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MediaTek: Sparsam mit Tri-Cluster, bessere Fotos mit Imagiq

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mediatek 2015Spätestens seit vorletzter Woche dürfte MediaTek technikbegeisterten Verbrauchern ein Begriff sein. Denn die Kooperation mit Amazon – der Online-Händler verbaut SoCs der Taiwaner in den neuen Kindle-Tablets sowie im neuen Fire TV – sorgt für ein deutliches Plus an Aufmerksamkeit. Wie wichtig dies ist, machte das Unternehmen auf dem diesjährigen Executive Forum deutlich. In London gewährte man einen Blick auf die mittlere und ferne Zukunft, fasste aber auch die jüngere Vergangenheit zusammen.

Diese hatte es durchaus in sich. Im März konnte man sich als einer der fünf größten Halbleiterhersteller bezeichnen, inzwischen ist ein weiterer Titel hinzugekommen. Denn nach dem ersten Halbjahr 2015 belegt man Platz drei auf der Liste der größten Hersteller ohne eigene Fabrik – vor NVIDIA und AMD. Zu verdanken ist dies nicht nur dem wachsenden Smartphone-Absatz, sondern auch anderen Tätigkeitsfeldern. Denn im Bereich der Heimunterhaltung spielt MediaTek ebenfalls eine große Rolle, in zahlreichen Fernsehern, Blu-ray-Playern, aber auch in Konsolen stecken die eigenen Komponenten. Zu den wichtigsten Partnern gehören entsprechend Microsoft und Samsung, aber auch LG und Yamaha. Im Mittelpunkt des Executive Forums standen jedoch die Themen Smartphones, Wearables und das Internet of Things.

MedaiTek beleifert eine Reihe von namhaften Herstellern, vor allem im Unterhaltungsbereich spielt man eine wichtige Rolle
MediaTek beliefert eine Reihe von namhaften Herstellern, vor allem im Unterhaltungsbereich spielt man eine wichtige Rolle

Auch wenn die beiden letztgenannten Produktgruppen seit geraumer Zeit für einen größeren Hype sorgen, Handys sind nach wie vor das wichtigere Betätigungsfeld. Mit den SoCs der Helio-Familie will man in den kommenden Monaten mehr und mehr Geräte der Mittel- und Oberklasse versorgen. Während man die Gerätehersteller dafür mit technischen Details überzeugen will, sollen gleichzeitig auch Verbraucher mit einer neuen Kampagne abgeholt werden. So hat man Helio einen markanten Internet-Auftritt spendiert und setzt auf klare Botschaften, die optisch ansprechend verpackt sind. Die Botschaft: Die Technik soll unauffällig agieren und dem Nutzer das Leben erleichtern – mehr als nur einmal lautete die Devise „einmal einrichten und dann dauerhaft nutzen“.

Doch die Technik muss sich nicht verstecken, im Gegenteil. Denn MediaTek verfolgt mit seinem Konzept einen etwas anderen Weg als beispielsweise Qualcomm. Zwar könne von einem „Core War“ – dem gegenseitigen Übertrumpfen hinsichtlich der Anzahl der Kerne – keine Rede mehr sein, einen Dual- oder Quad-Core-SoC dürfte man so schnell von MediaTek aber nicht mehr erwarten. Mit der eigenen CorePilot-3-Technik und Tri-Clustern will man mehr und mehr Kerne verbauen, um für jeden Prozess die optimale Kombination aus Leistung und Energiebedarf bereit zu halten. Kurz gesagt: Die Effizienz steht im Vordergrund.

Mit dem dritten Cluster soll die bisherige Lücke zwischen dem sparsamen und performanten Cluster geschlossen werden
Mit dem dritten Cluster soll die bisherige Lücke zwischen dem sparsamen und performanten Cluster geschlossen werden

