Überschrift 16GB? Text und Folie sagen etwas anderes.
#2
customavatars/avatar3377_1.gif
Registriert seit: 15.11.2002
www.twitter.com/aschilling
[printed]-Redakteur
Tweety
Beiträge: 29871
Im November war noch von 16 GB die Rede, daher die Verwirrung meinerseits. Ist korrigiert und danke für den Hinweis!
#3
Registriert seit: 05.11.2007
Neckar-Odenwald Kreis
Kapitän zur See
Beiträge: 3316
Widerspricht das dann nicht aber auch die News mit Vega hat nur 8GB?
Sollte man das nicht berichtigen?
Um Kommentare schreiben zu können, musst Du eingeloggt sein!

Das könnte Sie auch interessieren:

16 Threads für 550 Euro: AMD RYZEN 7 1800X im Test

Logo von IMAGES/STORIES/LOGOS-2017/AMD_RYZEN_TEASER_100

Eine neue Ära – so beschreibt AMD selbst den Start der RYZEN-Prozessoren. Die dazugehörige Zen-Architektur soll ein Neustart für AMD sein und das auf allen wichtigen Märkten. Den Anfang machen die RYZEN-Prozessoren auf dem Desktop. Die Zen-Architektur soll AMD aber auch zu einem Neustart auf... [mehr]

AMD Ryzen 7 1700 im Test und übertaktet - der interessanteste Ryzen

Logo von IMAGES/STORIES/LOGOS-2017/AMD_RYZEN_TEASER_100

Mit dem Ryzen 7 1800X und Ryzen 7 1700X haben wir uns die beiden neuen Flaggschiff-Prozessoren von AMD näher angeschaut. Nun fehlt nur noch das dritte Modell im Bunde, das für viele Umrüst-Interessenten sicherlich der interessanteste Ryzen-Prozessor ist. Die Rede ist natürlich vom Ryzen 7 1700... [mehr]

Intel vs. AMD, Akt 2: Skylake-X und Kaby-Lake-X im Test gegen Ryzen

Logo von IMAGES/STORIES/2017/7900AUFMACHER

In den letzten Monaten wurde die CPU-Vorherrschaft von Intel gebrochen und den Prozessormarkt durcheinandergewirbelt. Nach dem Ryzen-Tornado blieb Intel nichts anderes über, als mit schnell vorgestellten neuen Multikern-Prozessoren aus der X-Serie auf sich aufmerksam zu machen. Mit dem Core i9... [mehr]

AMDs Ryzen 7 1700X im Test: Der beste Ryzen?

Logo von IMAGES/STORIES/LOGOS-2017/AMD_RYZEN_TEASER_100

In unserem ausführlichen Testbericht zu AMDs Ryzen 7 1800X in der letzten Woche hatten wir bereits angekündigt, dass wir weitere Artikel rund um AMDs neues Flaggschiff bringen werden. Den Anfang macht ein Kurztest zum Ryzen 7 1700X, der mit knapp 120 Euro weniger Kaufpreis momentan als das... [mehr]

Threadripper: AMDs Ryzen Threadripper 1950X und 1920X im Test

Logo von IMAGES/STORIES/2017/THREADRIPPER_TEASER

AMD strotzt vor Selbstbewusstsein: Wie lässt es sich sonst erklären, dass man ein Produkt mit einem so coolen Namen ausstattet? Die als "Threadripper" bezeichneten Ryzen-Prozessoren sollen AMD in den Benchmarks an den ersten Rang katapultieren - zumindest in Thread-intensiven Benchmarks. Wir... [mehr]

Intel Core i7-7700K im Test - keine großen Sprünge mit Kaby Lake

Logo von IMAGES/STORIES/LOGOS-2016/KABYLAKE

Am heutigen 3. Januar stellt Intel die Desktop-Modelle der Kaby-Lake-Architektur vor. Wir haben natürlich den Launch-Test: Intels Flaggschiff, der Core i7-7700K, wurde von uns in den letzten Tagen durch diverse Benchmarks gejagt und gegen die Vorgänger verglichen. Allerdings sollte... [mehr]