Was sich zunächst abstrakt anhört, ist jedoch nur ein Erweiterung des Big.Little-Prinzips der britischen Chip-Schmiede ARM. Ursprünglich sah dieses vor, zwei verschiedene CPU-Typen in Clustern zu verbauen – eines für wenig Last erzeugende Aufgaben, eines für anspruchsvollere. Dass dies auch mit nur einem CPU-Typ möglich ist, hat MediaTek bereits bewiesen. In gleich mehreren bereits in Smartphones erhältlichen SoCs setzt man lediglich auf ARMs Cortex A53, allerdings mit unterschiedlichen Maximal-Taktraten. Zumindest teilweise scheint man damit aber aus der Not eine Tugend gemacht zu haben. Denn in ersten Tests hätte sich gezeigt, dass der Cortex A57 – das leistungsfähigere Gegenstück zum A53 – keine optimale Wahl sei, wie Siegmund Redl, Vice President and General Manager Corporate Marketing, im Gespräch verriet. Wie richtig man mit dieser Entscheidung lag, zeigen die Probleme rund um den Snapdragon 810 und andere SoCs, die exzessiv Gebrauch vom A57 machen.

Sparsamer mit mehr Clustern

Doch zurück zum Tri-Cluster, dessen Aufbau sich am besten am Beispiel Helio X20 beschreiben lässt. Hier setzt MediaTek auf zwei Cluster mit je vier A53-Kernen, die im ersten maximal 1,4 GHz, im zweiten bis zu 2,0 GHz erreichen. Als typische Anwendungen für das langsamste Cluster werden das Handling von E-Mails oder die Wiedergabe von Musik genannt, etwas mehr Leistung benötigen hingegen Facebook, YouTube und ähnliche Aufgaben. Wird abermals mehr Performance benötigt, springt das dritte Cluster ein. Dieses bietet zwei Kerne vom Typ A72 und soll sich um Applikationen wie Spiele oder leistungshungrige Multimedia-Anwendungen kümmern; in der Spitze stehen bis zu 2,5 GHz zur Verfügung. Doch CorePilot 3.0 bietet darüber hinaus noch mehr Flexibilität. Denn um die Effizienz weiter zu steigern, kann die Zahl der aktiven Kerne je nach Bedarf gesteuert werden – das langsamste Cluster kann zum Beispiel bei sehr geringer Last zwei komplett abschalten. Was das dem Nutzer bringen soll, macht man anhand eines Beispiels deutlich. Denn im Alltag soll das Tri-Cluster-Modell im Vergleich zu nur zwei Clustern bis zu 30 % weniger Energie benötigen. Beim Abspielen eines HD-Videos in YouTube soll der Vorteil bei 39 % liegen, beim Telefonieren und Nutzen von Gmail ist von 41 und 42 % die Rede.

Mit Tri-Cluster soll der Energiebedarf spüarbar gesnkt werden (links der Bedarf eines Dual-Cluster-SoCs)
Mit Tri-Cluster soll der Energiebedarf spüarbar gesnkt werden (links der Bedarf eines Dual-Cluster-SoCs)

Dass man in so etwas Entwicklungszeit investiert, liegt an einem der laut MediaTek wichtigsten drei Punkten bei der Entscheidung, welches Smartphone ein Verbraucher kauft. Denn dieser achtet derzeit nicht nur auf Design und Größe des Geräts, sondern auch auf dessen Laufzeit. Und gerade dieser Punkt soll in Zukunft noch wichtiger werden – zusammen mit dem Faktor Kamera.

Das kommende Jahr verspricht Fotos mit höhrerer Qualität

Immerhin ist dies schon die am zweihäufigsten genutzte Funktion bei einem Handy, die Bemühungen der Hersteller sind deshalb unübersehbar. Aber nicht nur die Anbieter der Sensoren versuchen, die Qualität zu steigern, auch auf Seiten der SoCs ist zuletzt einiges passiert. Der nächste Schritt bei MediaTek hört dabei auf den Namen Imagiq. Versprochen werden ein schnellerer Autofokus sowie eine höhere Bildqualität, vor allem wenn es um schlechte Lichtverhältnisse und Tiefenunschärfe geht. Als erster Chip wird der Helio X20 entsprechend bestückt, passende Smartphones dürften auf dem MWC 2016 zu sehen sein. Vielleicht kündigt man dann auch weitere neue SoCs an. Denn bereits im anschliessenden Jahr will man Produkte mit 10 nm anbieten.

Der zweite Teil wird sich in den kommenden Tagen vor allem um das Thema „Das Smartphone im Jahr 2020“ drehen.

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